-- Start der Aufzeichnung: Montag, 10. September 2001 5:35 Uhr Dreistadt-Zeit --
Benedikt sagt: "Also nochmals hallo"
Else sagt: "hallo"
Oddny sagt: "hallo"
Bjørg sagt: "hallo"
Benedikt sagt: "Bevor wir beginnen würde ich euch noch gerne bitten, das Heft Geschichte der DDR bereitzulegen. Danke."
Else2 sagt: "hallo"
Ingeborg_A sagt: "hallo,"
Ole kommt.
Ingeborg_A sagt: "das Heft und ich sind beide bereit"
Benedikt fragt: "In Quelle M20 auf Seite 61 werden Fluchtgründe aus der DDR aufgelistet. Welche sind die wichtigsten?"
Else sagt: "das Heft ist da -habe aber leider nicht geschafft alles zu lesen"
Bjørg sagt: "Familiäre"
Tellef sagt: "Familiäre und persönliche Gründe"
Renate sagt: "Die Aufforderung zur politischgesellschaftlichen Betätigung. D.h. alle müssen politisch sein."
Lars2 [zu Benedikt"Wirtschaftliche]: Gründe sowohl wie politische
Ingeborg_A sagt: "nichtzulassung der Kinder zur Oberschule, unter anderem"
Else2 sagt: "Verkürzung von Grundrechten, politische Gründe"
Oddny sagt: "Mangel an Menschlichen Grundrechte"
Benedikt sagt: "Ja - ihr habt schon die wichtigsten genannt."
Lars2 [zu ]: Ben"Familienzusammenführung
Benedikt fragt: "Renates Hinweis auf Aufforderung zur gesellschaftlichen Betätigung ist sehr wichtig. Was müssen wir uns darunter vorstellen?"
Renate sagt: "Alle müssen einer Partei angehören, alle müssen an politischen Schulungen teilnehmen, suw."
Ingeborg_A sagt: "Ich weib leider nicht was das Wort "Betätigung" bedeutet"
Renate sagt: "Man muss etwas "tun", sich betätigen."
Benedikt [zu Ingeborg_A]: Dass man sich beteiligt, aktiv an etwas teilnimmt
Daniel ist soeben ausgestiegen.
Ingeborg_A sagt: "Danke,Renate"
Oddny fragt: "und das musste etwas kommunistisch betont sein ?"
Tellef sagt: "Ich bin nicht sicher, aber dass man in einer Organisation oder in der Parteiteilnimmt"
Hans_E kommt.
Else sagt: "Gesellschaftliche Betätigung in einer Partei oder siche damit Beschäftigen, was diese Partei will - also nicht irgendeine Partei oder"
Benedikt erzaehlt: "In diesem Zusammenhang ist der Ausdruck Aktivitätsfalle wichtig. Man musste nicht unbedingt in der SED mitarbeiten, aber man sollte durch Betätigung in der Gewerkschaft, in einem Sportverein usw... an den Staat gebunden werden."
Else sagt: "Meine Äusserung sollte am Schluss ein Fragezeichen haben"
Hans E ist soeben ausgestiegen.
Renate sagt: "Politische Betätigung hiess wohl auch schon bald die anderen bespitzeln - auch das waren Fluchtgründe."
Anne_E kommt.
Else fragt: "Kann man sagen, das Volk soll sich mit positiven Aktivitäten beschäftigen?"
Benedikt sagt: "Ich finde es interessant, dass die Bereiche "gesellschaftliche Betätigung" und "Familie" die häufigsten Nennungen waren."
Benedikt [zu Else]: Ja
Else [zu Renate]: was meinst du mit "bespitzeln?"
Benedikt [zu Renate]: Stasitätigkeit kommt 135 Nennungen auch recht weit nach vorne in unserer Liste
Renate sagt: "spionieren, was die anderen tun (in der Freizeit, usw)"
Benedikt fragt: "Fehlt euch noch ein sehr wichtiger Fluchtgrund?"
Tellef sagt: "Wirtschaftsgründe"
Renate sagt: "Die Bauern haben sich auch gegen die Kollektivierung geweigert - auch das ein häufiger Fluchtgrund."
Lars2 [zu Ben"Ablehnung]: der Ideologie war auch einer der wichtigen Gründe?
Ingeborg_A sagt: "wunsch nach besseren Einkommens und Wohnungsverhältnissen"
Bjørg sagt: " Wunsch nach bessern Wohnungen und besseres Leben"
Benedikt sagt: "Natürlich dürfen die wirtschaftlichen Gründe nicht vergessen werden."
Benedikt erzaehlt: "Dann möchte ich in diesem Zusammenhang noch zwei Begriffe erläutern, die die gesellschaftliche Veränderung der DDR betreffen. Entbürgerlichung und Elitenwechsel"
Renate [zu Benedikt]: Das galt wohl hauptsächlich für die Leute in Berlin, die konnten nämlich westliche Sender empfangen.
Renate sagt: "bezieht sich auf wirtschaftl. Gründe."
Benedikt sagt: "Entbürgerlichung beschreibt den Tatbestand, dass die Arbeiterschaft dem Bürgertum nun vorgezogen wird"
Daniel kommt.
Benedikt sagt: "Damit hängt dann auch zusammen, dass der Staat sich eine neue loyale Elite heranziehen möchte"
Gro_L sagt: ".."
Benedikt erzaehlt: "Bevor ich euch gleich ein Dia zeige, das einige Fakten zum Mauerbau zusammenfasst. Wollte ich noch betonen, dass der Bau der Mauer von vielen gesellschaftlichen Gruppen unterstüzt wurde."
Daniel ist soeben ausgestiegen.
Else fragt: "Zu der Zeit wollte doch auch einen grossen Teil des Volkes eine "neue" Elite -oder?"
Renate fragt: "Welche Gruppen waren das?"
Benedikt sagt: "Schauspieler der DEFA haben z.B. aktiv am Mauerbau teilgenommen"
Daniel ist eingestiegen.
Benedikt sagt: "zu Renate Nur als Beispiel"
Lars2 [zu Ben"Wer]: wusste, dass man eine Mauer errichten wollte?
Tellef sagt: "Mit welcher Begründung haben sie beim Mauerbau mitgeholfen"
Benedikt sagt: " In vielen Betrieben gabe es organisierte Kampfgruppen, die in der Nacht zum13. August mobilisiert wurden."
Renate sagt: "Ich hatte noch nie gehört, dass z.B. Schauspieler aktiv dabei waren - aber ich weiss natürlich nicht so viel darüber."
Benedikt [zu Tellef]: Sie glaubten ihren Staat zu schützen
Benedikt sagt: "Da schon eine halbe Stunde verstrichen ist lege ich mal das erste Dia auf"
Else sagt: "Für vielen Leuten war - und ist - der Kapitalismus auch eine Drohung für die Freiheit des Volkes"
Benedikt zeigt Dia 1.
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Zusammenfassend ein paar Daten über die Mauer:
Die Mauer war in den Augen der SED nötig geworden, weil von 1949 bis 1961 2,7 Millionen Menschen die DDR verlassen. (Stichwort: Abstimmung mit den Füssen)
Am 24.8.1961 (also 11 Tage nach dem Mauerbau) stirbt der erste Flüchtling.
Insgesamt fanden 700 Menschen an der Mauer den Tod.
Für die Grenzsoldaten galt der Schiessbefehl. Für diesen Befehl wurde Egon Krenz vor Kurzem zu einer sechseinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. (Informationen zu Egon Krenz:
http://www.chronik-der-wende.de/lexikon/biografien/biographie.jsp?key=Krenz_Egon&mem=7.10.1989 )
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Benedikt fragt: "Könnt ihr es sehen?"
Renate sagt: "Ja, ok."
Bjørg sagt: "ja"
Ingeborg_A sagt: "Ja"
Gro_L sagt: "ja, danke"
Ole sagt: "Ja, danke"
Else2 sagt: "ja"
Anne E ist soeben ausgestiegen.
Inger_H kommt.
Else fragt: "ist "dia" der Text?"
Benedikt sagt: "Gleich noch ein Bild hinterher"
Benedikt zeigt Dia 2.
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Ingeborg_A [zu ]: Else.Ja
Benedikt fragt: "Kennt ihr den Herrn, der den Kampftruppen für den Einsatz an der Mauer dankt?"
Tore_T fragt: "Honecker?"
Ingeborg_A sagt: "Jetzt zeigt nichts bei mir"
Benedikt [zu Tore_T]: Ja. Das ist Erich Honnecker, der einer der Planungschefs war.
Else fragt: "Honecker?"
Tellef fragt: "Ich bin nicht sicher, aber istes derjunge Hinecker?"
Else2 fragt: "kann es W.Ulbricht sein?"
Benedikt sagt: "Das ist Erich Honnecker, der einer der Planungschefs war."
Benedikt sagt: "Entschuldigung Honecker mit einem 'n'"
Benedikt sagt: "Lest bitte kurz folgendes Zitat"
Benedikt zeigt Dia 3.
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Der Filmregisseur Frank Beyer, von dem wir den Film 'Spur der Steine' sehen werden, hat sich in einem Interview folgendermassen zur Mauer geäussert: "Man hat uns immer gesagt, dass wir an der Front stehen und im Schützengraben diskutiert man nicht."
Wenn durch die Mauer die direkte Frontlinie beseitigt wurde, welche gesellschaftlichen Folgen könnte die Mauer gehabt haben?
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Gro L ist soeben ausgestiegen.
Mette_J kommt.
Benedikt [zu Else]: Ja Dia kann auch ein Text sein. Habe Deine Frage übersehen
Renate fragt verwundert: "Man braucht nicht mehr zu diskutieren, wenn es keine Frontlinie gibt??"
Else sagt: "Ich bin SOlfrid - es scheint als ob ich Else bin (das steht auf meinem Schirm)"
Tore_T sagt: "Die Mauer diente u.a. dazu, die DDR-Bürger von der Westwelt zu isolieren."
Gro L ist eingestiegen.
Oddny fragt: "war es nicht Honecker, der kurz vor dem Mauerbau, beneigte dass man eine Mauer bauen sollte ?"
Benedikt [zu Oddny]: Ulbricht hat kurz zuvor geleugnet eine Mauer bauen zu wollen.
Oddny sagt: "ok"
Else fragt: "Wenn der Kapitalismus und USA Einfluss eine Drohung ist, kann die Mauer einen "Schutz" ja sein -oder?"
Benedikt [zu Tore_T]: Welche Konsequenz kann diese Isolierung für die Gesellschaft gehabt haben?
Anne_E kommt.
Renate [zu Benedikt]: Und die Antwort auf Ihre Frage ist?
Tore_T ruft: "Ulbricht, einen Tag vor der Mauerbau: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"
Tellef fragt: "Der Mauerbau war wohl mit den Sowjets vereinbart?"
Heinz-Peter kommt.
Renate sagt: "Wenn man völlig isoliert ist, kann man keine Vergleiche mehr ziehen."
Benedikt fragt: "ich formuliere meine Frage um: Wird die Gesellschaft der DDR stabiler oder unstabiler durch die Mauer?"
Else sagt: "stabiler -"
Benedikt sagt: "Warum wird sie stabiler"
Anne_E sagt: "Auf der eine Seite wird sie stabiler, aber gleichzeitig unstabiler"
Tore_T sagt: "Die Einwohner wurden nicht über die AuBenwelt informiert."
Renate sagt: "Im Inneren Deutschlands wird die Gesellschaft stabiler, sie haben keinen Kontakt mit der Umwelt. Aber in Berlin war es immer anders."
Tellef sagt: "Die G. wird stabiler. Viele Menschen sehen keine Möglichkeit mehr in die BRD zu gehen."
Else sagt: "man muss sehen wie man am besten zu recht kommt und sich darum konzentrieren, den Alltag einigermassen gut zu machen"
Benedikt sagt: "Ja die Leute konnten nicht mehr weg und wollten deshalb das Beste aus der Situation machen. Else hat es sehr schön formuliert"
Tore_T sagt: "Sie sind mit ihrem Leben mehr oder weniger zufrieden, denn es gibt nicht viele Alternative."
Anne_E sagt: "Ahnten die Allierten nicht das die ostzone was machen musste um nicht zu viele Arbeiter zu verlieren"
Benedikt fragt: "In dem Zitat von Beyer steckt aber noch etwas anderes drin. Gibt es für ihn nach der Mauer mehr oder weniger Raum für Diskussionen?"
Oddny sagt: "aber es schwelte unter die Überflache"
Renate sagt: "Ich hatte schon weiter oben etwas vorgeschlagen: Die Mauer gibt weniger Raum für Diskussionen."
Benedikt [zu Renate]: Sehe ich anders
Else sagt: "Man diskutiert nicht - man handelt um zu überleben"
Renate fragt: "Wieso?"
Anne_E sagt: "Man wollte in allen Ländern Europas eine neue bessere Welt aufbauen, kann es seien dass man das auch in SBZ wollte"
Tellef sagt: "Beyer meint vielleicht das jetzt verstehen alle,dass wir gehorchen müssen. Jetzt stehen wir im Krieg."
Benedikt [zu Renate]: Im Schützengraben handelt man. Jetzt ist der Schützengraben weg - also hat man die Möglichkeit zu diskutieren. Beyer meinte sogar ohne Tabus!
Renate meint: "Aber man durfte doch gar keine Fragen stellen..."
Renate sagt: "dann wurden Filme und Bücher verboten."
Else sagt: "in 1960 haben doch viele Fragen gestellt und für eine bessere Gesellschaft gearbeitet als die die gewesen war."
Benedikt [zu Renate]: Doch. In der Tauwetterperiode bis 1965 hofften viele Menschen auf demokratische Veränderungen. Allerdings kam 1965 ein jähes Ende für diese Reformhoffnungen.
Renate sagt: "O.k."
Else sagt: "Die Kommunisten haben auch für eine gute Welt gearbeitet - wir Brecht z.B. Sie glaubten an eine andere Verteilung vom Reichtum .."
Benedikt sagt: "1965 wurden auf dem 11. ZK Plenum alle kritischen Geister bestraft."
Lars2 [zu Ben"Wurde]: die Mauer errichtet um innere Feinde zu bekämpfen?
Benedikt [zu Else]: Ich gebe Dir vollkommen recht. Wir müssen allerdings zwischen den idealistischen und utopischen Ansätzen und dem realexistierenden Sozialismus der DDR unterscheiden.
Benedikt [zu Lars2]: Die Mauer diente auch dazu, um politische Gegner besser in den Griff zu bekommen.
Heinz-Peter geht ins Mellomfags-Atelier.
Benedikt fragt: "Gibt es noch Fragen zum Thema Mauerbau und die Folgen?"
Renate fragt: "Ja, haben die Westmächte nichts davon geahnt?"
Else fragt: "zu der Zeit war doch der Kapitalismus eine Gefahr für viele politisch Denkende -oder?"
Mette J ist soeben ausgestiegen.
Heinz-Peter kommt.
Benedikt [zu Renate]: Doch, aber sie wollten nicht eingreifen (siehe Antwort oben)
Tore_T sagt: "Es muB auch erwähnt werden, dass sehr viele DDR-Bürger materiell gesehen vielleicht ein besseres Leben hatten als nach der Wende."
Renate sagt: "Danke."
Oddny fragt: "ich kenne die Mauer zwischen West/Ost.Berlin, aber wie war die Grenze sonst zwischen DDR/BRD ?"
Benedikt sagt: "Bevor wir uns dem Ende der Ära Ulbricht zuwenden, müssen wir kurz auf das Jahr 1968 eingehen."
Benedikt [zu Oddny]: Ebenso bewacht und gesichert.
Renate [zu Tore_T]: Sie hatten es wohl nicht besser, aber sie brauchten nicht um die Konsumgüter zu kämpfen.
Oddny fragt: "aber keine Mauer ?"
Tellef fragt: "Es gab wohl lange bessere möglichkeiten über andere Ostblockländer zu fliehen?"
Benedikt [zu Oddny]: Doch eine Mauer.
Oddny sagt: "ok"
Benedikt fragt: "1968 ist für die Beschäftigung mit dem Ostblock ein wichtiges Datum. Was geschah?"
Tore_T [zu Renate:]: Sie hatten ein soziales Sicherheitsnez - und Arbeit.
Ingeborg_A sagt: "Man hatte den Prager Frühling"
Lars2 "Der Prager-Frühling
Oddny sagt: "USSR überfiel Tschechoslowakei"
Gro_L sagt: "Es gab Tauwetter"
Tellef sagt: "Die Aufstände in der Tschechei"
Oddny sagt: "wegen eines Aufstandes"
Benedikt sagt: "Genau. Die Reformbemühungen in der CSSR wurden gewaltsam niedergeschlagen."
Ingeborg_A sagt: "die SED sprach von "Konterrevolution""
Bjørg ist soeben ausgestiegen.
Benedikt sagt: "Wichtig ist hierbei, dass in den Truppen des Warschauer Paktes auch NVA Soldaten waren. Wir haben also erneut deutsche Soldaten in der CSSR."
Benedikt erzaehlt: "Für viele Intellektuelle bedeute dies die endgültige Bankrotterklärung der DDR. Der Schriftsteller Franz Fühmann (Judenauto) ist an dieser Erfahrung fast zerbrochen (Alkoholkrankheit)."
Tore_T sagt: "Die DDR-Führung war vielleicht der eifrigste Helfer der Sowjetunion, wenn es darum galt, die Prager Frühling mit Gewalt niederzuschlagen."
Else ist soeben ausgestiegen.
Anne_E geht ins Mellomfags-Atelier.
Anne_E kommt.
Benedikt sagt: "Für uns ist dann das Jahr 1971 wichtig."
Lars2 sagt: "Ulbricht wurde abgesetzt"
Tellef sagt: "Erich Honecker übernahm die Macht in der DDR."
Heinz-Peter geht ins Mellomfags-Atelier.
Benedikt fragt: "Wie kam es zum Sturz von Walter Ulbricht durch Honecker 1971?"
Tore_T sagt: "Dieses Jahr wurde W.Ulbricht von seiner Machtposition geschoben."
Else2 fragt: " Hilfe - wie war der Name des berühmten Reformpolitiker der CSSR?"
Lars2 sagt: "Dubcek."
Bjørg kommt.
Tellef sagt: "Ulbricht war dern Sowjets nicht treü genug"
Ingeborg_A fragt: "denkst du an Gorbatschof, Else2 ?"
Benedikt [zu Tellef]: Sehr richtig. Ulbricht war der Sowjetunion zu selbstbewusst geworden...
Benedikt [zu Tellef]: Er sprach davon, dass der Sozialismus eine relativ eigenständige Phase sei auf dem Weg zum Kommunismus...
Else2 fragt: "danke Lars. Ulbricht hatte wohl auch Verabredungen mit W.Brandt gemacht?"
Benedikt sagt: "Mit Sozialismus ist die DDR und mit Kommunismus die SU gemeint."
Anne_E sagt: "Ene Interesante Frage wäre: was wäre wenn Ulbricht seine Politik hätte weiterfuhren können."
Tore_T fragt: "Kann man sagen, dass er auch allzu "stalinistisch" oder ortodox wurde?"
Oddny sagt: "Ulbricht wurde eben als "Unperson" angesehen (nach seinem Tod)"
Benedikt [zu Else2]: Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an, allerdings hat Ulbricht sich gegen Brandt gewendet und dies entsprach nicht den Wünschen der SU.
Benedikt sagt: "Schaut euch bitte folgendes Dia an"
Benedikt zeigt Dia 4.
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Willy Brandts Kniefall in Warschau
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Benedikt sagt: "hm das dauert aber lange"
Benedikt sagt: "ich meine das Dia - tschuldigung - nicht euch"
Anne_E sagt: "Dieses Bild Weckte Unmut in grossen Kreisen in der BRD"
Benedikt fragt: "Wofür steht dieses Bils stellvertretend?"
Benedikt sagt: "Bild natürlich"
Renate sagt: "Er bedauert die Untaten während des Krieges.."
Renate sagt: "die Vergasung der Juden und Kommunisten, usw."
Anne_E sagt: "Eine Demutshaltung fur Die Vegangenheit"
Benedikt [zu Renate]: Gab es auch politische Initiativen, die diese Geste begleiteten?
Anne_E sagt: "Gleichyeitig ist es eine Vesöhnende Gäste"
Lars2 fragt: "Echt gefühlt und echt getan, aber auch realpolitisch notwendig , um ein Verhandlungsklima zu verbessern?"
Benedikt [zu Anne_E]: Ohne Zweifel
Tellef erzaehlt: "Es ist eine Entschuldigung an den Polen wegen den Untaten während des Krieges.Viele haben sich aber die Versöhnungspolitik anders vorgestellt. Hier gab es nie Entschuldigungen von den Polen was sie der ostdeutschen Befölkerung angatan hat"
Benedikt fragt: "Die Geste steht im Zusammenhang mit der sog. Neuen deutschen Ostpolitik. Worauf läuft diese hinaus?"
Tellef sagt: "Die anerkennung der Oder Neisse linie"
Benedikt [zu Tellef]: Ja sehr richtig. Anerkennung der bestehenden Grenzen.
Lars2 sagt: "Die BRD hat die DDR als eigener Staat anerkannt"
Renate sagt: "Die Anerkennung der beiden Staaten"
Anne_E sagt: "Eine bessere zusmmenarbeit der beiden Staaten"
Oddny sagt: "die DDR wurde als Staat anerkennt"
Benedikt [zu Lars2]: und Renate Nein. Die BRD hat die DDR nie völkerrechtlich anerkannt. Aber man wollte 'gutnachbarschaftlich' miteinander umgehen.
Else kommt.
Benedikt sagt: "Ich habe noch ein Dia zur Ostpolitik vorbereitet, das kurz die wichtigsten Verträge auflistet."
Benedikt zeigt Dia 5.
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Kurz zusammengefasst einige wichtige Stationen der 'Neuen Deutschen Ostpolitik', deren Architekt Willy Brandt war:
März/Mai 1971: Treffen Brandt/Stoph
August 1970: Moskauer Vertrag
Dezember 1970: Warschauer Vertrag
Dezember 1972: Grundlagenvertrag mit der DDR
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Lars2 sagt: "Die DDR wurde Mitglied der Un"
Benedikt [zu Lars2]: Das war eine sehr wichtige Folge des Grundlagenvertrages. beide deutsche Staaten wurden Mitglied in der UNO
Benedikt sagt: "Die DDR gewann also an internationalem Ansehen und war nicht mehr isoliert."
Benedikt fragt: "In diesem Zusammenhang ist das Jahr 1975 mit der Unterzeichnung der KSZE Schlussakte (Hlsinki) besonders wichtig. Weshalb?"
Benedikt sagt: "Helsingfors natürlich ;-)"
Else sagt: "Internationalen Menschenrechte"
Else2 fragt: " eine praktische Frage - werden die Dia auch im Recorder gespeichert?"
Renate sagt: "Es sollte die Menschenrechte und Grundfreiheiten sichern"
Lars2 sagt: "Damit hat die DDR sich verpflichtet, die Menschenrechte zu folgen"
Bjørg sagt: "Da mussten man auch die Menschenrechtenund grundfreiheiten achten"
Benedikt sagt: "Dies war für die Bürgerrechtsbewegung sehr wichtig, da sie sich darauf berufen konnte."
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Anne_E sagt: "Hier akzeptiert die DDR die Menschen rechte, was zu eine Destabielisierung der Kommunismus fuhrt"
Benedikt [zu Else2]: Ja werden sie.
Benedikt sagt: "Gerade die Bürgerrechtsbewegung wird in der friedlichen Revolution von 1989 die entscheidene Rolle spielen."
Benedikt sagt: "Es gibt noch sicherlich sehr viel zu sagen z.B. zur Ära Honecker, aber uns fehlt die Zeit. Ich habe daher einen Vorschlag an euch:"
Benedikt erzaehlt: "Benutzt bitte das Kapitel die DDR in den 80er Jahren (S.24-32) als Schreibanlass. Fasst den Inhalt in einem kurzen Text zusammen und sendet ihn als Email an mich."
Else sagt: "gute ide - danke"
Lars2 sagt: "ok"
Benedikt sagt: "Dies ist keine Hausaufgabe, sondern nur ein Angebot an euch. So bekommt ihr Schreibpraxis und wiederholt den Stoff."
Oddny sagt: "ok"
Tellef sagt: "Ein gutes Angebot,danke."
Else fragt: "ist jetzt Pause?"
Ole sagt: "gute Idee"
Benedikt erzaehlt: "So - dann machen wir 15 Minuten Pause und sehen uns gleich im Literaturraum des Mellomfags. Ich stoppe jetzt auch den Recorder. Vielen Dank für die lebhafte Diskussion."
Else2 sagt: "vielen Dank - "
Renate ist soeben ausgestiegen.
-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 10. September 2001 7:00 Uhr Dreistadt-Zeit --