-- Start der Aufzeichnung: Montag, 26. November 2001 5:32 Uhr Dreistadt-Zeit --
Torjan sagt: "Es kann losgehen"
Torjan fragt: "Hat jemand Fragen - z.B. in Verbindung mit dem, was am letzten Montag diskutiert wurde?"
Geir kommt.
Anne_E kommt.
Torjan sagt: "Alle scheinen alles ohne Proteste und ohne Fragen zu akzeptieren? Seltsam"
Torjan sagt: "Gut, dann mache ich langsam den Anfang."
Torjan sagt: "Ich hatte euch gebeten, über zwei Dinge nachzudenken"
Torjan sagt: "1 über den Wechsel der Erzählsituation"
Torjan sagt: "Und 2 über die Bedeutung der Träume und der Fanntasievorstellungen."
Torjan [zu Tore_T]: "Ist es möglich eine Erklärung für den Wechsel in der Erzählhaltung zu finden?"
Tore_T sagt: "Im ersten Teil wird in der ersten Person erzählt - im zweiten Teil in der dritten Person."
Torjan [zu Tore_T]: "Nur im zweiten Teil?"
Tore_T sagt: "Im zweiten Teil wird Josefa von auBen gesehen."
Tore_T sagt: "Ab Seite 93"
Torjan [zu Tore_T]: "Genau - findest du eine Erklärung dafür?"
Ingeborg_A sagt: "es ist jedenfalls nützlich für die Leserin,die Hauptfigur sowohl von auBen als innen "anzugucken"-um sie beBer zu verstehen"
Tore_T sagt: "Andere Blickpunkte kommen dazu. Josefa wird durch andere gesehen und beurteilt."
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Das kann man schon sagen - genügt das als Erklärung?"
Ingeborg_A sagt: "wahrscheinlich nicht"
Torjan sagt: "Die doppelte Perspektive ist richtig, aber ich frage mich, ob das die einzige Erklärung ist."
Torjan fragt: "Hat jemand gesehn, welche Romanfigur unmittelbar nach dem Wechsel auftritt?"
Solfrid sagt: "Christian"
Tore_T sagt: "Christian."
Anne_E sagt: "Die Private Josefa und die öffentliche Josefa, Die Private ist eine unsichere Frau"
Torjan sagt: "Das ist richtig - und noch eine Figur."
Anne_E sagt: "Der Franzose"
Oddny sagt: "Kristians Freund Karl"
Torjan [zu Anne_E]: "Das ist wohl etwas zu einfach - Sicherheit/Unsicherheit eigentlich in beiden Bereichen."
Torjan [zu Oddny]: "Der auch - aber ich dachte an eine Figur, die im Laufe des Romans immer wichtiger wird."
Else2 sagt: "Strutzer"
Anne_E fragt: "Vielleicht ist selbstzweifel ein besseresWort?"
Tore_T fragt: "Strutzer?"
Solfrid sagt: "Louise wird erwähnt"
Torjan [zu Else2]: "Genau - und was repräsentiert er?"
Else2 sagt: "Eine Drohung"
Torjan [zu Solfrid]: "Das ist richtig - aber hier ging es mir um eine Figur, die wir bis jetzt nicht kennengelernt hatten."
Ingeborg_A sagt: "er wird mit einem Kriechtier verglichen"
Torjan [zu Else2]: "OK - wie?"
Anne_E sagt: "alles was Josefa nicht mag"
Torjan [zu Anne_E]: "Aber das muss ja nicht unbedingt negativ sein."
Tellef sagt: "Er reprâsentiert den Genossen der keine Fragen stellt."
Torjan [zu Tellef]: "Das ist gut gesagt."
Tore_T sagt: "Wie das Kraftwerk ein Überbleibsel von der Kapitalistischen Zert ist, dann ist Strutzer ein Überbleibsel der feudalischen Zeit."
Tore_T sagt: "Er wird mit dem alten Kurfürsten verglichen."
Else2 sagt: "Er ist dafür verantwortlich, ob der Artikel gedruckt wird oder nicht"
Solfrid sagt: "Struzer hat die Macht"
Tore_T sagt: "Er ist nicht Sozialist."
Torjan [zu Tore_T]: "Prima - sehr gut - Strutzer als ein Überbleibsel einer Zeit, die in einer sozilistischen Gesellschaft offiziell als überwunden betrachtet wird."
Torjan [zu Tore_T]: "Die Frage ist, ob hier überhaupt viele Sozialsiten auftreten."
Torjan sagt: "Außerdem vertritt Strutzer auc"
Torjan sagt: "auch männliche Herrschaftstendenzen."
Torjan sagt: "Siegfried Strutzer scheint weitgehend für einen Staat repräsentativ zu sein, der mit dem Einzelmenschen nicht zu rechnen scheint."
Tore_T sagt: "Die meisten von Josefas Kollegen haben private Motive für ihre handlungen"
Torjan [zu Tore_T]: "Dem stiemm ich auch zu - Strutzer benutzt Josefas unüberlegte Handlungen, um seine Position in der Illustrieretn Woche zu verstärken."
Solfrid sagt: "Strutzer kommt mir als einen "Gestapo" vor"
Torjan sagt: "Der Roman deckt Herrschaftsstrukturen auf, die in das Leben des Einzelmenschen eingreifen."
Solfrid sagt: "Struzer = Nazizeit"
Torjan erzaehlt: ""In seiner Verhaltensweise verkörpert Strutzer männliche, patriarchalische und feudalistische Verhaltensweisen, die sich schlecht mit einem fortschrittlichen sozialistischen Staat in Übereinstimmung bringen lassen."
Ingeborg_A [zu Solfrid:Armer]: "Mann"
Torjan sagt: "Der Roman deckt Herrschaftsstrukturen auf, die in das Leben des Einzelmenschen eingreifen."
Frode_R fragt: "Aber: Der kommjunustische Staat rechnet wohl auch nicht viel mit den Einzelënschen?"
Frode_R sagt: "Einzelmenschen"
Torjan [zu Solfrid]: "Das ist richtig - in beiden Fällen haben wir es mit totalitären Systemen zu tun"
Torjan [zu Frode_R]: "Richtiig.Dabei wird Strutzer zum verlängerten Arm einer weitgehend unsichtbaren Staatsmacht, die sich von dem Alltag und dessen Problemen abkapselt und für den Durchschnittsbürger unerreichbar bleibt."
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Warum kann ausgerechnet Josefa eine leichtes Opfer eines solchen Machtmenschen werden?"
Solfrid sagt: "auch die Metoden die Struzter verwendet, ist ja aus der Nazi-Zeit bekannt"
Torjan [zu Solfrid]: "Das ist richtig"
Ingeborg_A fragt: "weil sie eine unsichere Persone sei?"
Geir ist soeben ausgestiegen.
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Vielleicht - außerdem: sie ist eine Frau - und wie handelt sie?"
Solfrid sagt: "sie ist Frau, geschieden mit einem Kind"
Tellef sagt: "Sie ist ehrlich."
Oddny sagt: "sie hat gewagt kritisch zu sein"
Ingeborg_A fragt: "mit Gefühlen?"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Richtig - sie handelt oft so´pontan, ohne sich zuerst überlegt zu haben."
Solfrid sagt: "ihr fehlt manchmal die Kraft, alles zu schaffen und zu überblicken"
Torjan sagt: "Guck euch z.B. die Beschreibung an, die S. 94 von ihr gegeben wird."
Torjan sagt: "Hier ist davon die Rede, dass sie immer in neue Katastrophen rennt."
Torjan sagt: "Zurück zur Erzählhaltung."
Torjan fragt: "Kann man einen Zusammenhang mit der Entwicklung der Thematik sehen?"
Torjan sagt: "Josefa schreibt einen Bericht, in dem die Wahrheit der Dinge gezeigt wird"
Torjan sagt: "Die Wahrheit wird unterdrückt, darf nicht veröffentlicht werden"
Torjan sagt: "auf ähnliche Weise ist es problematisch, sein Ich zu zeigen"
Torjan fragt: "Kommentare zu diesen Behauptungen?"
Frode_R ruft: "Nur: Ich wäre nie darauf gekommen!"
Solfrid sagt: "Die Wahrheit ist mit Angst verbunden"
Torjan [zu Frode_R]: "He, he - ich bin halt ungeheuer intelligent!"
Ingeborg_A sagt: "ich finde auch, dass es sehr gut ausgedruckt ist"
Torjan meint: "Selbstlob...."
Anne_E fragt: "Sein ich zu zeigen oder zu erkennen?"
Ingeborg_A sagt: "Studentenlob"
Torjan erzaehlt: "Monika Maron entwirft das Bild einer jungen Frau, die sowohl im beruflichen wie auch im privaten Leben eine Selbstbestimmung ihrer Existenz zu erzielen versucht."
Frode_R sagt: "...ist Wahrheit, und dürfte nicht unterdrückt werden"
Torjan erzaehlt: "Der Wechsel der Erzählhaltung kann damit im Zusammenhang gesehen werde, dass sich ab jetzt Kräfte bemerkbar machen, die ihre Identitätsbestrebungen zu unterdrücken versuchen."
Torjan sagt: "Später werden wir diskutiere, ob das gelingt oder nicht."
Torjan sagt: "Ich zeige euch einen kleinen Textausschnitt."
Torjan zeigt Dia 11.
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S. 111
"Man kann reglementieren, welche Geschichten gedruckt werden. das Schreiben selbst entzieht sich jedem Reglement. Verstehen Sie sich als Dokumentarist, als einer, Verzeihung, als eine, die Dokumente sammelt. Und lassen Sie sich dabei nicht nicht durch die Überlegung stören, wann Sie gelesen werden."
[...]
"Vielleicht", sagte Josefa, "aber ich kann nicht zwei Leben führen, ein legales und ein illegales. Ich will nicht den Anspruch aufgeben, mit den anderen leben zu können als die, die ich bin. Ich will nicht den Dialog mit ihnen abbrechen und in die Zukunft emigrieren. Jetzt bin ich das schwarze Schaf, aber ich gehöre zur Herde."
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Frode_R sagt: "Und das das Spiel zwischen diesen Kräften jetzt wichtiger wird als die inneren Gedanken von Josefa"
Torjan [zu Björg]: "Welche Lösung wird hier vorgeschlagen?"
Torjan [zu Frode_R]: "Gut ausgedrückt"
Bjørg meint: "Sie kann die Wahrheit sagen..."
Bjørg sagt: " und dann emigrieren"
Torjan [zu Björg]: "Was ist jedoch das große aber an dieser Lösung?"
Torjan [zu Björg]: "Was heißt hier emigrieren?"
Bjørg sagt: " weg von ihre Arbeits platz"
Torjan [zu Björg]: "Will sie das zu diesem Zeitpunkt?"
Bjørg sagt: "Nein, glaube ich nicht"
Torjan sagt: "Vorläufig nicht"
Torjan sagt: "Hier wird also vorgeschlagen - zwei Versionen der Wirklichkeit zu schreiben"
Torjan [zu Frode_R]: "Wozu könnte eine solche Lösung führen?"
Ingeborg_A sagt: "eine dauernde Spaltung"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Richtig - es ist eigentliche eine schizofrene Lösung, die höchst gefährlich ist"
Torjan sagt: "da sie zu einer dauernder Persönlichkeitsspaltung führen könnte."
Torjan sagt: "oder zu dem, was in der DDR "die Flucht ins Private" genannt wurde"
Torjan sagt: "Die Spaltung der Persönlichkeit in ein öffentliches und ein privates Wesen"
Torjan [zu Gro_L]: "Was sagt Josefa am Ende dieser Texstelle?"
Gro_L sagt: "Ich kann nicht zwei Leben führen, ein legales und ein illegales"
Frode_R sagt: "Entschuldigung, ich war gerade Kaffe holen"
Torjan [zu Frode_R]: "Den hätte ich auch nötig"
Torjan sagt: "Ja - und noch ein Stückchen weiter unten."
Oddny sagt: "dass sie gehört zur Herde, trotzdem sie die Regeln nicht immer folgen konnte"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Wie betrachtet sie sich am Ende dieser Textstelle."
Torjan [zu Oddny]: "Richtig"
Solfrid sagt: "Eigentlich ist ja dieses Abschnitt tief filosofisch - wie verhält man sich zum Leben"
Torjan sagt: "Das heißt also, dass sie sich zu ihrem Staat bekennt."
Else2 sagt: "sie sagt wohl auch, dass sie doch zur Gesellschaft ghören möchte"
Gro_L fragt: "Jetzt bin ich das schwarze Schaf, aber ich gehöre zur Herde?"
Tellef sagt: "Sie ist immer noch Genossin und Angestellte bei der Zeitung."
Ingeborg_A sagt: "wie eine nicht sehr beliebte Person, aber sie gehört immer wieder zu der Gemeinsamkeit"
Torjan [zu Solfrid]: "Genau - der Roman behandelt nicht nur DDR-spezifische Themen,"
Torjan sagt: "sonder auch allgemein-menschliche Themen."
Torjan [zu Else2]: "Aber wie reagiert das DDR-System auf die Handlungen solcher schwarzen Schafe?"
Tellef sagt: "Sie werden ins finstere ausgestossen."
Else2 sagt: "es gefiehlt ihnen natürlich nicht"
Solfrid sagt: "Sie werden zum Schweigen gebracht"
Torjan [zu Tellef]: "Kann man es so krass ausdrücken"
Torjan sagt: "Noch ein Textauszug"
Torjan zeigt Dia 12.
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S. 116
Strutzer seufzt, steht auf. Solange er auf diese Weise die gröbsten politischen Fehler verhindern könne, fände er doch einen Sinn in der Ungerechtigkeit, sagt er. Und wie nötig es sei, die Linie der Parte immer zu verteidigen, bewiese gerade die Reportage dieser Nadler, die, ließe er sie zu, dem Klassenfeind Wasser auf die Mühle wäre.
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Tellef sagt: "Ich meine sie können ihre Stelle verliern, aus der Partei ausgeschlossen werden,u.s.w."
Torjan fragt: "Zwei wesentliche Elemente werden hier erwähnt?"
Torjan [zu Tellef]: "Das ist richti - aber ist das die erste Reaktion auf Josefas Reportage?"
Tellef sagt: "Nein, sie möchten dass sie sich moderiert."
Torjan [zu Tellef]: "Richtig Selbstzensur und (Partei)disziplin als wesentliche Voraussetzungen"
Torjan sagt: "Ich möchte allerdings noch nicht die beiden Elemente verlassen, die in diesem Textauszug erwähnt werden"
Tore_T fragt: "Welche "Ungerectigkeit" gibt er zu, begangen zu haben?"
Torjan sagt: "A) Die Linie der Partei"
Tellef sagt: "Die Partei hat immer recht, muss immer verteidigt werden."
Torjan sagt: "B) die Rücksicht auf den Klassenfeind"
Torjan [zu Tore_T]: "Strutzer ist sich keiner persönlichen Ungerechtigeit bewusst"
Tore_T sagt: "ok"
Torjan sagt: "es geht heir darum, dass im sozialistischen System noch nicht alle Ungerechtigkeiten übewunden sind"
Torjan sagt: "aber man sollte nicht ungeschminkt und offen darüber sprechen und scheben."
Tore_T sagt: "ok"
Torjan sagt: "Die Folgen de Offenheit werden angedeutet, als J. zum zweiten Mal B. besucht"
Solfrid sagt: "man lässt Ungerechtigkeit zu um eine Sache zu gewinnen, an dem man Glaubt -"
Torjan zeigt Dia 13.
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S. 139
Hodriwitzka hatte also nicht vergessen. "Wollte er den Brief schreiben?" fragte Josefa.
"Sind Sie auch noch stolz drauf, was? Wie'n kleiner Idiot ist der rumgelaufen, der zum ersten Mal an seine Braut schreibt. 'Mensch', hab ich zu ihm gesagt, 'bist du bekloppt. Den Minister darfste dir dann in der Zeitung angucken, und haste die Typen von der Sicherheit aufm Hals.'
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Torjan [zu Anne_E]: "Was wird in diesem Textauszug besprochen?"
Anne_E sagt: "Die Konsekvenz von Kritiken"
Torjan [zu Anne_E]: "Und die Konsequenz wäre?"
Anne_E sagt: "Die Sicherheitdienst i.F Maron"
Torjan [zu Anne_E]: "Richtig - man läuft die Gefahr, überwacht zu werden, Schwierigkeiten zu bekommen."
Tellef sagt: "Die Staatsicherheit, hätte sich vielleicht eingemischt."
Torjan sagt: "Ein kleiner Hinweis auf den Staatssicherheitsdienst"
Ingeborg_A sagt: "Muss leider gehen. Danke für ein sehr interessantes Unterricht. Auf W."
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Torjan sagt: "Man läuft die Gefahr, Repressalien ausgesezt zu werden wenn man sich wehr, wenn man gegen Missstände kämpft."
Torjan [zu Ingeborg_A]: "OK Auf Wiedersehen."
Torjan [zu Gro_L]: "Wäre Josefas Bericht genug, um sie in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen?"
Gro_L sagt: "Jedenfalls würde wie wohle ihre Stelle verlieren können"
Gro_L sagt: "sie wohl"
Torjan [zu Gro_L]: "Nicht unbedingt - wahrscheinlich hätte sie Selbstkritik üben müssen, aber ernsthafte Folgen hätte er kaum bekommen."
Torjan sagt: "Das hängt auch damit zusammen, dass es in der redaktion Mneschen gibt, die Josefa unterstützen"
Torjan sagt: "Wir kommen zum 2. Teil des Romans, der, was die Zeitstruktur betrifft, ganz anders ist als der erste Teil"
Torjan fragt: "Hat jemand den Unterschied gesehen?"
Anne_E sagt: "Rückblicke"
Torjan [zu Anne_E]: "Richtig - hier wird konsequent rückblickend erzählt"
Torjan [zu Anna]: "Kanns du Josefas Situation kurz beschreiben?"
Torjan sagt: "Anne meinet ich natürlich - ich will dir nicht einen neuen Namen geben, dir deine Identität nehmen."
Anne_E sagt: "Danke - ist nicht so leicht möglich"
Torjan fragt: "Hat jemand gesehen, in welcher Situation Josefa sich befindet?"
Solfrid sagt: "sie verschwindet oft in "eine andere Welt, voller Träume"
Anne_E sagt: "Der Leser erfährt über ihr Erwachsene Leben"
Torjan [zu Anne_E]: "Aber das war auch im 1. Teil der Fall."
Torjan [zu Solfrid]: "Oh ja, das ist sehr interessant. Wie sehen diese Träume aus?"
Anne_E sagt: "Ihr Studium; Kindesvater usw"
Tore_T sagt: "Sie befindet sich zu Hause, das "Urteil" der Parteiversammlung erwartend."
Solfrid sagt: "viel Angst"
Torjan [zu Anne_E]: "Das meintest du - das ist richtig - ihr Perönlichkeitsprofil wird gewissermaßen erweitert."
Else2 sagt: "isch würde sagen, dass sie mehr apatisch/müde ist"
Torjan [zu Else2]: "Das ist auch richtig"
Torjan erzaehlt: "sie ledet unte Angst und zur Überwindung der Angst sucht sie immer häufiger die Flucht in den Tagtraum. Aber immer häufiger überfällt sie die Müdigkeit."
Else2 fragt: "wie sollen wir den Traum im "lila" Theater verstehen?"
Torjan sagt: "en konket befindet sie sich u Hause, wähend in der Illustierten Woche über Jpsefas Zukunft diskutiert wird."
Tellef erzaehlt: "Sie wartet auf die Entschedung vom zuständigen Genossen. Sie ist sich jedoch im Klaren wie dieser Entschluss aussehen wird. Sie weiss nicht wie ihr Leben weiter aussehen wird, hat viele Fantasien darüber."
Torjan [zu Else2]: "Das ist eine sehr gute Freage -"
Torjan sagt: "Um dies zu beantworten müssten wir vielelicht den Rest des Abends nur diesen Trauarüber disk"
Torjan sagt: "diesen Traum diskutieren"
Anne_E fragt: "Eine Frage; wann tut sie dieses, wenn sie das Leben zu schwirig findet?"
Torjan fragt: "Einer meiner Studenten hat einmal eine kurze Arbeit über diesen Traum geschreiebn - ich werde sie später hier in "Dreistadt" veröffentlichen OK?"
Else2 sagt: "danke"
Torjan [zu Anne_E]: "Gute Frage - hier eine Textstell, die uns vielleicht weiterhelfen kann."
Torjan zeigt Dia 14.
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S. 152
Der Lärm anfahrender Motoren drang durch das offene Fenster hinter ihre Stirn, sie fror, schloß das Fenster, ging wieder ins Bett, sagte sich, daß sie hier war, weil sie hier sein wollte. Es ging sie nichts mehr an. Es wunderte sie nachträglich, wie lange sie es haben mit ihr machen können, sie beschwichtigt und erzogen haben, wie lange sie Monat für Monat ihre Reportagen geliefert hat, von denen sie wußte, daß sie nicht gelogen war, aber auch nicht wahr. Und wer weiß, wie lange es noch gegangen wäre, hätte Luise sie nicht nach B. geschickt, wäre ihr nicht Hodriwitzka und der rothaarige Anarchist begenet und die anderen mit ihren grauen und weißen Gesichtern.
[]
Die Vorstellung, ein Montagmorgen im Jahr zweitausend könnte einem beliebigen Montag dieses Jahres gleichen, war unheimlich.
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Torjan fragt: "dies fasse ich als eine wichtige Textstelle auf - warum wohl?"
Torjan [zu Telelf]: "Hättest du eine mögliche Antwort?"
Tellef sagt: "Vielleicht sieht sie, dass diese Reise ihre Augen geöffnet hat."
Torjan sagt: "Noch einmal ein Name falsch geschrieben - Entschuldigung"
Tore_T sagt: "Sie schildert ihr bisheriges Leben - ein Leben, das sie nicht aushalten kann."
Ingrid_J kommt.
Torjan [zu Tellef]: "Richtig - und wozu hat das geführt hinsichtlich ihrer Zukunftsvorstellungen"
Bjørg sagt: "Sie entscheidet sich nun die wahrheit zu sagen, sie kann es nicht aushalten wie heute zu leben"
Torjan [zu Björg]: "kann sie Wahrheit sagen?"
Anne_E sagt: "Ich finde sie auch wichtig, weil sie hier die Schuld auf "sie" legen für ihr Leben, mit dem sie höchst unzufrieden ist"
Bjørg sagt: " sie kann , was sie die Wahrheit glaubt ist , sagen"
Tellef sagt: "Die Zukunft wird eine andere werden. Sie glaubt dass sie das Schreiben aufhören muss."
Solfrid sagt: "nein, sie kann nicht mehr die Wahrheit sagen - sie ist ja nur zu Hause im Bett"
Tore_T sagt: "Lieber gefährlich leben, als monoton."
Torjan erzaehlt: "Dass sie zu Hause bleibt, ohne in die Illustrierte Woche zu gehen zeigt auch, dass sie nach neuen, individueleln Lösungen sucht. Das Seelenleben der Hauptfigur entfaltet sich zwischen zwei Polen: konsequenter Identitätssuche und befürchtetem Identitätsverlust."
Torjan [zu Tore_T]: "Das ist eigentlich recht gut gesagt,"
Torjan [zu Solfrid]: "Indem sie zu Hause bleibt, bekennt sie sich zu sich selbst als Individuum, was durchaus als etwas Positives betrachtet werden kann."
Anne_E sagt: "Es ist auch eine Weglaufen und Eine Verweigwrung"
Torjan [zu Else2]: "he größte Dummheit war nicht der Bericht über B., sondern etwas ganz anderes - hast du gesehen was?"
Torjan [zu Anne_E]: "Selbstverständlich - hier könnte man von einer Verweigerung der Anpassung sprechen"
Torjan fragt: "Die wesentliche Frage ist diese: Verweigert sie die Rückkehr in die Illustrierte Woche aus Resignation oder aus bewusstem Widerstandswillen?"
Solfrid sagt: "Sie ist bewusst, nur ihr fehlt die Kraft - und hier kommen wir auf vielen "Frauenfragen" die wir bis jetzt nicht besprochenhaben"
Anne_E sagt: "Sie weiss sich nicht anders zu helfen, Krankheit ist immer Legitim"
Else2 fragt: "sie schrieb einen Brief am Minister..?"
Solfrid ruft: "für mich ist es Interessant, das das Kind in diesem Roman kein Name hat - wird nur das Kind genannt und das von einer Mutter!"
Torjan [zu Solfrid]: "Richtig - Du hast etwas berührt, was noch nicht genügend zur Sprache gekomen ist - die Frauenfrage - du darfst ruhig noch einen Kommentar geben."
Solfrid sagt: "Habe ich schon mit dem Kind"
Torjan [zu Solfrid]: "Das stimmt - hast due eine Erklärung dafür - das Kind scheint sowieso fast nur els etwas Nebensächliches zu existieern."
Anne_E fragt: "Was für einen Frauentypus wird hier geschildert?"
Torjan [zu Else2]: "An diesen Brief dachte ich - warum hat sie ihn geschrieben?"
Solfrid sagt: "in der Firma wird keine Rücksicht darauf genommen, dass das Kind da ist - morgens müde etc. J. soll pünktlich ankommen - das ist das wichtigste"
Torjan [zu Anne_E]: "Du darfst versuchen, deine eigene Frage zu beantworten?"
Solfrid fragt: "Frauen sollen alles schaffen - welche Ansprÿche haben Kinder auf Eltern?"
Torjan [zu Solfrid]: "Sehr gut gesagt - eine Gesellschaft, die auf das Weibliche, auf Mutter und Kind keine Rücksicht nimmt."
Anne_E fragt: "Nein, ich habe gefragt weil mrom ja damit eine Aussage macht- oder?"
Torjan [zu Solfrid]: "Dazu eine Textstelle."
Torjan zeigt Dia 15.
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S. 161
Die Weichen unter ihnen, mit wenig ausgeprägtem männlichen Bewußtsein, betrachten Frauen jetzt schon fast wie Männer. Sie sehn auf ihre Leistung, dann erst auf die Beine. Das könnt ihr nicht gewollt habn, Frauen, daß zu dem einen Zwang der andere kommt. Wenn ihr so weiterschreit nach Gleichberechtigung, dann nehmen sie uns eines Tages noch in die Regierung, dann wären wir gefangen und müßten mitspielen nach der Männer Regeln. Ich frag euch, Frauen, wollt ihr das?
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Torjan [zu Solfried]: "Hast du Lust diese Textstelle zu kommentieren?"
Else2 sagt: "Hodriwitzka, im Werk, sollte ihn eigentlich schreiben, aber er hat in einem Busunfall sein Leben verloren"
Torjan [zu Else2]: "Das ist richtig - Josefa übernimmt sozusagen stellvertretend seinen Plan."
Solfrid sagt: "Ja, das wollten wir doch nicht! Die dobbelte, dreifache Arbeit"
Torjan [zu Else2]: "Aber was hat ihren Entschluss, den Brief zu schreiben letztendlich ausgelöst?"
Bjørg sagt: " Die Frauen sollten lieber eine Frauenwelt bauen , statt"
Tore_T sagt: "Angst und Reue"
Solfrid sagt: "s.95 - sagt Christian: Weisst du eigentlich das alle Hexen in ihrer Jugend gut und schön waren? - auch interessant"
Torjan [zu Solfrid]: "Richtig - hier sieht man also ein Problem der Frauenggleichberechtigung, die keine ist, weil zu den alten Aufgaben nur neue hinzukommen, ohne dass eine gerechter Verteilung der Rollen und Aufgaben vßorhanden ist."
Torjan [zu Solfrid]: "Möchtest du das kommentieren?"
Solfrid fragt: "mit den Hexen? ja, wenn Frauen Kraft zeigen dann werden wir Hexen?"
Bjørg sagt: " ... statt nach Gleichberechtigung in einer Männerwlt suchen"
Torjan [zu Solfrid]: "Prima - sehr gut!"
Torjan [zu Solfrid]: "Als Kommentar dazu noch eine Textstelle"
Torjan zeigt Dia 18.
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S. 190
Christian litt unter Josefas Depressionen, für die er keine ausreichende Erklärung fand. Wenn er auch ihre Erregung verstand angesichts der Unannehmlichkeiten, die ihn unausweichlich erwarteten. begfremdeten ihn doch die Angst, fast Panik, mit der sie den Ereignissen begegnete. Ihr Brief an den Höchsten Rat war einfach lächerlich. Josefas Naivität, infantiler Unberechenbarkeit oft bedrohlich nahe, hatte ihn schon früher amüsiert oder geärgert, je nach dem Grad der Ignoranz, den er darin wahrnahm. Gut, es bedurfte keiner ausgeprägten Sensibilität, um von einer Stadt wie B. bis ins Mark erschüttert zu werden. Josefa war sensibel. Und als sie heulend und Gulaschsuppe löffelnd Schauergeschichten erzählt hatte, als hätte sie gerade eben die Hölle besichtigt, hatte er sie verstanden. Aber dieser Brief war kindisch.
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Solfrid sagt: "und das ist ja auch J.ihr Problem. Sie will Christian und verliert ihn wenn sie Kraft zeigt"
Torjan [zu Solfrid]: "Genau - und das ist auch das, was in dieser Textstelle demonstriert wird - die fehlende Kommunikation"
Torjan fragt: "jetz brauchen wir eine Pause - wir machen viertel nach sieben weiter OK?"
Else2 sagt: "danke"
Torjan fragt: "Alle einverstanden?"
Solfrid fragt völlig verwundert: "haben Männer ANgst vor Frauen mit Kraft???"
Oddny sagt: "gut"
Tore T ist soeben ausgestiegen.
Torjan sagt: "wer"
Torjan fragt: "Fangen wir wieder an? Haben alle einen Schluck Kaffe bekommen?"
Gro_L sagt: "Hallo, Torjan, wir sind wieder da"
Bjørg sagt: "ich bin hier"
Torjan sagt: "Prima"
Torjan sagt: "Ist Solfrid da? Ich möchte deine Frage kommentieren."
Solfrid sagt: "ja"
Frode_R sagt: "Ich bin da, ohne Angst"
Torjan [zu Solfrid]: "Ich möchte deine Frage kommentieren, ob Männer Angst vor Frauen mit Kraft haben. Es geht wohl nicht um "Kraft", sondern um zwei grundsätzlich verschiedene Kommunikationsstrukturen. Josefa handelt spontan, intuitiv, gefühlsgebunden und verstößt dadurch gegen männliche, patriarchalische Normen: Distanzieren, Verallgemeinern, Abstrahieren, Objektivieren."
Solfrid sagt: "gut - das hat mir bis jetzt noch kein Mann erklären können"
Torjan sagt: "Und sind in erster Linie diese männölichen Normen, die benutzt werden, um schwarze Schafe wie Josefa zu disziplinieren."
Anne_E fragt: "Ist das wircklich so?"
Torjan [zu Solfrid]: "Das freut mich - aber ganz so einfach ist das Problem vielleicht nun auch nicht."
Torjan erzaehlt: "Wenn es euch interessiert, schicke ich euch bei Gelegenheit Erich Honeckers Rede auf dem Empfang zum Internationalen Frauentag 1985. Überschrift: "Herz und Verstand der Frauen für unser sozialistiches Land und einen sicheren Frieden"
Solfrid sagt: "ja bitte"
Tore_T kommt.
Anne_E fragt: "Das hiesse, dass Frauen die sich nicht wie J. verhaltne männlich kommunizieren?"
Torjan sagt: "Noch einmal zurück zu Josefas Vrief"
Torjan sagt: "Brief"
Torjan [zu Anne_E]: "Nicht unbedingt - Luise ist ein gutes Beispiel für eine Frau, die einen Versuch macht, Gefühls- und Verniunftsargumente zu kombinieren"
Anne_E fragt: "Macht ein Versuch?"
Oddny [zu Torjan]: "meinst du damit auch dass Frauen oft mehr "einfacher" sprechen - ohne "tiefe" Formulierungen ?"
Torjan [zu Anne_E]: "Oder: Sie kombiniert die beiden Kommunikationsstrategien, ohne dass es ihr immer gelingt, damit alle Kommunikationschwierigkeiten zu überwinden."
Torjan fragt: "Ich versuche es zum dritten mal mit Josefas Brief - was löst ihren Entschluss aus, diesen Brief zu schreiben?"
Anne_E sagt: "Gibt es nur eine Vernunft, die männlich usw"
Tellef sagt: "Der Arbeiter Hodriwitsas Tod."
Torjan [zu Tellef]: "Sein Tod bildet den Anfang, löst aber den Entschluss nicht aus."
Torjan sagt: "Dazu eine Textstelle"
Torjan zeigt Dia 17.
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S. 176
Aus allen Nebenstraßen schoß der gestaute Verkehr mit lautem Getöse in die Haupstraße, floß stockend und drängend wie dickes Blut in die toten Adern, durchzuckte sie hektisch, allmählich ruhiger und rhythmisch, und der Lärm zog über die Dächer. Die Stille war es, dachte Josefa, die Totenstille. Sie schoben die Stille vor sich her; wohin sie auch kamen, die Stille war vor ihnen da. Sie müssen taub sein davon, dachte Josefa. Sie werden nichts wissen über B., sie können es garn nicht wissen.
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Torjan [zu Björg]: "Was erlebt Josefa in dieser Szene?"
Torjan sagt: "Es ist eine wichtige Szene, finde ich"
Torjan fragt: "Was hat sie hier erlebt?"
Bjørg sagt: "ich weiss nicht"
Torjan fragt: "OK Na, da seid ihr alle summ geworden?"
Torjan sagt: "Stumm"
Oddny sagt: "sie leugnete was sie früher über B lernte"
Tellef sagt: "Ich bin mir hier nicht sicher."
Torjan [zu Oddny]: "Wohl kaum"
Oddny sagt: "ok, dann weiss ich auch nicht"
Tore_T sagt: "Ich finde, dass das Briefschreiben eine fast panikhafte Tat ist."
Torjan erzaehlt: "Wenn ihr genau lest, entdeckt ihr, dass es sich um das einzige Mal handelt, in dem J. direkt mit dem politischen Machtapparat des Staates konfrontiert wird."
Tellef sagt: "Hat es etwas mit dem Treffen mit dem Anarchisten"
Tellef fragt: "zu tun?"
Torjan [zu Tore_T]: "Vielleicht etwas stark - aber du bist halt ein Mann, und Männer tendieren dazu, das Spontane als etwas beinahe Negatives zu betrachten."
Torjan [zu Tore_T]: "Das ziehe ich vielleicht zurück."
Torjan sagt: "S. 176 J. sieht hier schwarze Limousinen"
Tore_T fragt: "Männer können auch Panik haben, oder?"
Torjan sagt: "In den Ländern des Ostblocks waren diese den höchsten politschen Kadern vorbehalten"
Torjan [zu Tore_T]: "Selbstverständlich - aber männer definieren Panik nicht als etwas Unübelegtes und Kopfloses, sondern als Tatendrang und Draufgängertum"
Solfrid sagt: "Als die Macht da war - die Limosine - war Stille - alle schweigen"
Anne_E sagt: "Stille gleich Tot"
Torjan [zu Solfrid]: "Genau - das wollte ich hören."
Torjan sagt: "Es wird so still, dass ein Vogel von einem Baum fällt"
Torjan sagt: "Die Bewegung, das Leben verschwindet"
Tore_T sagt: "Daran sollte ich mich erinnern."
Torjan sagt: "Die politische Füuhrungsschicht schottet sich vom Volk ab"
Solfrid sagt: "aus Angst Schweigen sie - die Stille entsteht daraus"
Tellef erzaehlt: "Hat J. immer noch ein Vertrauen an das System? Die führenden Kräfte wissen nicht was vor geht. Hätten sie es gewusst hätten sie sich darüuber gekümmert?"
Torjan erzaehlt: "Josefa glaubt - ganz naiv - dass die Politiker die Wirklichkeit nicht kennen - und schreibt einen Brief, um sie mit der Wirklichkeit von B. bekannt zu machen."
Torjan [zu Tellef]: "Ich denke, dass J. ein naives Vetrauen in das System hat"
Torjan sagt: "ihr Vertrauen ist allerdings nicht total - denn unmittelbar nachdem sie den Brief eingeworfen hat, bereut sie es, ihn geschrieben zu haben."
Solfrid sagt: "Weil J. eine Frau ist und das Machtsystem noch nicht kennt hat sieIllusionen - sie ist nicht naiv"
Torjan erzaehlt: "In mancher Hinsicht muss man den Grund für Josefas Scheitern auch in ihrer eigenen Persönlichkeit suchen, in ihrem unbedingten, kompromisslosen, z.T. auch spontanen Auseinandersetzungen mit der Umwelt"
Torjan sagt: ""naiv" hatte ich hier nicht nur als etwas Negatives betrachtet"
Solfrid sagt: "ok"
Torjan sagt: "zur Naivität ghört auch die Fäöhigkeit, spontan zu handeln"
Anne_E fragt: "Ist es möglich Journalistin zu sein und so naiv zu sein?"
Anne_E fragt: "Die Frage bleibt, was für Typus mensch wird hier gezeichnet?"
Torjan erzaehlt: "Ich möchte noch einmal auf die Kommunikationsstrukturen zurückkommen - in der Szene mit dem zuständigen Genossen werden die sprachlichen Disziplinierungsmaßnahmen gut gezeigt."
Solfrid sagt: "es ist dann mehr ein kommunikationsproblem zwischen der Männerwelt und der Frauenwelt"
Gro_L sagt: "Merkwürdig, dass die Politiker immer Männer waren. In der DDR waren ja fast alle Frauen arbeitstätig und allmählich gut ausgebildet"
Anne_E sagt: "Ich ¨ätte als Frau die grössten Schwieigkeiten mit J."
Torjan [zu Gro_L]: "Genau - da kann man sich also fragen, wie weit es mit der Gleichberechtigung gekommen war."
Anne_E sagt: "Wenn die Frauen in der DDR so waren wie J (was ich nicht glaube) verstehe ich dass Männer die Macht hatten"
Torjan [zu Anne_E]: "Das ist sicher richtig - denn es lässt sich nicht leugnen, dass wir es mit einer Frau zu tun haben, die gewisse neurotische Charakterzüge aufweist."
Torjan [zu Anne_E]: "Da bist, finde ich, etwas ungerecht."
Anne_E sagt: "Ich finde Mron ist ungercht"
Solfrid fragt: "und die Frage ist, wie sind diese neurotischen Züge entstanden?"
Torjan sagt: "Man die Argumentation auch umfßdrehen und sagen, dass sie so geworden ist, weil die Männer die Macht hatten"
Torjan [zu Solfrid]: "Das hatte, wie du siehst, auch ich angedeutet."
Solfrid ruft: "danke TOrjan - du bist ein kluger Mann!"
Anne_E sagt: "Man ist f¨ das eigne Handeln verantwotlich"
Torjan sagt: "Dazu ein Auszug aus dem Gespräch mit dem zuständigen Genossen"
Torjan zeigt Dia 16.
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S. 169
Sie sind zu absolut, sagte der Genosse: Zu jeder Zeit gäbe es im Klassenkampf ein taktisches und ein strategisches Ziel. Nun schlösse das strategische Ziel ganz gewiß die Beseitigung einer Stadt wie B. ein.
[]
Es gäbe auch andere taktische Überlegungen, sagte er, mit einer Monotonie in der Stimme, die Josefa bedrängte. Überlegungen, die, wenn auch nicht auf den Klassenfein bezogen, doch von beachtlicher Tragweite seien, und es sei bedauerlich, daß gerade die wertvollsten Genossen so wenig Verständnis aufbrächten für gewisse Unmöglichkeiten, die er sofort ändern würde, wenn er könnte.
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Torjan [zu Solfrid]: "Ich werde ganz rot, weil du mich mich so eúneingeschränkt lobst."
Torjan sagt: "Diese Gespräch ist Teil der Parteidisziplin"
Torjan [zu Anne_E]: "Ich bin mit deienr letzten Bemerkung nicht ganz einverstanden"
Torjan sagt: "der Mensch ist zwar ein Individuum, gehört aber auch einem Ganzern an, von dem er sich nicht so leicht befreien kann."
Torjan sagt: "und das auf seine Entscheidungen und Handlungen großen Einfluss ausübt."
Anne_E sagt: "Die könnte Vielschtiger sein"
Torjan [zu Oddny]: "Was wird das Resultat dieses Gesprächs"
Oddny sagt: "habe ich noch nicht gelesen - leider"
Torjan [zu Oddny]: "OK Sonst jemand?"
Torjan sagt: "Guckt euch S. 172/173 an"
Tore_T sagt: "Ihre Sache wird in der Parteiversammlung behandelt."
Tellef sagt: "J. will ihre behauptungen nicht modifizieren."
Solfrid sagt: "Der Genosse sagt, wir brauchen Leute wie Dich und bittet um Verständnis"
Torjan [zu Tellef]: "Das stimmt - sie bleibt sich selbst treu, kann man sagen, bversucht ihre persönliche Integrität zu bewahren."
Torjan [zu Solfrid]: "Richtig - stimmt das, was er sagt, mit der Wirklichkeit der Dinge überein?"
Torjan [zu Solfrid]: "Wie fühlt sich Josefa am Ende dieses Gesprächs?"
Bjørg sagt: "sie ist sehr müde"
Anne_E sagt: "Wie ein Kind"
Tore_T sagt: "Das sie zu viel geredet hat."
Torjan [zu Björg]: "Sehr gut - diese Müdigkeit hatten wir auch früher gesehen"
Tore_T sagt: "dass"
Solfrid sagt: "Fertig - der Genosse versucht sieja zu manipulieren - was er sehr gut kann"
Torjan [zu Solfrid]: "Prima - sie wird manipuliert"
Torjan sagt: "Die Sprache wird hier als Machtinstrument benutzt"
Solfrid fragt: "ja, z.B. darf ich Du sagen?"
Torjan sagt: "Wir haben es mit einem erprobten männlichen Herrschaftsinstrument zu tun - Manipulation durch die Sprache"
Torjan [zu Solfrid]: "Das verstehe ich nicht richtig."
Solfrid sagt: "als Politiker kenne ich das.."
Solfrid sagt: "der Genosse fragt ob er Du sagen kann"
Solfrid sagt: "also wir sind doch Freund"
Torjan [zu Solfrid]: "Gut - er lässt eine positive Stimmung aufkommen"
Torjan sagt: "schwächt Josefas Kampfkraft"
Torjan sagt: "und reduziert sie zuletzt zu einem Kind"
Solfrid sagt: "Wenn das eine Autorität sagt - ja, dann geschieht das was jetzt erwähnst"
Torjan sagt: "Allerdings ist er nicht so schlimm wie der böse Kel des Romans, Strutzer"
Torjan zeigt Dia 19.
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S. 200
Er selbst hätte lange und intensiv mit der Genossin Nadler diskutiert. Sogar der zuständige Genosse hätte sich bemüht. Aber die Genossin hätte sich als unbelehrbar gezeigt. Obendrein sei ihre Arroganz auch dem zuständigen Genossen unangenehm aufgefallen.
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Ingrid_J sagt: "Der Genosse sagt, das Josefa ihn an seine Tochter erinnert-"
Torjan [zu Ingrid_J]: "Entschuldige, dass ich nicht gesehen habe, dass du hier bist"
Ingrid_J sagt: "...dass würde ich als eine Provokation betrachten."
Ingrid_J sagt: "Alles in Ordnung"
Torjan sagt: "Dass er auf die Tochter hinweist, ist sicher auch Teil seiner Taktik, indem eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen wird."
Tore_T fragt: "Könnte hier "Flugasche" als Symbol eines unmerkbaren Unterdrückung des Aufruhrers gesehen werden?"
Torjan [zu Ingrid_J]: "Dein Hinweis auf das provokative Element ist sehr gut."
Torjan [zu Tore_T]: "Hanz sicher - Flugasche auf der einen Seite als die konkrete Verschmutzung.."
Gro_L fragt: "Kann man Flugasche als "svevestøv" übersetzen?"
Torjan meint: "auf der anderen Seite auch als das nicht ohne weiteres sichtbare Etwas, was die Freiheit des Mneschen einschränkt..."
Torjan sagt: "und eine menschenwürdige Existenz nahezu unmöglich macht"
Tore_T sagt: "Alex. Kiellend benutzt das Wort "støv" als eine Metode, Andersdenkende zu neutralisieren."
Torjan [zu Gro_L]: "Ja - aber man kann auch "flygeaske" sagen"
Gro_L sagt: "OK, danke schön"
Gro_L sagt: "OK, danke schön"
Torjan [zu Tore_T]: "Dieser Gedanke war in diesem Augenblick auch bei mir aufgetaucht, schön, dass du darauf hingewiesen hast."
Torjan sagt: "Wir müssen leider aufhören"
Torjan sagt: "ich weise schnell darauf hin, wie wir mit dem Roam weiterarbeiten können"
Torjan sagt: "ihr findet im Flugasche-Archiv Aufgaben und Fragen zum Roman.."
Torjan sagt: "und es werden auch mehr hinzukommen."
Solfrid sagt: "danke für eine interessante Vorstellung"
Tellef sagt: "Auf wieder sehen. Danke für einen guten Unterricht."
Torjan erzaehlt: "einen Kommentar möchte ich zuletzt geben:Das dialektische Element ist ein wichtiges Kennzeichen für den Schluss des Romans. Scheinbar hat man es auf der persönlichen Ebene mit einer Niederlage zu tun. Es ist durchaus möglich, den Schluss als etwas Positives zu sehen, da Josefa jetzt eine Möglichkeit gegeben wird, ihr Leben selbst zu gestalten."
Tore_T sagt: "Auf Wiedersehen - und danke."
Torjan sagt: "Ich werde später auch weitere Kommentare "veröffentlichen"
Torjan sagt: "am besten wäre es, wenn wir noch eine Stunde hätten."
Torjan sagt: "aber wenn das Gespräch inzteressant wird, gehts langsamer, als man es sich vorgestellt hat"
Torjan sagt: "ich bin mit der Mitarbeit und dem Engagement sehr zufrieden und bedanke mich für einen sehr anregeneden Unterericht."
Else2 sagt: "Vielen Dank - und auf Wiedersehen"
Frode_R ruft: "Tschüss, habe viel gelernt!"
Oddny fragt: "machen wir am nächsten Montag weiter, oder ?"
Bjørg sagt: " Auf Wiedersehen"
Torjan sagt: "Auf Wiedersehen - aber vergesst bitte nich: für Fragen bin ich immer da."
Tellef fragt: "Am nächsten Montag werden wir mit dem Buch weiter arbeiten?"
Solfrid [zu Torjan]: "wie alt bist du?"
Torjan [zu Tellef]: "Leider nicht - wir hatten nur diese beiden Montage zur Verfügung"
Else2 fragt: "am nächsten Montag - keine Lyrik?"
Torjan [zu Solfrid]: "Ich bin uralt - 57"
Torjan sagt: "Doch, am nächsten Montag steht, wenn ich mich nicht irre, Lyrik auf dem Programm."
Solfrid meint: "ach deshalb so klug...."
Tellef ist soeben ausgestiegen.
Torjan [zu Solfrid]: "Das muss ich meiner Frau erzählen - sie wird sich kaputtlachen"
Oddny sagt: "57 - ist nicht uralt, nur wenn du es selbst so fühle"
Torjan [zu Oddny]: "Danke - ich betrachte mich nicht als einen alten Knacker"
Else2 ist soeben ausgestiegen.
Oddny ruft: "gut, und auf Wiedersehen !"
Oddny ist soeben ausgestiegen.
Solfrid sagt: "und ich habe eben meinenMann erzählt - du muss lesen was ein kluger Mann schreibt"
Torjan ruft: "Also, noch einmal auf Wiedersehen!"
Solfrid sagt: "auf widersehen"
-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 26. November 2001 8:09 Uhr Dreistadt-Zeit --