Fontane-Archiv
FONTANE: IRRUNGEN WIRRUNGEN (1888)


	Fontanes Darstellungsweise: 


Ziel: Der Leser soll an die Geschichte glauben (siehe Definition des Romans)
	 Forderung: Objektivität (des Realismus)

Auktoriale Erzählsituation: Dominanz der Aussenperspektive, detaillierte Beobachtung, objektive Darstellung des zurückgezogenen Erzählers.

Szenische Darstellung: dialogische Form ersetzt die Erzählung (d.h. die Gespräche werden durch die Erzählung/Beobachtung durch die objektive Aussenpespektive des Erzählers verknüpft) 


Funktion der Gespräche:

* Zeigen/deuten an, ohne Kommentar des Erzählers

* Objektivität: Unmittelbarkeit des Lesers zum Geschehen

* Tragen zur Handlungsdynamik bei, treiben das Geschehen vorwärts: Diskussion mit Konsequenzen für das weitere Gesehehen

* Raum für Personencharakteristik: direkte und indirekte Charakterisierung der Sprechenden

* Enthalten Gesellschaftskritik und Zeitgeschichte


Aufbau: strukturelle Kennzeichen mit Symbolfunktion:

* Parallelisierung: Parallelgeschichten (Frau Dörr-Lene, Botho- Bozel)

* Kontrastierungen: Gegenüberstellung von Gegensätzen (Adel-Arbeiterschaft, Licht-Dunkel etc.)

* Wiederholung derselben Motive (Leitmotivik: Kranz, Band etc.) 









	AUFGABEN: IRRUNGEN WIRRUNGEN




I: Charaketerisieren Sie die wichtigsten Figuren und diskutieren Sie anhand ausgewählter Beispiele den Grundkonflikt des Romans.


II: "Ja, Sie haben vorzüglich getroffen: 'Die Sitte gilt und muß gelten', aber daß sie's muß, ist mitunter hart. Und weil es so ist, wie es ist, ist es am besten, man bleibt davon und rührt nicht dran. Wer dies Stück Erb- und Lebensweisheit mißachtet, der hat einen Knacks fürs Leben weg. Ja, das war es ungefähr".

Beschreiben Sie anhand von Textbeispielen die beiden Hauptfiguren und erläutern Sie unter Berücksichtigung der zitierten Äußerung Fontanes die Thematik des Romans.


III: Vergleichen Sie die im 5. bzw. im 23. Kapitel dargestellten jeweiligen Lebenssituationen Bothos und diskutieren Sie die Bedeutung der gesellschaftlichen Faktoren sowie der persönlichen Charaktereigenschaften für die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. 


IV: Charakterisieren Sie Ihnen wichtig erscheinende dichterische Mittel (Sprache, Motive, Symbole, Erzählsituation etc.) die für den Autor/Text typisch sind.


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Vorlesung zu Irrungen Wirrungen Sissel