Berührungspunkte der Werke auf der Grunnfag-Pensumliste

Auf dem Dokument steht folgendes ...



Gibt es zwischen den Werken auf der Grunnfag-Pensumliste 1998 irgendwelche besondere Berührungspunkte? Oder anders gefragt: Was haben die Hauptfiguren der zehn Werke gemeinsam?

Ich denke nicht an 'Leitmotiv' im eigentlichen literaturtheoretischen Sinne, sondern allein an eine aufällige Gemeinsamkeit. Klingt schwammig, oder? Ich versuche es trotzdem:

In sämtlichen Werken stehen die Hauptfiguren am Ende als Opfer da. Die Menschen kämpfen gegen Einflussgrößen, die in ihrer Dynamik so mächtig sind, dass den Menschen schließlich nur die trostlose Möglichkeit bleibt, sich anzupassen oder zu resignieren.

Die Freiheit des Einzelnen wird von Faktoren und Bedingungen begrenzt, die von ihren Verursachern zwar nicht unbedingt gewollt waren, jedoch in ihrem Ausmaß hätten verhindert werden können. Vielleicht könnte man teilweise von "Freheit" innerhalb von nicht-gewollten Grenzen sprechen. Diese sind aber so eng und unerträglich, dass Resignation oder Anpassung die einzigen identifizierbaren Alternativen sind. Von Freiheit kann cetiris paribus nicht mehr die Rede sein.

Die Fragestellung, inwiefern das Einzelindividuum für derartige Entwicklungen auch selbst - wenn auch indirekt - eine gewisse Verantwortung trägt, bleibt hier unberührt. Dies ist aber eine Frage von kollektiver Wille und Mut zur Veränderung, deren Ursprung schließlich immer im Einzelnen liegt. Viele Mutige zahlen mit ihrem Leben. Das ist ein von Millionen Menschen bezahlter Preis für die Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit und Innovation, die unser Leben heute vergleichsweise einfach macht. Es ist wichtig, dass wir uns darüber Gedanken machen, und die hier behandelte Werke helfen uns ein bisschen dabei.

Eins haben diese Werke auf jedem Fall gemeinsam: Die sind alle in ihrer Grundfragen höchst aktuell.

Viel Spaß beim Lesen!




1998-2004 Øystein Amundsen