Akt I

Es handelt sich hier um Akt I von Goethes Faust (aus "Der Tragödie zweiter Teil"). Kompliziert? Überhaupt nicht. Hör mal zu:

"ANMUTIGE GEGEND. Faust auf blumigen Rasen gebettet, ermüdet, unruhig, schlafsuchend. Dämmerung. Geisterkreis schwebend bewegt, anmutige kleine Gestalten."

Klingt doch schön poetisch, nicht?

Lust auf mehr Goethegenuss? Dann geniesse:

ARIEL. Gesang, von Äolsharfen begleitet.

Wenn der Blüten Frühlingsregen
Über alle schwebend sinkt,
Wenn der Felder grüner Segen
Allen Erdgebornen blinkt,
Kleiner Elfen Geistergrösse
Eile, wo sie helfen kann,
Ob er heilig, ob er böse,
Jammert sie der Unglücksmann.


Oder eine etwas aktuellere Betrachtung?

Doch ach! Was hilft dem Menschengeist Verstand,
Dem Herzen Güte, Willigkeit der Hand,
Wenn's fieberhaft durchaus im Staate wütet
Und Übel sich in Übeln überbrütet?
Wer schaut hinab von diesem hohen Raum
Ins weite Reich, ihm scheint's ein schwerer Traum,
Wo Missgestalt in Missgestalten schaltet,
Das Ungesetz gesetzlich überwaltet
Und eine Welt des Irrtums sich entfaltet.