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-- Start der Aufzeichnung: Mittwoch, 28. November 2001 7:12 Uhr Dreistadt-Zeit --

Anne_E fragt: "Ist der Plan für nach Weihnachten klar?"
Geir sagt: "Kommt Mitte Dezember"
Steinar sagt: "Wir haben eine Sitzung nächste Woche. Ich nehme an, dass der Plan dann endgültig festgelegt wird"
Oddny [zu Anne_E]: "wir haben eine Mail von Sissel gekriegt"
Anne_E sagt: "danke"

Bjørg kommt.

Tore_T kommt.
Steinar sagt: "Guten Abend und danke 'for sist' (in Bergen)"

Gro_L kommt.
Anne_E sagt: "Ebenfalls"
Tore_T ruft: "Danke for sist!"
Bjørg sagt: " Guten Abend"
Steinar sagt: "Ich möchte Sie nur auf die Extra-Sitzung aufmerksam machen (am 12.12.) Ich hoffe, Sie können dabei sein"
Anne_E sagt: "Ja"
Bjørg fragt: "Wann?"
Ingrid_J sagt: "Ja"
Geir sagt: "Ja"
Gro_L sagt: "OK"
Solfrid sagt: "ok"
Steinar sagt: "Ansonsten habe ich auch eine kleine Aufgabe für Sie vorbereitet (Dokument: under der linden). Freue mich auf Ihre Antworten"
Gro_L fragt: "Um 1730?"
Steinar sagt: "Die Extra-Sitzung ist von 18.15- 20.00 Uhr (midt i julestria!)"

Else2 kommt.
Bjørg sagt: "ok"
Oddny fragt: "und alle nehmen Plätzchen mit, oder ?"
Anne_E sagt: "Mor Monsen"
Steinar sagt: "Wir beschäftigen uns seit langer Zeit mit dem Falkenlied... und machen da weiter. Sie haben die Aufgaben?? Es geht jetzt weiter mit Aufg. Nr. 5"

Steinar zeigt Dia 5.

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4. ich (Z. 1)
a) Pers. Pron., 1. Sg. Nom.
b) Lat. ego > Germ. (hier vertreten durch das Nd.) ik. In der sog. 1. oder Germanischen Lautverschiebung (v. Chr.) wird g zu k verschoben (Stedje, S. 44 f.). In der 2. oder Hochdeutschen Lautverschiebung (n.Chr.) wird germ. k nach Vokal zu einem ch-Laut verschoben (vgl. Stedje, S. 59 ff.)








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Steinar sagt: "pardon, es ist nr. 4"
Steinar sagt: "Fragen zu a)"
Steinar sagt: "Nein. Ist wohl auch nicht SO schwierig."
Steinar sagt: "Wie sieht es bei b) aus (1. Lautverschiebung)"
Bjørg fragt: " sprechen wir nun über 4 oder 5?"
Steinar sagt: "über Frage 4"
Ingrid_J fragt: "Wir sehen wohl jetzt den Fazit - oder?"
Geir sagt: "ego>ik"
Steinar sagt: "(mea culpa)"
Steinar fragt: "Haben Sie verstanden, was Stedje über die 1. Lautverschiebung schreibt?"
Steinar sagt: "Es gibt ja zwei Gruppen von Lauten"
Steinar sagt: "1) p, t, k"
Steinar sagt: "und 2) b, d, g"
Ingrid_J sagt: "2) b,d,g"
Steinar fragt: "Welche Gruppe ist recht unproblematisch?"
Steinar fragt verwundert: "??"
Steinar sagt: "Gruppe 2"
Steinar fragt: "Warum?"
Steinar fragt: "Jemand noch da?"
Solfrid fragt völlig verwundert: "sie ändert sich nicht???"
Geir meint: "Ja, aber..."
Oddny sagt: "jaaaaa"
Ingrid_J sagt: "Doch, es ist aber nich so einfach"
Gro_L fragt: "p - pf oder f, t - ts, z, k - h, ch?"
Steinar sagt: "Gut, Solfrid"
Else2 fragt: "Die Gruppe wo man über Lenisierung spricht?"
Steinar sagt: "Aus ie (indoeurop.) b wird IMMER ein p..etc."
Steinar fragt: "Aber, wie ist es mit der 1. Gruppe?"
Ingrid_J sagt: "ändert sich nicht"
Tore_T sagt: "ptk wird f, th,x"
Steinar sagt: "zu Ingrid: Doch: Mal haben wir aus ie. p ein f, mal steht ein b"
Ingrid_J sagt: "Genau"
Steinar sagt: "Ich gebe Ihnen ein Beispiel"
Steinar sagt: "zu p: lat. pater > germ (engl.) father"
Steinar sagt: "Also p > f"
Steinar sagt: "aber: franz. sept > dt. sieben"
Steinar sagt: "also p > b"
Steinar fragt: "Sehen Sie das Problem?"
Solfrid sagt: "die Laute ändern sich verschieden - keine festen Regel"
Geir fragt: "Es hängt von den Positionen ab?"
Steinar sagt: "Man kann sagen: Es gibt eine Spaltung, mal (in diesem Fall) f, mal b"
Steinar fragt: "OK?"
Ingrid_J sagt: "OK"
Oddny sagt: "ok"
Steinar sagt: "Und es gibt Regeln für diese Spaltung"
Steinar fragt: "Wie nennt man das "Gesetz"?"
Anne_E sagt: "Grimms law"
Else2 sagt: "Verners Gesetz"
Steinar sagt: "Verners Gesetz ist richtig...Sie finden etwas darüber bei Stedje, S. 45"
Geir sagt: "Umgebung und Betonung ist wichtig."
Steinar sagt: "Richtig, Geir"
Steinar sagt: "Also ie p wird zu f oder die lenisierte Variante von p, und das ist b"
Steinar sagt: "Und Verners Gesetz beschreibt, wann die lenisierte Variante erscheint"
Geir fragt: "Wie heisst eigentlich 'lenisiert'?"
Steinar sagt: "oder zu der lenisierten Variante (siehe oben)"
Steinar sagt: "lenisiert= stimmhaft"
Geir sagt: "ok"
Steinar sagt: "p= stimmlos, b= stimmhaft"
Else2 sagt: "sprechen wir jetzt von 1. oder 2. Lautvers."
Steinar fragt: "Wann bekommen wir die lenisierte Variante?"
Steinar ruft erregt: "Wir sprechen von DER 1. LV!!"
Steinar sagt: "so erregt auch nicht"
Geir sagt: "Wenn die stimml. Klusile und 's' in stimmhafter Umgebung stehen."
Steinar sagt: "Geir, Sie haben da etwas engedeutet.."
Steinar sagt: "Richtig. Das ist die 1. Bedingung"
Steinar fragt: "die 2.?"
Geir sagt: "Und wenn der vorhergehende Vokal nicht den Hauptton trug."
Geir sagt: "Also nicht betont war."
Steinar sagt: "Richtig...und diese Betonung war im Übergang zw. dem Ie. und dem Germanischen (nicht, dass Sie glauben, es war so im Mhd.)"
Geir sagt: "sept'em"
Steinar sagt: "Richtig. Die Betonung muss nach dem p gewesen sein"
Geir sagt: "Heute hat ja 'sieben' Betonung auf der ersten Silbe."
Steinar sagt: "Ja, weil im Germanischen alles Initialbetonung hat (bis auf die Fremdwörter)"
Steinar fragt: "Haben Sie jetzt das Prinzip verstanden?"
Steinar sagt: "Es ist nämlich nicht einfach"
Steinar sagt: "Und jetzt machen wir einen Sprung....zur 2. LV"
Steinar sagt: "germ. k > ch-Laut"
Steinar fragt: "Wird germ. k immer zu einem ch-Laut?"
Else2 sagt: "und dann geht es immer noch um p,t,k- das ist "verwirrend""
Steinar sagt: "Ja, Else...diese p, t, k sind wirklich problematisch"
Else2 sagt: "k auch >hh"
Geir sagt: "k>ch: Am Anfang nicht, ausser im Alemannischen."
Geir meint: "oder was Südliches..."
Steinar sagt: "Richtig. Eigentlich erwarten wir einen Kch-Laut"
Solfrid sagt: "Die Schweizer sagen Kchind"
Steinar sagt: "Aber im Anlaut oder nach Konsonant bleibt k erhalten (Ausnahme: im Alemannischen)"
Steinar sagt: "D.h. es gibt auch hier eine Spaltung"
Steinar sagt: "Verners Gesetz gilt nur für die 1. Lautverschiebung. Die Regeln für die Spaltung in der 2. Lautverschiebung sind anders"
Steinar sagt: "In der 2. geht es um die Positionen im Wort"
Steinar sagt: "Sie finden etwas darüber bei Stedje, S. 59 ff."
Tore_T fragt: "Oder um eine kräftigere Betonung der Silbe?"
Geir sagt: "Am Anfang: p>pf, t>[ts] (k>kx)"
Steinar sagt: "Es kann sein, dass - je nach Position - die Betonung unterschiedlich stark war, Tore"
Tore_T sagt: "ok"
Oddny fragt verwundert: "die Auswicklung; ie;b, germ;p, nhd;pf/ff ??"
Geir sagt: "Nach Vokalen wurden die Laute vereinfacht."
Steinar sagt: "zurück zu ik > ich"
Steinar sagt: "Nach Vokal haben wir den Spirant-Laut /ch/ bekommen"
Steinar sagt: "Jetzt werde ich Ihnen etwas spannendes zeigen"
Steinar sagt: "k > (kch) > ch"
Steinar sagt: "t > ts > s"
Steinar sagt: "p > pf > f"
Steinar sagt: "es ist so, als hätten wir eine Entwicklung, die eine Zwischenphase haben (die Affrikata) und eine Endstellung (die Spiranten)"
Steinar sagt: "Endphase"
Steinar fragt: "Sehen Sie das?"
Geir sagt: "ja"
Oddny sagt: "ja"
Steinar sagt: "Die Affrikata bestehen aus dem Anfangsprodukt + Endprodukt"
Ingrid_J fragt: "ja. kannst du einige Beispiele nennen?"
Steinar sagt: "Klar:"
Bjørg fragt: " ja ,aber die Aff. sind wohl noch da?"
Steinar sagt: "tid > Zeit (/ts/) ; that > dass"
Steinar sagt: "zu Bjørg: Ja, klar. Meine Ausführung bezog sich auf den PROZESS"
Steinar sagt: "Und der Prozess geht unterschiedlich, je nach Position."
Steinar sagt: "In einigen Positionen erreicht der Prozess nur die Zwischenphase (Affrikata), sonst aber die Endphase (Spiranten)"
Bjørg sagt: "ok"
Geir sagt: "'Pfeffer' zeigt beides auf."
Gro L ist soeben ausgestiegen.

Steinar zeigt Dia 6.

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5. zôch (Z. 1)
a) ziehen : ich ziuhe : zôch : zugen : gezogen (Ablautreihe IIb)









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Steinar sagt: "Hier sehen Sie ein starkes Vern"
Steinar sagt: "Das haben Sie bei Heinz-Peter auch gehört"
Geir fragt: "Was ist der Unterschied zwischen ziehen (IIb)und zîhen (Ib)?"
Steinar sagt: "ie=Dipthong, î=Monophthong"
Geir fragt: "Ja, aber Inhalt?"
Steinar sagt: "zîhen muss heute heissen -zeihen (wie in verzeihen)"
Geir sagt: "danke"
Steinar fragt: "Darf ich noch ganz kurz zeigen?"

Steinar zeigt Dia 7.

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5b) Den Unterschied im Konsonantismus (h vs. g) bezeichnet man als Grammatischer Wechsel. In der 1. Lautverschiebung wurde ie. k normalerweise zu h verschoben. Wenn jedoch k 1) in stimmhafter Umgebung stand UND 2) der vorhergehende Vokal NICHT den Hauptton trug (Verners Gesetz), wurde k zu einem g lenisiert. Bei der 4. und 5. Stammform kann daher der vorhergehende Vokal im Übergang zum Germanischen nicht den Hauptton gehabt haben.









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Steinar sagt: "Hier sehen Sie nämlich den gramm. Wechsel"
Steinar ruft: "in real life!"
Ingrid_J fragt: "4 und 5. Stammton...was ist das?"
Ingrid_J sagt: "Stammform, meine ich"
Steinar sagt: "Lesen Sie bitte Stedje genau durch (die aktuellen Seiten). Sie können mir gerne eine e-mail schicken, falls noch etwas unklar ist."
Ingrid_J sagt: "Ok"
Steinar sagt: "4. und 5. Stammmform= Prät. Pl (4) und Part. Perf.(5)"
Ingrid_J sagt: "Danke"
Geir fragt: "Dann hat es also früher Formen mit Betonung auf der letzten Silbe gegeben, etwa *tuk'en?"
Geir sagt: "t>ts, k>g"
Steinar sagt: "Ja, Geir.. jetzt fängt es ja richtig an bei Ihnen"
Else2 meint: "bei Geir, ja..."
Steinar sagt: "Also: wir müssen leider aufhören... bis zum nächsten Mal"
Ingrid_J ruft: "Bis dann!"

Tore_T geht zum Modernen Deutsch.
Ingrid J ist soeben ausgestiegen.
Geir sagt: "Nur eine Frage noch:"

-- Ende der Aufzeichnung: Mittwoch, 28. November 2001 8:07 Uhr Dreistadt-Zeit --