-- Start der Aufzeichnung: Montag, 18. März 2002 5:33 Uhr Dreistadt-Zeit --
Torjan sagt: "So, ser Rekorder läuft"
Torjan sagt: "Hat jemn"
Torjan fragt: "Hat jemand Fragen zum Text?"
Solfrid sagt: "Der Text über Klaus Schlesinger war nicht so einfach"
Torjan [zu Solfrid]: "Warum nicht?"
Torjan [zu Solfrid]: "Ich kann deine Reaktion durchaus vesrtehen, möchte jedoch eine Begründung hören."
Solfrid sagt: "wenn gemeint ist, wir sollen mehr verstehen was Claus Schl. meint, hilft der Artikel nicht so viel"
Torjan [zu Solfrid]: "Das ist richtig - deshalb führen wir auch dieses Unterrichtsgespräch"
Solfrid sagt: "OK"
Torjan sagt: "Der Artikel über Schlesinger ist im Grunde genommen als eine kurze Einführung in sein Werk zu versztehen."
Torjan [zu Oddny]: "In Ordnung."
Torjan sagt: "Ich zeige euch als Einstieg den Anfang des Textes."
Torjan zeigt Dia 1.
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S. 7
Kottes Tage sind ausgefüllt. Fünfmal in der Woche fährt er jeden Morgen um sechs Uhr sechzehn mit der S-Bahn vom Alexanderplatz nach Schöneweide ins Tranformatorenwerk und verschwindet hinter einer Tür mit der Aufschrift Technische Konstruktion, setzt sich vor sein Reißbrett, das er erst, von den Pausen abgesehen, gegen drei Viertel vier wieder verläßt, steigt sechzehn Uhr zwölf am Bahnhof Schöneweide in den Zug und ist dreiundvierzig Minuten später am Kindergarten, Alte Schönhauser, wiederum zehn Minuten später im Konsum an der Ecke und gegen halb sechs vor seiner Wohnungstür, in der rechten Hand ein volles Einkaufsnetz, an der linken seine Tochter.
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Torjan [zu Anne_E]: "Was wird hier beschrieben?"
Anne_E sagt: "Sein Leben mit komma aber ohne Punkt"
Renate sagt: "Ein Tagesablauf - 5 mal pro Woche."
Torjan [zu Anne_E]: "Und wie würdest du diese Leben charakterisieren?"
Tore_T sagt: "Er führt ein sehr geregeltes und monotones Leben."
Solfrid sagt: "langweilig - ohne leidenschaft"
Torjan [zu Tore_T]: "Das ist richtig"
Anne_E sagt: "Der Schriftsteller zeichnet hier ein Eintöniges Leben"
Torjan sagt: "Auch Solfrid stimme ich zu"
Ingeborg_A sagt: "Keine Spontanität"
Torjan sagt: "Viele gute Komentare"
Tore_T sagt: "Ja, sein Leben ist geregelt und eingeengt, mit wenige "Ventile"
Torjan sagt: "Aber trotzdem heißt es, dass seine Tage "ausgefüllt" sind, was eher positiv ist."
Solfrid sagt: "aber sein Leben hat ein Inhalt und eine Sicherheit"
Torjan [zu Solfrid]: "Worum handelt es sich?"
Anne_E sagt: "Auf Der Minute ist alles geregelt"
Renate sagt: "So leben viele Leute - auch hier."
Torjan sagt: "Richtig"
Solfrid sagt: "Das Alltägliche leben"
Oddny sagt: "er ist eigentlich zufrieden,"
Solfrid sagt: "Arbeit, Frau und Kind"
Torjan [zu Renate]: "Stimmt - wenn man diese Beschreibung liest, könnte es sich um etwas handeln, was wir auch bei uns finden"
Bjørg sagt: "Er hat ARBEIT, fAMILIE UND iNTERESSEN"
Solfrid sagt: "Ein zuverlässiger Familienvater"
Renate sagt: "Er hat auch ein Hobby: er tischlert."
Torjan [zu Björg]: "Genau - wir haben es auf der einen Seite mit einer eigentlich banalen Ehegeschichte zu tun"
Anne_E fragt: "Aber die Art wie es bescrieben ist, ist doch die Sache?"
Torjan [zu Anne_E]: "Erklärun, bitte"
Anne_E sagt: "In einem Atemzug, wie auferzählt"
Torjan sagt: "Richtig - das entspricht gewissermaßen dem Tagesablauf"
Torjan [zu Else2]: "Wo - genau - befinden wir uns hier?"
Bjørg sagt: "- In Berlin"
Anne_E sagt: "So könnte jedes Leben sich langweilig anhören"
Torjan sagt: "Berlin ist richtig, aber doch etwas ungenau"
Anne_E sagt: "Ost Berlin"
Bjørg sagt: "Die DDR"
Torjan sagt: "OK"
Torjan sagt: "Drei Orte werden hier genannt"
Torjan sagt: "Von diesen drei spielt einer eine wichtige Rolle im Text"
Anne_E sagt: "Alex -"
Torjan sagt: "Genau"
Gro L ist soeben ausgestiegen.
Bjørg sagt: "Alexanderplatz, Schöneweide.."
Torjan [zu Anne_E]: "Was ist das Besonder an diesem Platz?"
Anne_E sagt: "Die ist Hässlich, ein neugestalting der DDR"
Torjan [zu Björg]: "Richtiog - Schöneweide liegt im südostlichen Teil von Berlin"
Gro L ist eingestiegen.
Gro_L geht ins Mellomfags-Atelier.
Gro_L kommt.
Torjan [zu Anne_E]: "Das war früher die allgemeine Meinung - jetzt hat dieser scheinbar hässliche Platz seine Position als den zentralen Platz in Berlin weitgehen zur+uckerobert."
Anne_E meint: "nicht ganz so..."
Torjan [zu Geir]: "Der Alexanderplatz wird im Text immer wieder mit einem Adjektiv verbunden Hast du gesehen welches?"
Geir sagt: "Leider nicht."
Tore_T sagt: "(Alex.platz - ist das dort, wo der Fernsehturm steht?)"
Torjan [zu Tore_T]: "Genau"
Tore_T sagt: "ok"
Torjan zeigt Dia 4.
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S. 10
Kotte schätzte den Dienstag als eine willkommene Abwechslung in seinem alltäglichen Arbeitsrhythmus, trotz der oft stundenlangen Wartezeiten auf den mausgrau getünchten Korridor des Wohnungsamtes.
Bevor er das Amt betrat, setzte er sich in eines der kleinen Espressos, die rings um den neuen Alexanderplatz entstanden waren, bestellte sich einen Mokka und sah durch die Gardinen auf die neuen Straßen und die neuen Häuser. Diese halbe Stunde, in der er sozusagen bezahlterweise in einem Café saß, während der produktive Teil der Bevölkerung seiner täglichen Arbeit nachzugehen hatte, genoß Kotte mit dem Gefühl eines Menschen bei einem Dreiergewinn im Lotto die zusätzlich ausgeloste Banderolennummer voweisen konnte.
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Geir sagt: "Der Platz ist ein wichtiger Treffpunkt."
Geir sagt: "Das Adjektiv ist 'neu'."
Torjan [zu Geir]: "das ist richtig - und es nicht ohne Bedeutung, dass er immer wieder mit dem Adjektiv "neu" vebunden wird."
Torjan [zu Geir]: "Was wird durch dieses Adj. angedeutet?"
Geir sagt: "Mit dem Bau dieses Platzes und des Turms wollte man die Macht der DDR zeigen."
Geir sagt: "Und die technische Fähigkeit der DDR, den Turm zu errichten."
Torjan [zu Geir]: "Genau - vor allem der Fernsehturm sollte beweisen, dass die Versorgungslage in der DDR OK war"
Geir sagt: "Der Turm war das höchste Gebäude in Berlin. (DDR-BRD 1-0)"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Wo setzt sich Kotte, wenn er den Alex besucht?"
Ingeborg_A sagt: "In einem Kafe sitzt er "
Torjan [zu Geir]: "Er war sogar das höchste Bauwerk in ganz Europa"
Geir sagt: "DDR-Europa 1-0"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Er benutzt ein anderes Wort als Cafe"
Ingeborg_A sagt: "Espresso"
Torjan erzaehlt: "Der Fernsehturm, de zwischen 1965 und und 1969 gebaut wurde, war einst das höchste Bauwerk Europas. Der Turm wird liebevoll "Telespargel" oder "Zahnstocher" genannt."
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Genau - und was wird dadurch signalisiert?"
Renate sagt: "Espresso - also ganz modern und ausländisch"
Ingeborg_A sagt: "Auslandisch"
Torjan [zu Renate]: "- richtig - nicht langweiligund dröge wie DDR-Cafes - ein Flair der großen Welt"
Anne_E sagt: "Weltgewohnheit und aufgeschlossenheit"
Geir sagt: "Fortschritt - auch beim Kaffeetrinken"
Torjan fragt: "Diese kleine Textstelle ist nicht unwichtig - dennhier wird die spätere Handlung vorbereitet. Hat jemand gesehen, wie?"
Torjan [zu Geir]: "Ganz richtig - hier wird der Sprung nach vorne gezeigt"
Else2 sagt: "er braucht dieses Gefühl ehe er zum Wohnungsamt geht"
Gro_L ruft: "Dreiergewinn finde ich gut!"
Anne_E sagt: "Ein Wunsch nicht so zu Leben wie er tut"
Torjan [zu Gro_L]: "Das ist richtig - dieser Espressobesuch ist ein Gewinn - eine kleine Flucht vom Alltag"
Oddny sagt: "in Kap 7 : Kotte klätterte in die Fontäne"
Geir sagt: "Durch den Satz 'schätzte den Dienstag als eine willkommene Abwechslung', verstehen wir das etwas besonderes passiert."
Torjan [zu Oddny]: "Das ist, können wir sagen, die letzte Sufe seiner großen Flucht"
Torjan [zu Geir]: "Was ist das Besondere am Dienstag?"
Torjan fragt: "Weiß jemand, wie der Brunnen heißt?"
Geir sagt: "Nicht am Dienstag, sondern am Besuch beim Wohnungsamt."
Anne_E sagt: "Besuch beim Wohnungsamt"
Geir sagt: "Dann kann er über eine andere Zunkunft träumen."
Geir sagt: "Und ist auch der Zukunft näher als sonst."
Torjan sagt: "Genau - deshalb ist dieser kleien Abstecher ins Espresso etwas, was offiziell geduldet wir - ein Gang zum Wohnungsamt"
Torjan sagt: "ZUrüuk zum Brunnen - es ist "Der Brunnen der Völkerfreundschaft"
Torjan sagt: "Auch heute Treffpunkt der Nicht-Angepassten und Ausgeflippten"
Solfrid fragt: "Und dieser Brunnen liegt am Alex.Platz?"
Torjan sagt: "Ein Dia über die Wohnungsistuation in der DDR"
Torjan zeigt Dia 14.
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1977 war nur die Hälfte aller Wohnungen in der DDR mit einer Toilette sowie mit einem Bad oder einer Dusche ausgestattet. Dies entsprach den Verhältnissen in der Bundesrepublik während der fünfziger und sechziger Jahre. Es gab 1977 6,7 Millionen Wohnungen für die rund 17 Millionen Einwohner. Damit hatte die DDR eine Wohnungssdichte erreicht, annähernd jener der Bundesrepublik entsprach. Allerdings waren die Wohnungen in der Bundesrepublik um ein Drittel größer als in der DDR (58 Quadratmeter). Außerdem war die Hälfte aller Wohnungen über 60 Jahre alt, in der Bundesrepublik nur ein Viertel.
Der Wohnungssuchende musste fast immer mehrere Jahre auf die Zuweisung einer Wohnung warten. Das gesamte Wohnungswesen war stark bürokratisiert, vor allem weil ein Großteil der Wohnungen im Besitz des Staates war. Die DDR-Bürger hatten nur Anspruch auf eine Wohnung, deren Größe durch die Zahl der Familienmitglider, den Beruf und die "Beziehungen" der Wohnungssuchenden bestimmt wird.
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Torjan sagt: "Zu Solfrid Richtig - alle Orte, die im Text genannt werden, gibt es wirklich"
Torjan sagt: "Schlesinger gibt ein höchst lebendiges Bild desBerliner Lebens"
Torjan erzaehlt: "vor allem auch, weil Kotte in dem alten Berliner Stadtzentrum lebt, das nach der Vereinigung dabe ist, seine alte Position zurückzuerobern, Berlin-Mitte"
Torjan sagt: "Wir kommen zurück zum Anfang"
Torjan zeigt Dia 2.
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S. 7
Kottes Tage sind ausgefüllt; seine Abende ebenfalls. Wenn Karla das Kind ins Bett bringt, steht Kotte im Keller und hobelt Bretter glatt, die er für eine Sitzbank in der Küche braucht. Die Schrankwand im Wohnzimmer hat Kotte auch gebaut und für die Kleine das Laufgitter; alles wie vom Schreiner. Nicht, daß Kotte sich neue Möbel nicht leisten könnte, Kotte verdient sechsvierzig netto und Karla vierhundert, bewahre es macht ihm einfach Spaß, und es ist, sagt er, und nicht son Schund aus dem Laden.
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Torjan [zu Oddny]: "Fällt die hier etwas auf?"
Ingeborg_A sagt: "Er und seine Frau sprechen nicht zusammen"
Oddny sagt: "sie sind ganz zufrieden und wohlhabend"
Geir sagt: "Sie leben nebeneinander."
Gro_L sagt: "Er lebt nicht"
Torjan [zu Oddny]: "Glaubst du, dass es stimmt? Es gibt etwas hier, was den Leser eventuell stutzig machen könnte."
Ingeborg_A sagt: "Er denkt an konkrete Themen, nichts Abstraktes"
Oddny sagt: "er weiBt nicht dass etwas fehlt"
Anne_E fragt: "Gibr es alle zu kaufen?"
Torjan sagt: "Keiner hat esbis jetzt gesehen"
Torjan sagt: "Der Text gibt ein sehr starkes Signal"
Torjan sagt: "Hier wird etwas wiederholt"
Anne_E sagt: "Schund- Laden"
Tore_T sagt: "Kotte will vielleicht nicht einräumen, dass die Ökonomie angestrengt ist."
Gro_L sagt: "Kottes Tage sind ausgefüllt, seine Abende j e d e n f a l l s"
Renate sagt: "Seine Tage sind ausgefüllt"
Else2 fragt: "bewahre, es macht ihm Spass"- meint er das eigentlich?"
Gro_L sagt: "entschuldigung, habe falsch gelesen"
Oddny sagt: "ihr Leben ist eintönig"
Gro L ist soeben ausgestiegen.
Ingeborg_A fragt: "Wand und Gitter-wie im Gefängnis?"
Torjan erzaehlt: "Ich dachte an den ersten Satz in deiesem Textasuszug, der eine Wiederholung des esretn Satzes des textes ist - und welcher Effekt wird dadurch erzielt?"
Anne_E sagt: "Er muss viele Abende im Keller verbracht haben"
Else2 sagt: "die Arbeit im Keller ist auch eintönig, einen Flucht"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "So schlimm ist es nicht Laufgitter = lekegrind"
Oddny sagt: "Pflichten"
Ingeborg_A sagt: "Wie immer bei Wiederholung wird etwas unterstrichen"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Genau - und was wird hier unterstrichen?"
Ingeborg_A sagt: "OK"
Anne_E sagt: "Aber das Wort "ausgefüllt" in sich sagt ja aus"
Torjan [zu Anne_E]: "Was wird daurch ausgesagt?"
Ingeborg_A sagt: "Das er keine Zeit hat zum Nachdenken"
Torjan [zu Ingeborg_A]: "Prima"
Anne_E sagt: "Es sagt nichts darüber aus ob es interessant ist oder nicht"
Oddny sagt: "keinen Platz für Spontanität/Kreativität"
Solfrid sagt: "ausgefüllt hat kein Platz für was anders"
Torjan erzaehlt: "Es sind quasi die Gedanken Kottes, die hier vermitelt werden - die Gedanken eines Menschen, der immer wieder einen Versuch macht, sich davon zu überzeugen, dass alles in Ordnung"
Torjan erzaehlt: "Der Erzähler tut so, als sei er seiner Hauptfigur um kein Stück voraus und verzichtet darauf, das Geschehen von außen zu kommentieren. Erzählt wird in einem Ton, der Kottes Redeweise angepasst ist."
Torjan sagt: "Beschrieben wird hier etwas, was man DDR-Volkssport nennen kann - Renovierung - aus den Verhältnissen das Bestmögliche machen"
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Torjan [zu Renate]: "Wofür interessiert Kotte sich sonst?"
Renate sagt: "Für alte Filme und Fussball"
Torjan [zu Reante]: "Dass ich dir diese Frage stellte, war wohl keine Überraschung?"
Renate sagt: "Am meisten vielleicht für alte Filme - aber er braucht ja nicht zu wählen"
Renate ruft: "Nein, keine Überraschung!"
Torjan [zu Renate]: "Warum wohl diese Interesse für alte Filme?"
Solfrid ist soeben ausgestiegen.
Renate sagt: "Durch alte Filme kann er sich ausleben"
Renate sagt: "Sie spielen ja überall in der Welt."
Torjan [zu Renate]: "OK - mit welcher Welt wird man meisten konfrontiert?"
Anne_E sagt: "Eine vorsozialistsche Interesse"
Renate sagt: "die problemlose Welt im Film - ein Gegensatz zum Alltag."
Torjan sagt: "Kann man vielleicht sagen - eine Art Flucht in eine Filmwelt, die es im Grunde genommen wirklich nie gegeben hat"
Torjan [zu Rena
Anne_E sagt: "und doch spiegelt er oft teile einer Realität¨"
Geir sagt: "Babelsberg - DEFA."
Torjan [zu Geir]: "Richtig"
Torjan sagt: "Der lezte Film, der im Text genannt wird, ist allerdings ein neuerer Film aus dem Jahre 1962"
Torjan sagt: "Hochzeitsnacht im Paradies" mit Marika Rökk und Peter Alexander"
Anne_E fragt: "aus der Brd?"
Torjan [zu Anne_E]: "Österreich"
Torjan sagt: "Kottes Fußballinteresse zeigt uns auch, in welchem Jahr wir uns befinden. Das müsste jeder wissen, der sich für Fußball interessiert"
Geir meint: "Dann bin ich leider überfragt ..."
Renate meint: "Dann bin ich entschuldigt..."
Torjan sagt: "Da sind alles stumm geworden"
Torjan sagt: "Es ist 1974 - das große Jahr im DDR-Fußball"
Geir fragt: "?"
Torjan meint: "Der 1FC Magdeburg wird Europokal-Sieger, indem wer AC Milano besiegt..."
Tore_T sagt: "Ich erinnere mich: Die DDR gewann im Weltmeisterschaft gegen die BDR 1-0"
Anne_E fragt: "Wann wurde das Buch auf den Markt gelassen,DDR?"
Tore_T sagt: "- aber das wird nicht im Roman erwähnt.."
Torjan erzaehlt: "und in der Fußballweltmeisterschaft bezwing die DDR die Bundesrepubli 1 : 0 in Hamburg - viele Deutsche erinern sich an den DDR-Srtürmer Jürgen Sparwasser"
Torjan [zu Anne_E]: "1975"
Torjan sagt: "Hier wird gewissermaßen durch den Fußball der Stolz der DDR gezeigt"
Torjan sagt: "Kotte als Bürger eines Staates, der, wie es scheint, immer selbstbewusster wird"
Anne_E sagt: "geht leider an viele weiblichen Leserinnen Haus vorbei"
Torjan [zu Anne_E]: "Die wenigsten wissen es - deshalv versuche ich es zu erklären"
Torjan sagt: "Die sportlichen Erfolge und der neue Alexanderplatz mit dem Fernsehturm - eigentlich zwei Seiten des sozialistischen Sellöbstbewussteseins."
Torjan sagt: "Selbstbewusstseins"
Torjan fragt: "Zu Tore Dann passiert aber etwas, was Kotte die Ruhe raubt. Was?"
Renate sagt: "Als er mit der Nachbarin, Frau Jeske, zusammen einen Film sieht."
Torjan [zu Renate]: "Was ist das Besonder daran?"
Tore_T sagt: "Es zeigt sich, dass die Frau Jenke in einem alten Film gespielt hat."
Torjan [zu Tore_T]: "Das ist doch ein nettes Erlebnis - wieso kann dies ihn aus der Ruhe bringen?"
Oddny sagt: "er versteht dass die Schönheit/das Leben nicht ewig ist"
Tore_T sagt: "Die Alte hat ein abenteuerliches Leben geführt und fremde Länder gesehen."
Else2 sagt: "die alte Frau Jeske war damals eine schöne Tanzerin"
Torjan [zu Oddny]: "Sehr gut"
Renate sagt: "Er kann fast nicht fassen, wie das junge Mädchen im Film jetzt die alte Frau J. sein kann."
Torjan [zu Else2]: "Und jetzt ist sie uralt"
Torjan erzaehlt: "Der Zusammenstoß zwischen Vergangenheit und Gegenwart (ausgelöst durch das Filmerlebnis) kann als ein existenzieller Schock betrachtet werden. Die Filmfiktion vermittelt ihm die intuitive Erkenntnis, dass ihm sein bisheriges Leben keine wirkliche Erfüllung gebracht hat."
Renate sagt: "denn Frau J. ist durch die Welt gereist und hat viel gesehen und erlebt."
Renate sagt: "Er kennt wohl nur Berlin."
Torjan [zu Renate]: "Sehr gut - du hast mir die Worte aus dem Mund genommen"
Anne_E sagt: "Das Leben ist vergänglich - also musses richtig gelebt werdwn, man hat nur diese eine Möglichkeit"
Tore_T sagt: "Seine Jugend ist bald vorbei, ohne, dass er etwas Interessantes erlebt tat."
Else2 sagt: "noch einmal geht es um existensielle Fragen des Lebens"
Torjan zeigt Dia 7.
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S. 25
Kotte griff zur Bierflasche. Aus fernster Ferne hörte er Frau Jeskes Erzählung über Angebote nach der Premiere des Films, über die Zahl der männlichen Bewerber, über Tourneen und Reisen; bis nach Ägypten bin ich gekommen, hörte sie begeistert ausrufen und: Die Pyramiden von Gizeh! Kennen Sie die Pyramiden von Gizeh? Ein Gedicht!
-- Und die Tänzerin waren Sie, fragte Kotte.
-- Na hast du doch gehört, sagte Karla und schüttelte verweisend ihren Kopf. Erzählen Sie doch weiter, Frau Jetske. Kotte sah auf Frau Jeskes gefaltete Hände, deren Adern stark und blau hervortraten.
Irgend etwas in seinem Darm zog sich zusammen, und Kotte mußte sich vor Schmerzen nach vorn beugen.
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Torjan sagt: "Wie es scheint ein Schock, der ihn körperlich angreift"
Torjan sagt: "Ohne dass es gesagt wird, hat man es hier mit einer Problematik zu tun, untzer der sehr viele DDR-Bürger litten."
Torjan sagt: "Renate hat es schon angedeutet."
Torjan zeigt Dia 8.
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S. 26
-- Was die gesehen hat! sagte Karla. Die Pyramiden! Glaubst du, daß wir je die Pyramiden sehen?
Kotte murmelte etwas Unverständliches und wickelte sich fest ind das Bettzeug.
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Geir sagt: "Er kann sein eigenes Leben kaum beeinflussen."
Anne_E sagt: "Die Reise- einschrenkung der DDR-bürger"
Else2 sagt: "Das Reiseverbot"
Torjan sagt: "Genau - das Gefühl, eingesperrt zu sein"
Torjan sagt: "nicht dort hinreisen zu können, wo man will"
Geir sagt: "Und dann geht er in die Kneipe - Bier und Schnaps."
Torjan sagt: "Kottes Ausreißvesruch ist, können wir sagen, doppelt motivier."
Torjan sagt: "auf der einen Seite die Konfrontation mit der Vergänglichkeit allen Lebens - und damit auch mit der erbärmlichkeit der eigenen Existenz"
Torjan sagt: "auf der anderen Seite das politische Element: Gefangener auf einem begrenzten Raum"
Torjan [zu Geir]: "das ist richtig - er begibt sich, nachdem´er zuerst karnkgefeiert aht, auf eine richtige Sauftour."
Torjan sagt: "krankgefeiert hat - die Finge wollen nicht immer das Tun, was mein schwaches Gehirn kommandiert"
Torjan sagt: "Ich möchte also andeuten, dass der Text auf dem Hintergrund einer traditionelle Ehegeschichte auch eine politische Dimension hat."
Torjan sagt: "Das Stichwort wäre Republikflucht - das gröste Problem der DDR"
Torjan zeigt Dia 9.
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S. 29
Quer über Straße und Bürgersteig spannten sich von Hauswand zu Hauswand die schmale Betonblöcke, in graugestrichene Eisenträger gelegt, drei oder vier Meter hoch. Durch die Spalten der Blöcke fiel Licht. Kotte reizte es heranzugehen und hindurchzusehen, er blickte sich um, niemand stand in der Nähe, dennoch ging Kotte nicht weiter, verharrte einen Moment, sah auf der anderen Seite einen Aussichtsturm über den Beton ragen, auf dem zwei Leute standen und mit Ferngläsern zu ihm herüberstarrten. Kotte drehte sich um und ging die Straße zurück
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Torjan [zu Tore_T]: "Was wird hier gezeigt?"
Anne_E sagt: "Die Mauer un die Wachposten"
Tore_T sagt: "Die Mauer. Er konnte nicht weiterkommen"
Tore_T sagt: "Die Mauer. Er konnte nicht weiterkommen"
Torjan [zu Tore_T]: "Nicht ganz richtig - er versucht nicht weiterzukommen - wie verhält er sich?"
Geir sagt: "Er drehte sich um."
Renate sagt: "Er sieht die Wachtposten auf dem Turm und geht zur¨uk"
Torjan [zu Björg]: "Was hätte er machen können?"
Renate sagt: "zurück"
Oddny fragt: "uns das Licht von Hintern( BRD?)?"
Tore_T sagt: "es reizte ihn heranzugehen - die Grenze war etwas Spannedes"
Torjan sagt: "Wir haben es hier mit den Wachposten auf der Seite zu tun (also im Westen)"
Geir sagt: "Er hätte durch die Spalten sehen können."
Torjan [zu Tore_T]: "Das ist richtig - aber er tut es nicht."
Oddny fragt: "wagte nicht oder ?"
Geir sagt: "Es wäre vielleicht eine Konfrontation mit seinem eigenen Leben."
Renate sagt: "er hat seine eigene Unzufriedenheit noch nicht richtig entdeckt. Darum interessiert ihn die andere Seite nicht."
Torjan [zu Oddny]: "Schwer zu sagen - immerhin bleibt er im Lande - ein Gedanke an Fluch in den Westen wird nicht offen ausgesprochen"
Torjan [zu Renate]: "Das ist natürlich auch richtig, aber er befindet sich hier auf der Schwelle zur Flucht - es ist nach dem Film-Erlebnis"
Oddny fragt: "nur andeutet durch westliche Ausdrück/Wörter ?"
Torjan sagt: "Nach der Begegnung mit der Mauer, geht er in den Volkspark (sprechender Name?)"
Torjan [zu Oddny]: "Was meinst du?"
Anne_E sagt: "gibt es auch in der West Teil der Stadt"
Oddny sagt: "in Englisch = etwas spannend"
Torjan sagt: "Falls jemand sich dafür interessiert: Es ist der Volkspark am Weinberg, und das Denkmal, das hier beschrieben wird, ist das Heinrich-Heine-Denkmal"
Renate ruft: "Danke!"
Torjan sagt: "Das Wichtige auf der persönlichen Ebene ist, dass das Fantasieerlebnis langsam lebendig wird"
Torjan sagt: "im Volkspark das Mädchen, das mit der jungen Frau im Fil verschmilzt."
Torjan fragt: "Jetzt eine weitere Frage - ist Kottes Ehe immer problemlos gewesen?"
Renate sagt: "Nein, Karla wollte ihm schon einmal davonlaufen - das hatte er dem Freund anvertraut."
Torjan sagt: "Genau - guckt euch S. 38 an"
Torjan sagt: "Karla wollte ihm mit einem Techniker weglaufen"
Oddny fragt: "was bedeutet Te-Ka-O ?"
Torjan sagt: "TKO = Technische Kontrollorganisation"
Oddny sagt: "danke"
Torjan sagt: "In der DDR hatte einen ausgesprochen Akü-Fimmel"
Torjan sagt: "Akü = Abkürzung"
Else2 sagt: "und später ist er selbst Techniker geworden"
Torjan sagt: "Das Gespräch mit dem früheren Kollegen ist auch aus anderen Gründen interessant"
Torjan [zu Else2]: "Du hast etwas Wichtiges gesagt."
Renate sagt: "Der ist nicht zufrieden mit seiner Situation"
Torjan sagt: "Kotte ist jetzt ein "Weißkittel" - "hvitsnipparbeider" könnte man das nennen"
Torjan sagt: "Er ist einer von denen man nur Sprüche hört, wie Harry es ausdrückt"
Torjan sagt: "das Wesentliche ist das Gefühl der Unzufriedenheit"
Else2 fragt: "alle "Züge" sind abgefahren" -d.h. ist das Leben vorbei?"
Renate sagt: "im übertragenen Sinne."
Else2 sagt: "ich frage nicht, sonder Kotte.."
Anne_E sagt: "Was innteressant ist, ist das beide Männer (Arbeiter, Angestellter) keine Befriedigung in der Arbeit findet, trotz der Sozialismus"
Torjan [zu Else2]: "Ja - man hat den Anschluss verpasst, alle Möglichkeiten sind verschwunden"
Oddny sagt: "alle Möglichkeiten sind weg, man hat die Chancen verschertzt"
Torjan [zu Anne_E]: "Richtig - und hier erscheint das sozialistische Arbeitsleben in einem kritischen Licht."
Torjan sagt: "Was allerdings kaum heißt, dass es im Westen besser wäre."
Anne_E sagt: "Nein . aber im Wrsten wird das auch nicht erwartet"
Renate meint: "An einer Maschine, an einem Fliessband stehen, ist überall gleich..."
Torjan erzaehlt: "Das Stichwort wäre Entfremdung - was mit dem sozialistischen Selbstverständnis von der Erfüllung bder menschlichen Persönlichkeit im Kollektiv nicht übereinstimmt."
Torjan sagt: "Jetz müssen wir eine Pause einlegen"
Torjan sagt: "Ich sage es, wie Kotte es ausgedrückt hätte - bis viertel acht."
Torjan fragt: "Und welche Uhrzeit ist das?"
Geir sagt: "19.15 Uhr"
Else2 sagt: "nur eine einfache Frage - bedeutet "krankgefeiert" = sykemeldt"
Anne_E sagt: "In der Liteatatur hat sich in der DDR etwas gewandelt. In 1975 kan offen darüber sprechen, dass es nicht reicht für die Gemeinschaft was zu tun"
Renate sagt: "Na, dann machen wir also Pause."
Torjan [zu Geir]: "Genau"
Torjan sagt: ""drei viertel acht" wäre 19 Uhr 45"
Torjan [zu Anne_E]: "Mit einer neuen Offenheit - ja -aber nicht mit einer grundlegenden Systemkritik"
Anne_E sagt: "und mit der Anspruch fÿ SICH SELBER was zu tun. Individualsime"
Anne_E sagt: "krankgefeiert- man tut so als ob man krank wäre"
Torjan sagt: "Richtig - die DDR-Literatur lebte von dem Spannungsfeld Individualismus/Kollektivlösungen - das wird besonders deutlic in "Nachdenken über Christa T."
Anne_E fragt: "und das ist neu oder?"
Torjan [zu Anne_E]: "Ich hatte vergessen, das zu erkläre - man tut, als ob man krank ist"
Torjan [zu Anne_E]: "Natürlich nicht - aber es wird in fden siebziger Jahre viel stärker als früher"
Torjan sagt: "Dass ein Mensch stirbt (wie die Christa T.) war nahezu unerhört"
Anne_E sagt: " in der L. was wir schon gelesen haben war dieser Widerspruch nicht da"
Torjan sagt: "Man hat über Christa T. gesagt: Sie leidet an der DDR, stirbt an Leukämie."
Torjan sagt: "Oh doch - in "Flugasche" sehr stark vorhanden."
Renate ist soeben ausgestiegen.
Anne_E sagt: "Das Buuch habe ich vergessen sorry"
Renate ist eingestiegen.
Renate geht ins Mellomfags-Atelier.
Renate kommt.
Renate fragt: "Hallo, sind alle wieder da?"
Torjan [zu Renate]: "Ich wenigstens"
Anne_E sagt: "ja"
Oddny sagt: "ich auch"
Renate meint: "es ist so mäuschenstill..."
Torjan [zu Renate]: "Voller Tatendrang? Konntest nicht warten?"
Renate ruft: "Genau!"
Geir ist soeben ausgestiegen.
Torjan ruft: "Also, dann gehts wieder los!"
Torjan sagt: "Zuerst ein kleiner Kommentar, den ich mir in der Pause herausgedacht habe."
Torjan erzaehlt: "Über Kottes politische Ansichten oder seine politische Aktivitäten erfahren wir nichts: Als Individuum wird Kotte nur aus seinen alltäglichen Haltungen beschrieben."
Torjan [zu Björg]: "Wer hat in seinem Leben alles bestimmt?"
Anne_E fragt: "Haltung oder Tun?"
Torjan [zu Anne_E]: "Beides"
Bjørg fragt: "Seine Arbeit?"
Torjan [zu Björg]: "das auch"
Bjørg sagt: " ..oder der Staat"
Tore_T sagt: "Kotte scheint nicht für Politik Interesse zu haben."
Anne_E sagt: "Das mit der haltung finde ich schwierig.."
Torjan [zu Björg]: "Das kann man sagen - die anderen"
Oddny sagt: "er tut was man erwartet"
Torjan [zu Anne_E]: "Es ist schwierig, weil sie nie zum Ausdruck kommt, vielelicht abgesehen von der Mauer-Szene"
Torjan zeigt Dia 10.
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S. 48 f
-- Dann mal andersherum, sagte der Kollege Patig nach einer Weile. Hast du dir eigentlich Gedanken gemacht über deien Perspektive?
Kotte war überrascht.
Er hatte im Werk Schlosser gelernt, hatte drei Jahre in einer Halle gearbeitet, war dann, mehr durch Überzeugung seines Meisters als auf einen Wunsch, viermal in der Woche zur Betriebsakademie gegangen und nach drei Jahren als Teilkonstrukteur ins Büro, bei ungefähr gleichem Gehalt, aber, was Kotte wichtiger war, mit sicheren Aufstiegschancen.
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Torjan [zu Björg]: "Welchen Eindruck bekommt man hier von seiner beruflichen Laufbahn?"
Geir ist eingestiegen.
Anne_E sagt: "Eine Haltung kann ich z.B ablesen wie er seine Frau behandelt aber sons t politisch schwierig"
Bjørg sagt: "Er wünschte einen Aufstieg und war daran fokusiert"
Torjan [zu Björg]: "Hat er ihn wirklich gewünscht und hat er sich selbst dafür eingesetzt?"
Renate sagt: "er ist nicht ehrgeizig - wird Techniker, weil der Meister es empfiehlt"
Bjørg sagt: " er glaubt dass es ihm glucklich machen wwird"
Torjan [zu Renate]: "Genau - der Betrieb - repräsentiert durch den Meister - greift entscheidend in seine berufliche Laufbahn ein"
Oddny sagt: "aber auf S.48 war Kotte abweisend"
Torjan [zu Oddny]: "Ja, aber hier haben wir es mit einem Rückblick auf sein früheres Berufslebn zu tun"
Torjan sagt: "Stichwort: öffentliche Planung und Lenkung"
Torjan [zu Björg]: "Du hast ´natürlich recht "
Oddny sagt: "er hatte andere Träume"
Oddny sagt: "er sehnte nach etwas anderes"
Torjan sagt: "für ihn schein Aufstieg mit einem Erfolgserlebnis identisch zu sein, was"
Torjan sagt: "was, wie der Text zeigt, nicht immer stimmt"
Torjan [zu Else2]: "Der Kolleg Patig macht ihm einen Vorschlag - hast du das gesehen?"
Torjan sagt: "S. 49"
Torjan fragt: "Alle sind stumm geworden?"
Oddny sagt: "er sollte Zielprojektant werden"
Else2 sagt: "Er sollte als Zielprojektant anfangen"
Torjan [zu Oddny]: "Und was ist denn das?"
Anne_E sagt: "Er hat kein Lust mehr auf Aufstieg"
Else2 sagt: "und was ist das, wollte ich auch fragen"
Oddny sagt: "ich möchte danach fragen"
Oddny sagt: "aber du warst schneller"
Geir fragt: "Ein Zielprojektant arbeitet wahrscheinlich mit was übergeordnetes?"
Torjan sagt: "Projektant = jemand, der neue Projekte vorbereitet"
Renate fragt: "ist das die Planabteilung für den Betrieb?"
Torjan [zu Renate]: "Genau - das heißt, dass es er sich immer mehr von der Wirklichkeit des eigentlichen Arbeitslebens entfernen würde."
Else2 fragt: "du fängst mit T6 an" sagte Patig- was bedeutet T6?"
Torjan [zu Else2]: "T6 - es ist eine höhere Gehaltsstufe "
Torjan sagt: "T = Tarif"
Else2 sagt: "danke"
Torjan sagt: "Der Aufstieg wäre eventuell mit einer Verarmung identisch - an mehreren Stellen wird ja sichtbar, dass sich Kotte nach seiner alten Werkbank sehnt"
Torjan sagt: "Kommen wir zurück zum politischen Interesse"
Anne_E fragt: "Die Idealisierung körperliche Arbeit?"
Torjan sagt: "Es gibt eine interessante kleine Szene in der S-Bahn: S. 37"
Torjan [zu Anne_E]: "Das ist richtig -"
Torjan fragt: "Warum lesen fast alle die Zeitung von der Rücksyeite her?"
Renate fragt: "Da sind die Angebote?"
Tore_T sagt: "Es gibt auf der Vorseite keines Interessantes."
Geir fragt: "Nichts von Interesse in den Hauptzeilen?"
Torjan sagt: "Genau"
Anne_E sagt: "Wer tut das nicht in der U.Bahn ungeachtet das System in dem er lebt"
Geir sagt: "Wenn man schnell blättert, ist es ja einfacher, von der Rückseite anzufangen - mache ich auch."
Torjan sagt: "Auf den letzten Seiten gab es in DDR-Zeitungen jede Menge Verkaufs- und Kaufwünsche."
Torjan [zu Geir]: "Das ist natürlich auch richtig."
Torjan sagt: "Und Außerdem auch die Sportnachrichten, die mit der Wirklichkeit der Dinge übereinstimmetn."
Oddny fragt: "die Möglichkeiten waren da?"
Else2 fragt: "wegen der Mangelgesellschaft?"
Geir fragt: "Waren es auch Anzeigen wie 'habe das - wünsche das'?"
Torjan [zu Else2]: "Das ist richtig"
Torjan sagt: "Die Nachrichten waren meisten absolut nichtssagend"
Anne_E sagt: "auch das Tauschen ist in einem Mangelgesellschaft pop."
Torjan sagt: "Ein Besipiel dafür S. 79"
Torjan sagt: "Hier werden nur Positivnachrichten aus der DDR gebracht und Negativnachrichten aus dem Westen"
Torjan sagt: "Kommen wir zurück zu Kottes Ehe"
Tore_T sagt: "In diesen Nachrichten wird überhaupt nichts gesagt."
Torjan [zu Tore_T]: "Genau - es handelt sich gewissermaßen um das, was George Orwell "newspeak" nannte."
Torjan [zu Oddny]: "Wie siehts zu diesem Zeitpunkt in Kottes Ehe aus?"
Oddny sagt: "ganz gleichgültig"
Torjan [zu Oddny]: "Und wie macht sich dies Gleichgültigkeit bemerkbar?"
Anne_E sagt: "Er betügt sie nach Strich und faden"
Else2 sagt: "die Kommunikation ist nicht die Beste"
Torjan [zu Anne_E]: "So weit ist es noch nicht gekommen"
Oddny sagt: "er sucht ein andere Mädchen"
Torjan [zu Else2]: "Sehr gut"
Anne_E sagt: "aber kurz davor"
Renate sagt: "Zuerst die 19jährige auf der Bank im Volkspark."
Torjan fragt: "Kotte vesrsucht aber die Nähe zu seiner Frau wiederherszustellen, aber es klappt nicht - warum?"
Torjan [zu Renate]: "Also die vielen "Begegnungen" mit der Filmfrau"
Renate sagt: "Dann s.o."
Tore_T sagt: "Als Karla Herrn Trapmann besucht hat, hat sie sich verändert."
Else2 sagt: "die Frau hat diesen Trapmann kennengelernt"
Torjan fragt: "Ist es möglich, dass sie ein Verhältnis zu ihm eingeleitet hat?"
Anne_E sagt: "ja"
Torjan fragt: "Oder geht sie am Wochenende wirklich zu einer Schulung?"
Renate sagt: "Er ruft Karla an und versucht, einen gemütlichen Abend zu machen."
Renate sagt: "Aber Karla kommt erst spät nach Hause - von Trapmann."
Torjan [zu Renate]: "Und weil das ein Dienstag ist (also Wohnungsamttag) ist Karla am Abend zu müde."
Renate sagt: "Ja, auch Karla entfernt sich von ihrem Mann."
Renate sagt: "entzieht sich ihm."
Anne_E sagt: "wir wissen es nicht, aber möglich ist es,Der Author lässt es offen"
Torjan sagt: "Hier muss man allewrdings auch darauf hinweisen ,dass Kotte schon angefangen hat, ohne Karla aus dem Haus zu gehen, was er sonst nie getan hat"
Else2 sagt: "ich nehme auch an, dass das Wochenende keiner Schulung ist- und ich glaube, dass Kotte es auch ahnt"
Torjan sagt: "Beide entfremden sich voneinader"
Torjan [zu Else2]: "Das ist sicher richtig - auf der anderen Seite sind Wochenendschulungen, wie wir alle wissen, eine gefährliche Sache"
Torjan sagt: "Das haben auch die Ak"
Torjan sagt: "haben auch die Aktivitäten mehrer Politiker gezeigt"
Torjan sagt: "Aber das war eine respektlose Nebenbemerkung"
Anne_E sagt: "Ist das eigentlich die frage ob sie ihn betrügt, oder ist das eine Entschuldigung für Kotte"
Torjan sagt: "Ab Kapitel 3 gehts richtig los mit Kottes Tour durch eine ander Welt"
Oddny fragt: "vielleicht beides ?"
Torjan [zu Anne_E]: "Nein, eigentlich nicht - seine Flucht in die ANDER wELT IST RECHT KOMPLEX"
Anne_E sagt: "Ich denke dass hat nicht so viel mit Karla zu tun"
Torjan sagt: "Es gibt persönliche, berufliche, gesellschaftliche und existenzielle Gründe dafür"
Renate sagt: "Karlas Abwesenheit ist nur ein auslösender Faktor"
Anne_E sagt: "so sehe ich es auch"
Torjan sagt: "Der Anfang vom 3. Kapitel enthält einen Vorgriff auf das Ende seiner Tour durch die ander Welt - S. 52"
Tore_T sagt: "Nur ein Faktor unter mehreren anderen"
Torjan [zu Renate]: "Dem würde ich zustimmen"
Torjan sagt: "S 52 - erster Hinweis auf den Brunnen und die Polizisten, die für Ruhe und Ordnung sorgen"
Renate sagt: "Auf der genannten Seite geht er zum Alex und dem Brunnen."
Torjan [zu Tore_T]: "Mit welcher Welt kommt er jetzt in Berührung?"
Anne_E sagt: "Mit der Staatsmacht"
Tore_T sagt: "Er leitet ein Odyssee ein von Kneipe zu kneipe"
Anne_E sagt: "und mit der unangepassten Welt"
Torjan [zu Anne_E]: "Daran dachte ich nicht - das bildet eigentlich den Schlusspunkt"
Torjan [zu Tore_T]: "OK - der Anfang ist eine Sauftour"
Else2 sagt: "die Künstlerwelt "
Anne_E sagt: "Das Bild (die Polizei) was ihm erwatet wenn er sich nicht anpasst"
Tore_T sagt: "- darunter ein Frauenbett.."
Oddny sagt: "utagerende- ist ein populäres Wort worden, ich kenne nicht das deutsche dafür."
Torjan sagt: "Und dann- wie Anne und Elses es angedeutet haben - findet er sich im Künstlermilieu wieder"
Torjan [zu Oddny]: "Da hätte ich auch meine Problem mit"
Renate fragt: "sich austoben?"
Torjan sagt: "Es sind die Künstler, die Boheme - die es auch in der DDR gegeben hat"
Anne_E sagt: "Und das Klische, die Künstler saufen und schlafen mit Gott und der Welt"
Torjan [zu Renate]: "- ja, vielelicht, aber das psychologische Element in "utagere" wird vielelicht nich ganz deutlich"
Torjan [zu Anne_E]: "Das tun sie doch, oder?"
Torjan fragt: "In welchem teil von Berlin landet er jetzt?"
Anne_E fragt: "tun sie?"
Else2 sagt: "eine dt. Dolmet. hat auch Probleme, als jetzt viel über Mette-M. in Dt. geschrieben wird"
Renate sagt: "Gar nicht weit von seiner Wohnung - aber er wusste vorher nichts davon"
Anne_E sagt: "Prenzlauer Berg"
Torjan [zu Else2]: "Ja, das hatte ich auch gelesen - die arme Übersetzerin wusste nicht, was mit dem "utagering" machen sollte."
Torjan sagt: "Genau - der Prenzlauer Berg - die geduldete Oase der ausgeflippten Intellektueleln dre DDR"
Torjan sagt: "Ehe wir aufhören, zeige ich schnell einen Textasuzug"
Renate fragt: "wurden sie dort geduldet?"
Torjan zeigt Dia 11.
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S. 61
Und auf Mohrchen können wir alle stolz sein. Ein Früchtchen war das! Nach drüben wollte sie. Mit so einer halbstarke Mischpoche abhaun. Bummelei auf der Arbeit, öffentlicher Tadel und Jugendwerkhof! Die saß drin bis zum Hals in der Scheiße! Aber da kam Vater Biesold und seine Brigade Julius Fu?ik und hat eine Patenschaft abgegeben vor dem Hohen Gericht und seitdem Junge, du hättest sie nicht wiedererkannt. Mit der Hilfe von dem ganzen Kollektiv, ja! Und heute? Mohrchen, was biste heute, sags ihm, sags unserm Sesselfurzer! Ach, Mann, Albert, laß mir doch! Dann sage ichs! Ihren Facharbeiter hat se heute gekriegt. Jawohl!
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Bjørg sagt: "Auf Wiedersehen"
Bjørg ist soeben ausgestiegen.
Torjan sagt: "Vorläufig gebe ich keinen Kommentar - wenn wir uns das nächste Mal treffen, nehme ich meinen Ausgangspunkt in diesem Textauszug."
Renate meint: "Das gute Ergebnis der Patenschaft einer Brigade..."
Torjan sagt: "Bis dann könnt ihr euch den Kopf zerbrechen, warum"
Renate ruft: "Gut, machen wir! - Auf Wiedersehen, nächste Woche!"
Oddny fragt: "nächste Woche ?"
Else2 sagt: "nächste Woche nicht-erst bis Woche 15 glaube ich"
Tore_T sagt: "Nächste Woche? Dann ist Ostern"
Torjan sagt: "Auf wiedersehen -das nächte Mal ist am 8. SApril."
Geir ruft: "Bis dann!"
Anne_E fragt: "am 15.4 treffen wir uns?"
Torjan ruft: "Vielen dank für die lebhafte Tewilnahme!"
Renate ruft: "Habe ich gerade entdeckt - also bis dahin!"
Tore_T ruft: "Auf Wiedersehen!"
Tore T ist soeben ausgestiegen.
Renate ist soeben ausgestiegen.
Else2 sagt: "bis Mittwoch"
Geir ist soeben ausgestiegen.
Else2 ist soeben ausgestiegen.
Oddny sagt: "auf Wiedersehen"
-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 18. März 2002 8:05 Uhr Dreistadt-Zeit --
Anne_E sagt: "tschüss"