Fazit zu PRO4 (1) Uns wurde empfohlen, mit dem Bus zu fahren. Ref(erentieller) G(ebrauch), vorl. S. für eine I(nfinitiv)K(onstruktion). Normalerweise steht "es" auch im Satzinnern in dieser Funktion, nicht aber, wenn das Prädikat im Passiv steht, wie hier. (2)Ihr wurde plötzlich schlecht. Nicht-R. G., formales Subjekt in einem Prädikativsatz, der Satz bezeichnet eine körperliche/seelische Empfindung und der Träger der Empfindung steht im Dativ. In solchen Fällen fällt das "es" im Satzinnern weg. (3) Gestern Abend wehte ein abscheulich kalter Wind. Nicht-R. G., satzeinleitendes "es", hier in einem Satz mit einem "normalen" Subjekt ("ein abscheulich kalter Wind"). (4) Leider fehlte es ihnen an Mut. Nicht-R. G., formales Subjekt in Verb. mit einem Verb mit Präpositionalergänzung (= Restgruppe). (5) Mir fehlt das Geld für die Reise. Nicht-R. G., satzeinleitendes "es", hier in einem Satz mit einem "normalen" Subjekt ("das Geld")(= (3)!). (6) Höchst unsicher ist (es), ob sie überhaupt kommt. Ref. G., vorläufiges Subjekt für einen Gliedsatz. In einem solchen Fall gilt als Hauptregel, dass "es" fakultativ steht im Satzinnern, und das ist hier der Fall. (7) Schon seit Wochen wird an diesem Projekt gearbeitet. Nicht-R. G., satzeinleitendes "es" in einem unpersönlichen Passivsatz. "Es" darf nicht im Satzinnern stehen. (
DrauBen friert es. Nicht-R. G., formales Subjekt bei einem Verb, das sich auf Witterungsverhältnisse bezieht. In solchen Fällen steht "es" auch im Satzinnern. (9) In dieser Stadt lässt (es) sich gut leben. Nicht-R. G., formales Subjekt in einer unpersönlichen reflexiven Konstruktion mit "lassen" + Hauptverb. In diesem Fall steht "es" fakultativ im Satzinnern. (10) Manchmal ist es schön, nachts durch die Stadt zu gehen. Ref. G., vorläufiges Subjekt für eine IK - vgl. (1). In diesem Fall steht "es" in der Regel auch im Satzinnern (sofern das Prädikat nicht im Passiv steht, vgl. eben (1)).
Fazit zu PRO5 Im Folgenden wird für die Beschreibung des vorliegenden Gebrauchs auf entsprechende Beispiele in PRO4 verwiesen, sofern es dort welche gibt. Nur der Vergleich mit dem Norwegischen wird dann hier ausgeführt! (1) = PRO4 (3) und (5). Im Deutschen kann in diesem Fall "es" nicht im Satzinnern stehen, das entsprechende "det" in norwegischen Sätzen gleichen Typs kann aber auch im Satzinnern stehen. (2) = PRO4 (2), hier aber mit einem Verb, nicht mit einem Prädikativ. Im Satzinnern fällt hier "es" meistens weg, kann aber auch stehen. Das entsprechende "det" im Norw. - sofern es eine entsprechende Fügung gibt - würde auch im Satzinnern stehen. (3) Ref. Gebr., "es" in einem identifizierenden Satz (= "erweiterter anaphorischer Gebrauch". In diesem Fall kann in beiden Sprachen "es"/"det" nicht weggelassen werden. (4) = PRO4, (9). Das entsprechende "det" ist auch im Satzinnern obligatorisch, wo das deutsche "es" in diesem Fall nur fakultativ steht. (5) Ref. Gebr., vorl. Objekt für einen Gliedsatz. Im Norw. gibt es keine entsprechende Fügung mit "det" ("fortenke noen i noe" - also mit Präp.!) (6) = PRO4, (10). das entsprechende norw. "det" steht immer, auch im Passiv (vgl. PRO4, (1)), im Satzinnern. (7) = PRO4, (2). Es gibt keine entsprechende unpersönliche Wendung im Norwegischen. (
= a) PRO4, (6) ("Es stellte sich heraus, dass...") Das entsprechende norw. "det" muss auch im Satzinnern stehen. b) ("... dass es ein Ausländer war, der ...") "es" in der Hervorhebungsformel (= erweiterter anaphorischer Gebrauch). Das norw. "det" kann ebensowenig wie das deutsche "es" wegfallen. (9) = PRO4, (7). Das entsprechende norw. "det" muss auch im Satzinnern stehen, das deutsche "es" darf nicht im Satzinnern stehen. (10) a) = PRO4, (
, aber hier mit einem Prädikativ. Das entsprechende norw. "det" muss auch im Satzinnern stehen. b) Nicht-Ref. Gebr., formales Objekt. Das entsprechende "det" im Norw. kann in dieser Wendung auch nicht wegfallen. (11) Ref. Gebr., vorl. Objekt für einen IK. Bei gewissen Verben, darunter ("sich leisten (können)") ist im Dt. "es" als vorl. Obj. relativ fest. Vergleichsweise kommt im Norw. ein "det" als vorl. Obj. seltener bzw. bei weniger Verben vor (Vgl. etwa "Jeg kan ikke unne meg å ta ferie nå" - kein vorl. "det"!). (12) Nicht-ref. Gebr., formales Subjekt bei einem Verb, das sich auf eine Sinneswahrnehmung bezieht. Das entsprechende "det" ist, wie das deutsche "es", hier nicht weglassbar.