Flugasche - eine Übersicht


Monika Maron: Flugasche

Erster Teil
I (S. 7 - 12)
Über den Familienhintergrund der vorläufig anonymen Erzählerin. Vor allem die Großeltern werden hervorgehoben; die Unruhe des unbekannten jüdischen Großvaters als etwas Positives in einer Welt der Monotonie.

II (S. 13 - 36)
Besuch in B. und erste Arbeit an dem Artikel über B. Josefas Privatwelt, in der sie manchmal unter einem Gefühll der Einsamkeit leidet.

III (S. 36 - 54)
Über ihren Freund Christian und dessen Vater. Hauptteil des Kapitels jedoch Redaktionssitzung und Gespräch mit dem Heizer Hodriwitzka.

IV (S. 54 - 86)
Über die Privatwelt der Journalisten der Illustrierten Woche. Glücksgefühl Josefas nach der
Beendigung des Manuskripts (damit verbunden: Flugerlebnis, S. 70 - 73).

V (S. 87 - 114)
Besuch mit dem Sohn im kurfürstlichen Park, Rückblick auf ein Gespräch mit Siegfried Strutzer. Ab S. 93 geänderte Erzählhaltung. Josefa bei Christian: hier wird Josefa durch Christians Augen
gesehen. Besuch bei dem Elsässer Karl Brommel.

VI (S. 114 - 142)
Redaktionssitzung. Josefa stellt sich Siegfried Strutzers Sonntag vor, Strutzers Schulzeit. Rudi Goldammer und dessen Vergangenheitshintergrund: Kapo im KZ - d.h. Herr über Leben und Tod - auf der Gegenwartsebene deshalb Angst vor Entscheidungen. Erneuter Besuch in B. (S. l29 - 142). Der Pressebeauftragte ist zu Josefas Reportage positiv. Damit kontrastierend: Hodriwitzkas Tod
in einem Verkehrsunfall.

Zweiter Teil
Dieser Teil unterscheidet sich, was den Aufbau betrifft, deutlich vom ersten Teil, in dem mit kurzen Rückblicken weitgehend chronologisch erzählt wurde. Im zweiten Teil (etwa sechs Wochen sind vergangen) wird durchgehend rückblickend erzählt. Josefa befindet sich zu Hause, während in der Illustrierten Woche eine Sitzung der Parteileitung stattfindet. Rückblickend werden die Ereignisse erzählt, die zu dieser Sitzung geführt gemacht haben.

I (S. 145 - 173)
Josefa zu Hause, allein, im Bett. Sie hält es für sinnlos, an der Sitzung der Parteileitung teilzunehmen. Rückblickend über ihre Beziehung zu Christian, mit dem sie zunächst ein anderes und natürlicheres Verhältnis zum Leben gefunden hatte. Josefas Rede "vor den versammelten Frauen, die geehrt werden sollten, und vor den anwesenden Männern, die die Ehrung beschlossen hatten." (S. 158 -161) Unmittelbar danach: Josefas Gespräch mit dem zuständigen Genossen.

II (S. 173 - 225)
Josefas Brief an den Höchsten Rat und die Folgen. Erste Sitzung der Parteileitung (vor etwa drei Wochen). Anschließend ein Traum, in dem Josefa vor ihren Verfolgern in einer Höhle Zuflucht sucht. Zweiter Traum: Mann/Frau, Wut und nackte Gewalt. Beginnende Entfremdung Josefa/Christian.

III (S. 225 - 236)
Montagsmorgen mit schönem Frühlingswetter. Damit kontrastierend: Josefas Berufsalltag und Günter Rassows Bemerkung: "Strutzer hat noch allerhand vor mit dir." (S. 229) Kollege Jauer, der in psychiatrischer Behandlung gewesen ist und neben sich selbst zu existieren scheint. Zum ersten Mal Gedanke, die Illustrierte Woche zu verlassen. Gedanke an die Großmutter: Sehnsucht nach
einem ungekünstelten, einfachen Glück.

IV (S. 236 - 243)
Mögliche Überlebensstrategie: "Sie würde sich einreihen in die Stummen, scheinbar Hirnlosen, die mit leeren Gesichtern das Ende der Referate und Diskussionen abwarteten, würde ihre nicht mehr
anfechtbaren Manuskripte mit einem nicht anfechtbaren hochmütigen Lächeln auf Strutzers Tisch legen, nur abends würde sie sich an Christian vergewissern müssen, daß sie trotzdem noch immer die alte war." (S. 237f.) Die hier angedeutete Lösung wurde schon von Karl Brommel vorgeschlagen (S. 111). Gespräch Josefa/Christian. Er versucht, ihr die Möglichkeit zu geben, zu sich selbst zurückzufinden. "Als dir der Boden unter den Füßen wankte, wolltest du wenigstens einen Fuß auf festem Land haben. Ich habe das verstanden, ich wollte das auch. Ich kann aber nicht, wenn du aufhörst, du zu sein. Diese Tabletten, die Vorwürfe, dein ewiges Warten, die Angst. Wann hast du eigentlich zum letzten Mal richtig gelacht?" (S. 239) Liebe ist zwar ein festes Land, kann aber auch dazu führen, dass der Mensch aufhört, er selbst zu sein."Wer war der Verräter? Christian? Sie selbst? Beide? Keiner? [...] Er hat recht, dachte sie, er hat recht." (S. 241) So wie
die Großmutter trotz der Gefahr beim Großvater geblieben ist, bleibt auch Josefa, trotz der Gefahr, bei sich selbst, bewahrt ihre Identität.Schluss des Kapitels: die Drossel und die Puppe.

V. (S.244)
Josefas Sieg und Niederlage.