-- Start der Aufzeichnung: Montag, 11. März 2002 5:30 Uhr Dreistadt-Zeit --
Benedikt meint: "So, wir sind auf Sendung ..."
Benedikt sagt: "Schaut euch bitte kurz folgendes Dia an"
Benedikt zeigt das Dokument 'Änderung'.
<http://cmc.hf.uib.no:7001/2905>.
Oddny kommt.
Benedikt meint: "Gut, dann in medias res ..."
Renate sagt: "Ja, in Ordnung"
Else2 sagt: "OK"
Bjørg sagt: "ja, alles in Ordnung"
Benedikt fragt: "Welche Motive findet ihr in Spiegelgeschichte wichtig?"
Bjørg sagt: "Partei - Arbeiter"
Else2 sagt: "Pünktlichkeit"
Oddny sagt: "die Rolle/ das Spiel"
Gro_L kommt.
Benedikt [zu Bjørg]: "Ja, prima ... wir sammeln einfach mal weiter ..."
Tore_T kommt.
Renate sagt: "Die wirkliche Umgebung, der Kulturraum und die Welt im Spiegel"
Gro_L sagt: "Guten Abend, heute war es wieder kompliziert durchkommen"
Tellef sagt: "Die Entfernung zwischen den Arbeitern und den Parteibonzen, in den sogenannten Arbeiterstaat."
Else2 fragt: "wer ist der Partei?"
Tore_T fragt: "Hattest ihr auch Probleme, einzusteigen?"
Else2 sagt: "das war keine Frage"
Benedikt sagt: "Gut. Allerdings müssen wir zwischen Thema und Motiv unterscheiden."
Gro_L sagt: "Ja, Tore"
Tore_T sagt: "Hattet"
Benedikt sagt: "Spiegel und Schauspiel sind Motive, mit deren Hilfe die Themen Partei und Arbeiter beleuchtet werden."
Oddny ist soeben ausgestiegen.
Benedikt sagt: "Ein sehr wichtiges Motiv fehlt mir allerdings noch."
Else2 sagt: "Motiv - eine typische Situation, die immer wieder auftreten kann" habe ich einmal gelernt"
Oddny ist eingestiegen.
Gro_L fragt: "Die Zeit?"
Else2 sagt: "hier tritt die Uhr/die Zeit immer wieder auf"
Tore_T fragt: "Jubiläumsfest?"
Renate fragt: "Ist die Zeit nicht hier das Leitmotiv?"
Benedikt [zu Gro_L]: "Ja die Zeit ist sehr wichtig und ein Leitmotiv."
Benedikt fragt: "Wo spielt die Geschichte eigentlich?"
Renate sagt: "Im Kulturraum - das ist die Wirklichkeit."
Benedikt [zu Renate]: "Wo ist dieser Kulturraum?"
Gro_L sagt: "In Thüringen"
Renate sagt: "Er gehört zu einem Bergwerk"
Tore_T sagt: "Bei einer Salzgrube."
Renate sagt: "Im Thüringer Gebiet, wo die Steinsalzgruben liegen."
Gro_L sagt: "Im Süden der DDR"
Benedikt [zu Tore_T]: "Genau ... Ist das ein Zufall, dass es eine Salzgrube ist, was meint ihr?"
Renate sagt: "Es ist ein ungesunder Arbeitsplatz"
Renate sagt: "Alle Arbeiter haben Gesundheitsschäden."
Oddny ist soeben ausgestiegen.
Benedikt [zu Renate]: "Unter anderem ..."
Benedikt fragt: "Wird das Motiv des Salzes noch auf andere Bereiche ausgeweitet?"
Else2 sagt: "Ein Leben im Salz"
Solfrid sagt: "Zeit im Salz"
Renate [zu Solfrid]: "Und was bedeutet das?"
Solfrid sagt: "Aus dem Text s. 77"
Else2 sagt: "vom Geburtshaus bis zum Grab"
Benedikt fragt: "Ja, was bedeutet Zeit im Salz?"
Tore_T sagt: "Es ist von "Salzerstarrung" die Rede. Es spielt auf die Biebel: Lots Frau wurde zur Salz"
Oddny kommt.
Tore_T sagt: "Zum S"
Benedikt [zu Tore_T]: "Prima! Salz wird hier gebraucht, um die Erstarrung darzustellen!"
Benedikt fragt: "Erstarren noch andere Bereiche?"
Oddny sagt: "Entschuldigung ! ich bin heute der Pechvogel"
Tore_T sagt: "Die Partei und die Gesellschaftsordnung sind erstarrt."
Benedikt [zu Tore_T]: "Ja - du machst schon den nächsten Schritt ... "
Solfrid sagt: "Die Teilnehmer in diesem Stück sind erstarrt"
Solfrid sagt: "Die Dinger mit den Kannen, die Veteranen etc"
Benedikt fragt: "Leitmotivisch heisst es: Leben im Salz, Zeit im Salz und noch eine dritte Bestimmung gibt es?"
Tore_T sagt: "Die Logik erstarrt"
Benedikt [zu Tore-T]: "Was ist damit gemeint?"
Gro_L sagt: "Die Traditionen sind erstarrt"
Benedikt [zu Gro_L]: "Gut. Die Traditionen und das Deneken ..."
Benedikt fragt: "Eben wurde schon die Bibel herangezogen ... gibt es noch weitere Bibelstellen zum Salz, die uns vielleicht weiterhelfen können?"
Gro_L fragt: "Sagt man nicht der Salz des Lebens?"
Solfrid fragt: "Heisst es nicht, Ihr sollt das Salz der Erde sein?"
Oddny fragt: "eine Statue aus Salz ?"
Benedikt [zu Solfrid]: "Genau. Jesus sagt dies zu seinen Jüngern. Wer könnte denn hier das Salz der Erde sein?"
Renate meint: "Warum ausgerechnet die Bibel? Fühmann hat bestimmt nichts mit der Kirche zu tun gehabt: zuerst unter den Nazis, dann in Russland, dann DDR..."
Solfrid sagt: "die Veteranen"
Renate meint: "Ich frage nur..."
Solfrid [zu Renate"man]: "kann viel mit der Bibel tun haben auch ohne Kirche..... "
Benedikt [zu Renate]: "Fühmann hat ein katholisches Internat in Österreich besucht ... und ich stimme Solfrid zu ..."
Renate ruft: "Das weiss ich - aber ich kenne mehrere aus DDR (überzeugte), die nie die Bibel gelesen haben!"
Benedikt [zu Renate]: "Hälst Du Solfrids Vorschlag für irrelevant?"
Solfrid [zu Renate"und]: "ich kenne mehrere aus der BRD und Norwegen die nie die Bibel gelesenhabe"
Renate sagt: "Ja, dann stützen sie sich auch nicht auf die Bibel."
Benedikt sagt: "Lest bitte einfach mal folgendes Dia"
Benedikt zeigt Dia 7.
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"- Ich nahm mir die Freiheit, sie anzusehen. Sie waren Legenden, unaustauschbar geprägt und doch schwer zu unterscheiden, und gänzlich aus den Bildnissen ablesbar. Leben im Salz. Jeder hatte die Hände vor sich auf dem Tisch, vom Salz geledert wie ihre Gesichter, lange, langfaltige, hagere Gesichter, trotz der Rasur schon wieder stoppelig, eisgrau gleich dem platt aufliegenden, spärlichen Haar." (S.71, Z.17-24.)
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Benedikt fragt: "Fühmann benutzt den Ausdruck Legenden. Welches Bild der Arbeit und der Arbeiter kristallisiert sich im Salz Motiv heraus?"
Solfrid sagt: "Die Jünger sind auch Legenden"
Solfrid fragt: "Missionäre?"
Benedikt meint: "Wird hier nicht der Gedanke nahe gelegt, dass diese Arbeiter das Salz der Erde sind - also positiv gesehen werden ..."
Solfrid sagt: "Ja, finde ich auch, sie haben eine Vision und arbeiten für die Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit"
Benedikt [zu Solfrid]: "Was ist ihr Lohn für diese Arbeit?"
Else2 meint: "hart arbeitendene Menschen - sechzig Jahre im Salz, bekommt jetzt er das Ehrenbanner...."
Benedikt [zu Else2]: "Ist das Ehrenbanner denn eine Ehre?"
Gro_L sagt: "Der Lohn ist nicht viel schlechter als für einen Akademiker, aber die Arbeit viel härter"
Tore_T fragt: "Zu Benedikt: Wie meinst du das? Die Veteranen als treue Arbeiter, die nicht in erster Linie für sich, sondern für das Kollektiv arbeiten?"
Solfrid meint: "Ehrenbanner sollte wohl eine Ehre sein, in dieser Geschichte aber...."
Benedikt [zu Tore_T]: "Das lässt die Geschichte meines Erachtens offen. Ihr Einsatz wird allerdings mit der Gesundheit bezahlt. Die Arbeit macht krank."
Solfrid [zu Tore_T]: "wie die Jünger, sie opfern alles damit das Volk besser gehen soll"
Benedikt meint: "lest bitte folgende Passage ..."
Tore_T sagt: "ok"
Oddny fragt: "Ehrenbanner nach sechzig Jahre = hönisch, wer kann dort so lange arbeiten ohne krank zu werden ?"
Benedikt zeigt Dia 6.
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"[...] Stöße des Salzsteins, und der Rauch der Pfeifen und Zigaretten trieb als der ewige Staub der Grube, wehende Schleier von Salz, die ätzten und brannten, wen sie umschmiegten. Vielleicht trug er auf der Brust noch Narben; sie gehörten zu denen, die man verbirgt.- In der Grube sieht man die Geschwüre." (S.71f. Z.33-2)
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Gro_L fragt: "Haben es die Arbeiter das Ehrenbanner wirklich als eine groBe Ehre gesehen?"
Else2 sagt: "das Ehrenbanner ist ein Hohn"
Benedikt sagt: "Salz ist meiner Auffassung nach ein ambivalentes Motiv hier für die ARbeit."
Gitte kommt.
Benedikt [zu Else2]: "Ja, das sehe ich genauso - eine hohle Phrase des Parteibonzen..."
Solfrid [zu Gro_L]: "auch hier bekommt ein Arbeiter, der hart geschuffet hat 50 Jahre lang eine Uhr oder eine Platte - Der Chef 5 millionen oder so.."
Benedikt fragt: "Jetzt heisst die Geschichte aber Spiegelgeschichte und nicht Salzgeschichte. Was hat es mit dem Spiegel auf sich?"
Gitte geht auf den Dorfplatz.
Solfrid sagt: "Die wELT im Spiegel ist ja seitenverkehrt"
Benedikt meint: "Führt das noch ein wenig aus ..."
Gro_L sagt: "Man sieht auch was man eigentlich nicht sehen sollte"
Solfrid sagt: "links und rechts ist ausgewechselt"
Tellef sagt: "Die Geschichte zeigt in einer Weise die ganze Gesellschaft der DDR im Spiegel."
Oddny sagt: "im Spiegel sind die Partei/ Gesellschaft/ Betrieb personifisiert"
Renate sagt: "Die Welt, die er im Spiegel sieht, ist unwirklich - das Auftreten/Spiel der Partei ein Schauspiel, kein echtes Leben."
Tore_T sagt: "Ist der Spiegel ein Symbol? Für was? (Der Erzähler sieht alles umgekehrt durch den Spiegel)."
Benedikt sagt: "Alles richtig ... Der Spiegel wird zum Erkenntnisinstrument, durch das man Dinge sieht, die man sonst nicht sieht."
Benedikt [zu Tore_T]: "Durch den Spiegel bekommt der Erzähler einen anderen Blick auf die Dinge. Er sieht die Wahrheit (denkt an Dorian Gray von Oscar Wilde)"
Solfrid sagt: "Die Veteranen haben gewartet, der Parteisekretär behauptet die Partei müsste warten -"
Benedikt fragt: "Die Ausformung des Spiegels wird besonders beschrieben. Der goldene Rahmen - kommt der später noch mal wieder?"
Gro_L sagt: "Ja, in den Bildern die die Arbeiter als Geschenk bekommen"
Renate sagt: "Das Bild (Ehrenbanner) ist auch goldgerahmt."
Benedikt [zu Gro_L+Renate]: "Genau! Das Modell Spiegelerkenntnis wird auf die ganze Salzgrube ausgeweitet ..."
Benedikt meint: "Der Spiegel steht in sehr engem Kontakt mit einem weiteren sehr wichtigen Motiv. Schaut euch bitte folgendes Dia an ..."
Benedikt zeigt Dia 5.
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"Doch als er dann in der Tür gerann und ich neugierig war, was er sonst tun könnte, nahm ich ihn als Akteur eines Schauspiels, und da schaute ichzum Pfeiler hin und sah ihn nun wie auf einer Bühne, im Schaukasten, eingegrenzt, abgehoben und ich das einzige Publikum. Es war das phantastischste Theater;" (S.76, Z.6-11)
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Benedikt sagt: "Durch die Einrahmung des Spiegels, wird dem Erzähler bewusst, dass es sich hier um ein Schauspiel handelt."
Benedikt fragt: "Welches Stück wird denn gespielt?"
Benedikt [zu Bjørg]: "Wer ist denn der Hauptdarsteller?"
Renate sagt: "Der Hauptdarsteller ist der Parteisekretär."
Tellef sagt: "Der Parteisekretär."
Benedikt fragt: "Ja und welche Rolle spielt er?"
Oddny sagt: "der Parteisekretär= die Partei"
Solfrid sagt: "Die Partei"
Else2 sagt: "Die Hauptrolle"
Tellef sagt: "Er vertritt die Partei."
Benedikt [zu Oddny]: "Gut. In welchem Licht wird dadurch die Partei gezeigt?"
Renate [zu Tellef]: "Er IST die Partei."
Gitte kommt.
Renate sagt: "Sie steht lächerlich dar - jedenfalls in den Augen des Erzählers, der ihn im Spiegel entlarvt"
Solfrid sagt: "Das es tatsächlich ein Spiel ist"
Benedikt fragt: "Ist lächerlich nicht ein wenig schwach?"
Tellef sagt: "Er (die Partei) ist unsicher wie er sich vwehalten soll. Er ist arrogant."
Tore_T sagt: "Die Partei wird als unsicher und ohnmächtig dargestellt - so lange als die Formen nicht gefolgt werden."
Solfrid sagt: "Es ist ein Spiel mit Leuten - es ist ein gefährlices Spiel"
Solfrid sagt: "Ein Macht spiel"
Benedikt meint: "Ja Arroganz- Machtmissbrauch - Selbstgefälligkeit - und damit verbunden Unsicherheit. Gut. Schaut noch folgendes Dia über die Parteileute an ..."
Benedikt zeigt Dia 4.
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"und kaum, daß ich sie erblickte, verflossen die Züge, die Einzelkonturen lösten sich auf, entstehende, vergehende Wolken, allgestaltig gestaltlose Gestalten, Partien einer Kalkwand, ununterscheidbar, gleichförmig weißes hinrinnendes Salz." (S.85, Z.6-10)
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Benedikt fragt: "Die Partei wird an das Motiv des Salzes zurückgebunden. Wie? Und was erfahren wir über die Partei daraus?"
Tellef sagt: "Sie sind alle gleich, marschieren im gleichen Takt."
Oddny fragt: "etwas vergängliches; hinrinnendes?"
Benedikt [zu Oddny]: "Ja es erinnet an ein Stundenglas ..."
Benedikt [zu Tellef]: "Ich finde auch, das durch die Frabe weiss Anonymität und Gleichmacherei angedeutet wird ..."
Benedikt fragt: "Spielt die Farbe Weiss noch in anderen Textstellen eine Rolle?"
Solfrid sagt: "Die Veteranen haben weisse Hemden"
Renate sagt: "Ja, ganz am Ende - das Bild ist weiss, als es im Spiegel erschien."
Gro_L sagt: "Ganz zum Schluss, aber ich verstehe die Meunung nicht ganz"
Oddny sagt: "der letze Satz: weiBer Karton"
Benedikt [zu Renate+GroL+Oddny]: "Prima ... was bedeutet das?"
Renate ruft: "Das Ehrenbanner ist NICHTS!"
Oddny sagt: "für den Alte; ein Schatz, aber eigentlich nichts"
Gro_L ruft: "Danke!"
Benedikt [zu Renate+Oddny]: "Sehr gut. Es wird im Spiegel deutlich, dass die Veteranen betrogen worden sind. Das Ehrenbanner der sozialistischen Idee ist eine Lüge ..."
Gitte geht zur Bürgerhilfe.
Oddny sagt: "meistens sind die Preise nur Symbole"
Benedikt [zu Oddny]: "Aber Symbole müssen nicht immer unecht sein."
Oddny sagt: "nein, ich weiB"
Benedikt fragt: "Welche Rolle spielt der Schriftsteller in diesem Schauspiel?"
Tellef sagt: "Er ist der Beobachter."
Tore_T sagt: "Er ist Publikum"
Gro_L sagt: "Er ist der einzige der eigentlich "keine Rolle" spielt"
Benedikt fragt: "Ist er also der Kritiker? Spielt er wirklich keine Rolle?"
Renate erzaehlt: "Wenn die Handlung sich in der Wirklichkeit abspielt, ist er der allwissende Erzähler (er hat selbst im Bergwerk gearbeitet) - die Spiegelwelt belehrt ihn und entlarvt die Lügner."
Oddny sagt: "und er ist kritisch"
Oddny sagt: "aber von den anderen wird er als die Partei betrachtet"
Benedikt [zu Oddny]: "Ich glaube, er ist sogar selbstkritisch. Lest folgendes Dia"
Benedikt zeigt Dia 1.
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"[...] und da standen wir nun im Spiegel der Säule: grünes Hemd; Sporthemd; Bergmannskluft; weißer Kittel, Sonntagsanzug; und: Dieser da zum Beispiel, der könnte erzählen, sechzig Jahre im Salz, sechzig Kämpferjahre, ein erfülltes Leben, Spiegel der Klasse [...] und der Alte nickte mit steifem Hals, an dem ich eine furchtbare Narbe bemerkte, und der Gewerkschaftler nickte und der Betriebsleiter nickte, und ich nickte auch, und der Parteisekretär nickte zu unserem Nicken, fünf Kopfbewegungen, fünf Geschichten, [...]" (S.86, Z.29-39)
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Tore_T fragt: "zu Renate: Hat er in der Salzgrube gearbeitet?"
Renate sagt: "Ja, in einer Kaligrube - und das ätzt noch mehr."
Benedikt [zu Tore_T]: "Nein er ist ein Schriftsteller auf Betriebsbesuch."
Tore_T sagt: "ok"
Renate [zu Benedikt]: "Ja, hier in der Geschichte - aber er legt seine eigene Erfahrung/sein eigenes Wissen hinzu."
Benedikt fragt: "Wie versteht ihr, dass der Schriftsteller sich plötzlich im Spiegel befindet und das fünfköpfige Nicken?"
Renate sagt: "So habe ich das aufgefasst."
Tellef sagt: "Sie sind alle mit der Partei "einig".Niemand traut sich kritisch zu sein."
Gro_L sagt: "Als Vertreter verschiedener Klassen"
Solfrid sagt: "Der Schriftsteller gehört auch zu den "oberen" in der Gesellschaft, die Veteranen sehen ihn"
Oddny sagt: "er soll darüber schreiben,"
Tore_T sagt: "Er heult mit den Wolfen."
Oddny sagt: "er kann nicht kritisch sein"
Else2 fragt: "Zu Renate - meinst du Fühmann, oder den Schriftsteller der Geschichte?"
Benedikt sagt: "Am wichtigsten ist sicherlich die Erkenntnis, dass er ein Teil des Systems ist und es durch seine Rolle stützt."
Renate sagt: "Fühmann steht wohl hinter dem Schriftsteller - deshalb meine ich, dass er seine eigenen Erfahrungen hinzufügt."
Benedikt erzaehlt: "Indem er diese Erkenntnis formuliert, verlässt er aber schon wieder seine Rolle ... die fünf nickenden Köpfe bedeuten, dann wohl eher, dass Uneinigkeit herrscht."
Benedikt ruft: "Die klassenlose Gesellschaft besteht aus vielen Widersprüchen!"
Benedikt sagt: "Abschliessend möchte ich noch auf ein paar Motive hinweisen, die mit den hierbesprochenen eng verknüpft sind."
Solfrid sagt: "Der Schriftsteller ist ja kritisch, da er die "Spiegelgeschicthe" ja verfasst hat"
Benedikt meint: "Oben und unten (Zuschauer und Bühne); Der Gensatz von Schwarz und Weiss; Die Sitzodrnung der Macht ..."
Benedikt sagt: "der Gegensatz"
Benedikt [zu Solfrid]: "Ja, so meinte ich das eben auch."
Benedikt sagt: "So dann machen wir 15 Minuten Pause und treffen uns um 19.00 in der Kultur."
Benedikt ruft: "Vielen Dank - ich fand es anregend und produktiv!"
-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 11. März 2002 6:47 Uhr Dreistadt-Zeit --