DDR-Medien

Auf dem Dokument steht folgendes ...

Medienpolitik der DDR

Die Medienpolitik war ein wesentlicher Bestandteil der Agitation und Propaganda der DDR zur planmäßigen Beeinflussung des Bewusstseins der Bevölkerung. Ziel: die Bildung sozialistischer Denk- und Verhaltensweisen; nicht breiteste und möglichst objektive Information über gesellschaftlich relevante Vorgänge und Meinungen, sondern sozialistische Bewusstseinsbildung und -lenkung Die journalistischen Massenmedien sollten z.B. gesellschaftliche Informationen verbreiten, die für die "bewusste Gestaltung sozialistischer Beziehungen erforderlich und geeignet sind."


Verfassung der DDR, Artikel 27 (2)

Die Freiheit der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens ist gewährleistet.

Aus dem offiziellen Kommentar zur Verfassung

Ihr [d. h. die Bourgeoisie] noch eine solche Waffe zu geben wie die Freiheit der politischen Organisation (Pressefreiheit, denn die Presse ist Mittelpunkt und Grundlage der politischen Organisation), hieße dem Feind die Sache erleichtern, hieße dem Klassenfeind dienen" (Lenin). Die Freiheit der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens sichern, heißt deshalb vor allem, keinerlei Mißbrauch der Massenmedien für die Verbreitung der bürgerlichen Ideologien dulden.


Erich Honecker - Rede vor dem 7. Schriftstellerkongress der DDR (1973)

LITERATUR - DEM SOZIALISTISCHEN LEBEN UNTRENNBAR VERBUNDEN

[die Autoren sollten] stärker noch danach streben, das Neue in dieser Wirklichkeit zu entdecken [und] auf die nur der Literatur eigene Weise zur Herausbildung sozialistischer Überzeugungen ihrer Leser beitragen.


Hermann Kant (Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR)

Wer sich hier ans Schreiben macht, gründet im Verständnis der Öffentlichkeit einen volkseigenen Betrieb.


Erich Honecker auf dem X. Parteitag der SED (1981)

Die Deutsche Demokratische Republik existiert ja nicht im luftleeren Raum, und wir erbauen den Sozialismus in harter Auseinandersetzung mit dem Imperialismus sowie den reaktionären bürgerlichen Ideologien in allen ihren Spielarten.


DDR-Fernsehjournalist Karl-Eduard von Schnitzler

Zum ersten Mal in der Geschichte werden Deutsche nicht belogen und an der Nase herum und in die Irre geführt, zum ersten Mal wird ihnen ehrlich gesagt, wer der Feind ist und wer der Freund, wer ist Aggressor, wer ist Opfer, wer macht Krieg und wer kämpft für den Frieden. Zum ersten Mal haben alle Deutschen die Gelegenheit, wohlinformiert auf der richtigen Seite Partei zu ergreifen: für den Sieg über Krieg, Unrecht und Lüge, für den Frieden und für das Glück der Völker - und das nicht nur, weil sie im Besitz der Wahrheit sind, sondern auch im Besitz der Macht, auch der militärischen Macht.


Prof. Karl-Heinz Tomaschefski, Humboldt-Universität

Dem Feind gegenüber unabdingbar die Wahrheit zu sagen, ihm Tatsachen mitzuteilen über die Kampfsituation, über die Klassenlage, Fakten, die er benutzen kann für die Propaganda gegen uns, das wäre nicht nur unklug, sondern das wäre auch unmoralisch. Man muß die Kampfsituation begreifen und daß die Liebe zur Wahrheit eine Liebe zu den Freunden und zur eigenen Sache ist und daß dem Feind, der oft der Todfeind ist, die Wahrheit in vielen Fällen unbedingt verschwiegen werden muß.


Erich Honecker

Presse, Rundfunk und Fernsehen der DDR leisten als ideologische Waffe der Partei mit ihren Miteln einen wichtigen Beitrag zur politisch-ideologischen Orientierung und zur Befriedigung des geistig-kulturellen Lebens, der geistig-kulturellen Bedürfnisse. Alle Massenmedien stehen vor der Aufgabe, den neuen Anforderungen der Innen- und Außenpolitik mit noch größerer Wirksamkeit gerecht zu werden. Das gilt um so mehr, als unter unseren Bedingungen die ideologische Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Ideologie vor allem im Äther voller Schärfe und ohne Pause sozusagen täglich und rund um die Uhr stattfindet.