-- Start der Aufzeichnung: Mittwoch, 26. September 2001 7:17 Uhr Dreistadt-Zeit --
Oddny ruft: "bravo Renate !"
Steinar ruft: "Danke, Geir. Sie sind schlau!"
Steinar sagt: "Dann begrüsse ich Sie ganz herzlich"
Hans_E ruft: "Gleichfalls!"
Bjørg sagt: " Guten Abend"
Oddny sagt: "Hallo"
Ingeborg_A sagt: "Guten Abend"
Gro_L sagt: "Guten Abend"
Else2 sagt: "Gleichfalls"
Anne_E sagt: "Hallo"
Steinar sagt: "Ich habe einige Dias für heute vorbereitet. Die beziehen sich auf die Fragen, die ich als Attachment geschickt habe. Haben Sie die tafel gelse"
Steinar fragt: "gelesen?"
Geir sagt: "Ja."
Hans_E sagt: "Ja"
Oddny sagt: "ja"
Else2 sagt: "ja"
Ingeborg_A sagt: "Ja"
Steinar sagt: "Dann geht's los"
Steinar zeigt Dia 1.
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Wie unterscheidet man zwischen 'starken' und schwachen' Verben?
Starke Verben: Kennzeichnend für die Formenbildung der starken Verben ist der Ablaut (regelmässiger Wechsel der Wurzelvokale. Er bestimt die Tempusbildung, ), z. B. 'singen : sang : gesungen' Starke Verben haben im Part. Perf. das Suffix -en, z. B. 'genommen', 'geworden'
Schwache Verben: Die Vergangenheitsformen der schwachen Verben sind durch ein Dentalsuffix (-d-/-t-) gekennzeichnet, z. B. 'reiste', 'gereist'. Schwache Verben haben normalerweise keinen Ablaut.
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Steinar sagt: "Die erste Frage geht aber auf eine Diskussion zurückt, die wir vor einer Woche geführt haben"
Steinar sagt: "Es geht ganz generell um die Unterscheidung zwischen starken und schwachen Verben"
Ingeborg_A fragt: "Könnte man auch sagen, dass starke Verben keine Suffixe im Preteritum haben?"
Steinar sagt: "zu Ingeborg Sie haben kein Dental-Suffix im Präteritum, aber sie haben ja Endungen"
Ingeborg_A fragt: "sclug z.B. gibt es eine Endung da?"
Ingeborg_A sagt: "schlug"
Steinar sagt: "Zu Ingeborg Man kann sagen, dass es eine Null-Endung gibt , Ø-Endung"
Ingeborg_A fragt: "Aber doch eine Endung?"
Steinar sagt: "Man betrachtet die Null-Endung auch als Endung. Überigens in anderen Personen gibt es ja im Prät. Endungen"
Steinar fragt: "Der Begriff 'Ablaut' ist sehr kompliziert und ich will gar nicht so sehr darauf eingehen. Verstehen Sie trotzdem, worum es geht?"
Ingeborg_A sagt: "OK. Aber auf N. ist es ganz gewöhnlich zu sagen, dass starke Verben keine Endung im Präteritum haben"
Ingeborg_A sagt: "Ich verstehe es"
Steinar sagt: "zu Ingeborg. Das geht leider nicht im Deutschen.. du schlugst, wir schlugen etc."
Steinar fragt: "Kann ich jetzt zur nächsten Frage gehen?"
Oddny sagt: "ok"
Steinar sagt: "immernoch starke/schwache Verben"
Steinar zeigt Dia 2.
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Wie weiss man, ob ein mhd. Verb stark oder schwach ist?
Wenn ein Verb im Nhd. stark ist, kann man davon ausgehen, dass es auch im Mhd. stark ist,
Wenn ein verb im Nhd. schwach ist, kann es auch - MUSS ABER NICHT - im Mhd. schwach sein.
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Steinar sagt: "Um ganz sicher zu sein, muss man in einem mhd. Wörterbuch oder in einer mhd. Grammatik nachschauen"
Steinar sagt: "Es zeigt sich n"
Steinar sagt: "nämlich, dass recht viele starke Verben im Laufe der Zeit schwach geworden sind"
Steinar sagt: "Sie haben ja in der vorigen Woche das Beispiel 'buk' erwähnt"
Sindre_Walstad kommt.
Steinar fragt: "Warum, glauben Sie, haben wir diese Tendenz?"
Gro_L sagt: "Einfacher"
Ingeborg_A sagt: "Es ist einfacher mit schwachen Verben zu tun haben"
Gast20 kommt.
Steinar fragt: "Ein bisschen genauer...was ist 'einfacher'?"
Renate sagt: "keine Ablaute"
Anne_E sagt: "Die allgemeine Vereinfachung, trotz höhere Bildungstand"
Geir sagt: "Sie werden regelmässiger."
Gro_L sagt: "Es gibt Regeln"
Steinar sagt: "Ich glaube, Sie Renate, kommer der Sache am nächsten"
Geir sagt: "Das Flexionssystem bekommt weniger Kategorien."
Steinar sagt: "Bei den schwachen Verben gibt es normalerweise keinen Vokalwechsel"
Steinar sagt: "besser gesagt: keinen Ablaut"
Steinar sagt: "Auch bei den Fremdwörtern wäre es problematisch, einen Ablaut/Vokalwechsel zu bilden"
Sindre_Walstad geht in den Fernstudien-Gruppenraum (Grunnfag).
Steinar fragt völlig verwundert: "z. B. 'chatten - chut - gechatten???"
Steinar sagt: "Gehen wir jetzt zum nächsten Bild"
Else2 sagt: "uff da"
Anne_E fragt: "Nur bei den uregelm. schwachen und bei den Modalen Verben?"
Steinar sagt: "zu Anne: Es gibt schw. Verben mit Vokalwechsel, und zwar mit Umlaut (nicht Ablaut!)"
Anne_E sagt: "ok"
Steinar sagt: "die sog. modalen Verben sind eine eigene kategorie"
Steinar zeigt Dia 3.
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Text 1
a) Übersetzung ins Nhd.
Du bist mein, ich bin dein.
Dessen sollst du gewiss sein.
Du bist in meinem Herzen
verschlossen;
verloren ist das Schlüsselchen:
du musst auf immer drinnen bleiben
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Steinar sagt: "hier eine Übersetzung des 1. Textes"
Steinar sagt: "vgl. Frage 1 a) im Attachment"
Renate fragt: "Schlüsselein - geht das auch?"
Steinar fragt: "Haben auch Sie den Text so verstanden?"
Steinar sagt: "zu Renate Kein Problem"
Oddny sagt: "ja, so etwas"
Steinar fragt: "Können wir jetzt weitermachen?"
Steinar sagt: "Ich zeige Dia nr. 3"
Else2 fragt: ""ouch" wird mit auf übersetzt?"
Steinar sagt: "zu Else: ouch bedeutet auch.."
Hans_E sagt: "Ich wurde lieber auch nehmen"
Steinar ruft: "Meine Übersetzung ist ein bisschen freier. Sie haben alle recht!"
Else2 ruft: "danke!"
Steinar zeigt Dia 4.
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b) Zwei Personen; eine ich- und eine du-Person.
c) Kurze Andeutungen:
Mann-Frau-Beziehung (irdische Liebe)
Mensch-Gott-Beziehung (Kleriker (Nonne oder Mönch)-Gott-Beziehung)
... etwas gewagt?: Nonne-Mönch-Beziehung
d) Die Kreuzstellung der Satzglieder deutet auf eine enge Verbindung hin; das Kreuz => christliche/religiöse Deutung
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Hans_E fragt: "Bekkommen wir von Ihnen Rückmeldung auf unsere Lösungen?"
Steinar sagt: "So, jetzt wird's schwieriger, denn jetzt gibt es Interpretationsmöglichkeiten"
Steinar [zu Hans_E]: "Ja, ich schicke es per snail mail"
Steinar sagt: "Zunächst zu b)"
Steinar fragt: "wohl recht eindeutig, oder?"
Steinar sagt: "jetzt zu c)"
Steinar sagt: "jetzt wird es schwieriger"
Hans_E fragt: "Zu c) Die die lesen schreiben könnten waren doch geistliche oder adelige ?"
Steinar [zu Hans_E]: "meistens geistliche (Kleriker)"
Hans_E sagt: "Ich sehe es als romantisch und nicht göttlich"
Renate sagt: "dann würde c) plausibel sein - die irdische Liebe."
Steinar [zu Hans_E]: "das dürfen Sie auch, aber der Text wurde in einem Kloster geschrieben und aufgehoben..."
Oddny fragt: "anredete man Gott mit du ?"
Steinar [zu Oddny]: "Das 'du' ist kein Problem. Ja, man hat Du verwendet...das Siezen ist viel später gekommen"
Oddny sagt: "ok"
Hans_E sagt: "Katholisch gesehen sind die Mönche und Nonnen nicht nur sölibatär sonder müßen auch in Abzines leben. Gewöhnlich ePriester aber nur das erste"
Ingeborg_A fragt: "Abzines bedeutet?"
Steinar [zu Hans_E]: "Der Sölibat wurde im Mittelalter nicht so streng gehalten"
Renate [zu Hans_E]: "Aber Nonnen und Mönche sind letztenendes auch nur Menschen..."
Anne_E sagt: "Irdiscshe Liebe=Romeo und Julie. Göttliche Liebe =Relgöse Liebe (bin Laden?)"
Hans_E sagt: "Falsch geschrieben Abstinens "ganz ohne "Avholdene"
Else2 fragt: "wie wissen wir, dass der Text im Kloster geschrieben/aufgehoben wurde? Weil sie Minnesänger heissen?"
Ingeborg_A fragt: "Wie den heutigen Abstinens?"
Hans_E sagt: "zu Renate : Ja heute noch.."
Steinar sagt: "Es gibt viele Beispiele von Liebesbeziehungen zw. Geistlichen"
Steinar fragt: "Haben Sie den Film 'Der Name der Rose' gesehen?"
Gro_L sagt: "Das Buch gelesen"
Oddny [zu Else2]: "wegen der Kentnisse des Schreibens, vielleicht"
Hans_E sagt: "Gab auch in der Kirche einen Segen für gleichgeschlechtige Liebe .. bis 1650.."
Geir sagt: "Nein, aber das Buch gelesen."
Steinar sagt: "Oder denken Sie an die geschichte von Abelair und Helois"
Hans_E sagt: "Boch gelesen"
Steinar [zu Hans.]: "So gut kenne ich mich nicht aus"
Ingeborg_A fragt: "Ist das ein gutes Buch?"
Gro_L sagt: "Sehr spannend, Ingeborg"
Geir [zu Ingeborg_A]: "Ja"
Renate sagt: "Ja, und ein sehr umfangreiches."
Hans_E sagt: "Ich aber. Die Brüder und Schwestern waren ja auch in Laien und geistliche aufgeteilt"
Ingeborg_A fragt: "Ist es der Schrifsteller Deutsch?"
Steinar sagt: "Damit habe ich hoffentlich eine interessante diskussion gestartet"
Hans_E sagt: "Eco ist italiener"
Renate [zu Hans_E]: "Das vom Segnen stand neulich in Bergens Tidende."
Ingeborg_A sagt: "Danke"
Steinar fragt: "d) auch klar? Wollte nur diese göttliche Liebe andeuten. OK?"
Hans_E sagt: "zu renate: MeinPater weiss es ja auch, will aber nicht davon sprechen. Die Kirche irrt ja nie.."
Gast20 geht zur Karins Haus.
Steinar zeigt Dia 5.
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Vergleich:
mhd. und nhd. Wortformen
Graphische Unterschiede
gewis gewiss
beslozzen beschlossen
herzen Herzen
sluzzelîn Schlüsselchen
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Steinar sagt: "Graphische Unterschiede, sind Unterschiede in der Schrift/Schreibweise"
Steinar sagt: "Eine gereglet Gross-, Kleinschreibung kannte man um 1150 nicht"
Else2 sagt: "vielen Dank für diese Aufklärung"
Hans_E fragt: "Gab es überhaupt eine "Rechtschreibung"?"
Gro_L ruft: "Und nun ist es Unmöglich die Versalien wieder loszuwerden!"
Steinar [zu Hans_E]: "Man kann in der Zeit nicht von einer Rechtschreibung wie heute sprechen, aber es gab Traditionen"
Steinar sagt: "je nachdem, bei wem man das Schreiben gelernt hatte"
Anne_E fragt: "Es gab wohl verschiedene Schreibweisen, je nach Dialekt?"
Ingeborg_A fragt: "und woher der Schriftsteller kam, vielleicht?"
Steinar sagt: "Wir gehen aber davon aus, dass sie ungefähr so geschrieben haben, wie sie sprachen"
Steinar sagt: "zu Anne"
Steinar [zu Anne.]: "Ja"
Steinar [zu Ingeborg_A]: "Ja, sehr wichtig"
Gro L ist soeben ausgestiegen.
Steinar fragt: "weiter?"
Hans_E sagt: "Ja"
Renate fragt: "phonologische: mîn - mein; dîn - dein; sîn - sein; usw. - stimmt das?"
Steinar zeigt Dia 6.
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phonologische Unterschiede
mhd. nhd.
mîn mein
dîn dein
sîn sein
verlorn verloren
muost musst
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Steinar [zu Renate]: "Ja"
Renate sagt: "Entschuldigung - ich dachte, wir könnten antworten"
Steinar [zu Renate]: "Kein Problem"
Geir sagt: "Langer Monophtong ist in manchen Fällen diphtongiert worden."
Else2 fragt: "aber z.B. mîn und dîn sind nur phonol. Unterschiede, nicht graphische?"
Steinar [zu Geir]: "eine gute Beobachten. Wir nennen das eine Diphthongierung"
Steinar [zu Else2]: "Sie haben recht, aber die unterschiedliche Graphie steht auch für Unterschiede auf der Lautebene"
Steinar sagt: "bei muost liegt dann eine Monophthongierung vor"
Steinar sagt: "Oha, die Zeit ist schon um"
Steinar fragt: "Darf ich fragen, obe Sie diese Methode in ordnung fanden?"
Hans_E sagt: "Ganz Toll, aber wir brauchen viel Zeit."
Renate sagt: "Ja, sehr gut. Dann können wir uns vorbereiten - und während der Stunde aktiv sein."
Geir sagt: "Ja, auch gut mit den Dias nebenan."
Ingeborg_A sagt: "Ja, es ist sehr zufriedenstellend gewesen. (kann man es so ausdrücken?)"
Steinar sagt: "ja, das merke ich auch. Das aufgestellte Programm ist wahrscheinlich viel zu optimistisch"
Steinar sagt: "Aber wir haben ja ein ganzes Jahr
"
Hans_E fragt: "Machen wir nächstes Mal weiter wo wir jetzt aufhören?"
Geir [zu Renate]: "Einverstanden, es wird effektiver."
Steinar sagt: "Ja, das würde ich vorschlagen"
Else2 fragt: "OK-aber wir bekommen auch eine E-Mail mit persönlichen Kommentaren?"
Renate sagt: "Schicken Sie uns wieder eine Aufgabe - oder legen Sie sie in einen Archivschrank? Dann könnten wir so weiter machen."
Steinar sagt: "Ich schicke Ihnen dann wieder ein Attachment oder eine hinterlege ein Dokument"
Hans_E sagt: "Bis nächste Woche, Ade."
Steinar sagt: "Tschüss"
Bjørg sagt: "Tschüss"
Oddny fragt: "weiBt du ob du meine E-mail bekommen hat ?"
Hans E ist soeben ausgestiegen.
Renate sagt: "Gut, bis zum nächsten Mal."
Bjørg ist soeben ausgestiegen.
Ingeborg_A sagt: "Tschüss"
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Steinar [zu Oddny]: "Ja, danke. Habe ich erhalten"
Renate ist soeben ausgestiegen.
Geir sagt: "Auf Wiedersehen."
Geir geht ins Mellomfags-Atelier.
Anne E ist soeben ausgestiegen.
Oddny sagt: "gut, kenne noch nicht alle Möglichkeiten"
Else2 ruft: "Tschüss - jetzt "Herbstferien - zwei wochen!"
-- Ende der Aufzeichnung: Mittwoch, 26. September 2001 8:06 Uhr Dreistadt-Zeit --
Oddny sagt: "tschüss"