Umweltprobleme in der DDR

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In der DDR wurde immer wieder betont, dass die kapitalistische Geselleschaftsordnung wegen ihres Profitstrebens für die Umweltverschmutzung verantwortlich sei. Der "Raubbau an der natürlichen Umwelt" sei ein typisches Merkmal des Kapitalismus. In der DDR wurde die Existenz von Umweltproblemen als Hinterlassenschaft des Kapitalismus betrachtet. Beispielsweise seien nach 1945 praktisch keine Abgasreinigungsanlagen vorhanden gewesen, da diese Probleme vor und im Zweiten Weltkrieg völlig vernachlässigt worden seien. Nach dem Krieg galten die Anstrengungen zunächst dem Wiederaufbau, was dazu beitrug, dass die Aufgaben der Reinigung der Abgase und des Wassers zurückgestellt werden mussten.
Der Fünfjahreplan 1971-1975 enthielt ein geschlossenes Umweltschutzprogramm, das aber in den den Fünfjahreplänen 1976-1980 und 1981-1985 nicht mehr vorhanden war. Stattdessen hieß es ganz allgemein, dass "planmäßige Maßnahmen für die Reinhaltung der Luft, die Minderung des Lärms sowie die Beseitigung und Verwertung von Siedlungsmüll und industriellen Abfallsprodukten durchzuführen" waren. Der Hauptgrund für diese Zurückhaltung lag vor allem darin, dass man die Preissteigerungen für Rohstoffe auf dem Weltmarkt durch sparsameren Materialeinsatz sowie höhere Exportanstrengungen auffangen musste und deshalb den Umfang der Investitionen für den Umweltschutz verringern musste.
Die Luftverschmutzung war in den Ballungsgebieten der DDR enorm. In mehr als 30 Großkraftwerken wurde die stark schwefelhaltige Braunkohle verfeuert. Der Ausstoß von Schwefeldioxid und anderen Luftschadstoffen war immens und eine Änderung war in der Schlussphase der DDR nicht in Sicht. Da die Braunkohlevorkommen nur noch etwa 40 Jahre reichten, war man offensichtlich nicht bereit Milliarden in Umweltschutzmaßnahmen zu investieren.