-- Start der Aufzeichnung: Mittwoch, 5. Dezember 2001 7:14 Uhr Dreistadt-Zeit --
Ingeborg_A kommt.
Heinz-Peter sagt: "Willkommen zum 2. Teil des Eldre tysk-Abends."
Tore_T sagt: "Hei, Ingeb."
Anne_E sagt: "danke"
Heinz-Peter fragt: "Seid ihr müde?"
Oddny sagt: "danke"
Ingeborg_A sagt: "Hei;Tore"
Oddny sagt: "nja.."
Else2 sagt: "tja.."
Bjørg sagt: "nein, 45 Minuten sind ja nicht so lang"
Renate kommt.
Geir kommt.
Heinz-Peter sagt: "Na gut. Wir beginnen mit einem Nachtrag zum 'Rückumlaut'. Ich zeige ein Dia."
Bjørg fragt: "was ist nun das Thema?"
Heinz-Peter zeigt Dia 11.
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In der letzten Sitzung kamen viele Fragen zum Rückumlaut, besonders zum Verb brennen. Deswegen hier kurz einige Nachträge:
1.) Unser heutiges schwaches Verb brennen ist auf ein gotisches brannjan, also ein sogenanntes jan-Verb, zurückzuführen. Das j der Folgesilbe hat dann Umlaut des Wurzelvokals im Infinitiv und im Präsens bewirkt: ahd. brennan, mhd. brennen. Als 'Rückumlaut' bezeichnet man die Tatsache, dass dieser Umlaut im Präteritum und im Part.II heute nicht auftritt, sondern statt seiner der ursprüngliche Wurzelvokal a erhalten ist (brannte, gebrannt). Wie es hierzu gekommen ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen, eine davon ist jedenfalls, dass das j im Prät. und Part. schon früh geschwunden ist und dort keinen Umlaut mehr bewirken konnte.
2.) Neben dem schwachen brennen stand ursprünglich und noch mhd. ein starkes Verb brinnen (Ablautklasse IIIa). Die Frage von Anne_E war also ganz begründet! Das starke Verb ist (wie fast immer) das ältere, das schwache Verb war eine Ableitung aus dem starken und wurde zunächst nur transitiv verwendet im Sinne von 'etw. verbrennen, Feuer an etwas legen' (Kennt ihr das Sprichwort Gebranntes Kind scheut das Feuer?, vgl. auch die Bildung Branntwein). Das starke Verb wurde noch im 17.Jh. schriftlich verwendet, ist aber heute - vielleicht unter Luthers Einfluss - in der Schriftsprache ganz untergegangen.
Interessant, ne?
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Heinz-Peter [zu Bjørg]: "Wir machen heute mit den Verben weiter."
Bjørg sagt: "ok"
Renate sagt: "Ja, sehr aufschlussreich."
Heinz-Peter fragt: "Ist das jetzt klarer geworden?"
Heinz-Peter ruft: "HAAALLOOOO!"
Renate ruft erregt: "Hab es doch schon gesagt!!"
Geir sagt: "ja"
Solfrid sagt: "ja - wir sind noch am lesen"
Renate sagt: "Oben gezeichnet ist sehr klar."
Heinz-Peter ruft: "Ja, aber nur du, Renate!"
Anne E ist soeben ausgestiegen.
Renate sagt: "gezeigtes - meinte ich."
Anne E ist eingestiegen.
Tore_T sagt: "Ja,"
Ingeborg_A sagt: "Die Erklärung ist sicherlich gut. Es ist aber schwer,alles zu begreifen."
Heinz-Peter [zu Ingeborg_A]: "Lasst euch ruhig Zeit. Wenn ihr die Aufzeichnung lest, wird bestimmt vieles klarer."
Heinz-Peter sagt: "Wir machen dann weiter mit den starken Verben."
Heinz-Peter sagt: "Ihr hattet einige Aufgaben auf."
Renate sagt: "Es ist sehr gut, dass man hinterher alles nacharbeiten kann."
Heinz-Peter fragt: "Die erste Frage war: zu welchem Infinitv und zu welcher Ablautklasse gehört das Part. 'gesmogen'?"
Heinz-Peter fragt: "Wer hat eine Antwort?"
Geir sagt: "IIa.û"
Heinz-Peter [zu Geir]: "Wieso?"
Geir sagt: "Ich habe dort sügen-gesogen gefunden. Scheint mir ähnlich."
Geir sagt: "sûgen-gesogen"
Heinz-Peter fragt: "Gibt es noch eine andere Möglichkeit?"
Renate sagt: "klasse IIa: i - ü (smiegen)"
Else2 sagt: "es ist aber nicht einfach zu wissen, wie der Infinitiv war"
Heinz-Peter fragt: "Beide Antworten sind gut, aber welche ist richtig?"
Renate meint: "DAs müssen Sie entscheiden..."
Solfrid sagt: "IIa: i -ü - denke ich"
Geir sagt: "Renate hat recht, glaube ich."
Heinz-Peter fragt: "Man muss das im Wörterbuch testen, denn beides ist möglich. Hilft das Nhd. hier weiter?"
Renate sagt: "nhd: schmiegen"
Geir sagt: "î>ie"
Heinz-Peter fragt: "Sehr gut! Kennen die anderen das Verb?"
Tore_T fragt: "å smøya?"
Ingeborg_A fragt: "smyge auf N.?"
Geir sagt: "Ja"
Heinz-Peter [zu Ingeborg_A]: "richtig!"
Heinz-Peter ruft: "Die richtige Antwort lautet also: Infinitv 'smiegen', stv. Klasse IIa. Gut!"
Ingeborg_A [zu Tore:smøya,]: "was beseutet das?"
Heinz-Peter sagt: "schmiegen ist heute ein schwaches Verb. Darauf kommen wir später zurück."
Tore_T sagt: "smetta - gjennom gjerdet."
Heinz-Peter sagt: "Die 2. Aufgabe bezog sich auf das Kompendium, S. 17."
Ingeborg_A sagt: "Das Wort habe ich nie gehört"
Heinz-Peter sagt: "Ich zeige noch mal die Aufgabenstellung, Dia:"
Tore_T sagt: "Es gibt 3000000 Worte im Norw."
Heinz-Peter zeigt Dia 8.
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Aufgabe für Woche 49::
Schaut euch die Übersicht auf S. 17 des Kompendiums an. Die handschriftlichen Zahlen am linken Rand zeigen, welche der 5 Stammformen des starken Beispielverbs im Mhd. jeweils gebraucht wird. Fragen:
1. Wie verhält das mhd. System sich zum ahd. bzw. nhd. System?
2. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen der mhd. und der nhd. Konjugation der starken Verben?
Zu beachten: Die Abkürzung 'Opt.' in der Übersicht steht für 'Optativ' und ist hier gleichbedeutend mit 'Konjunktiv'.
Die Lösungen braucht ihr mir nicht zu schicken, ich werde allerdings voraussetzen, dass ihr euch mit der Übersicht und den Fragen beschäftigt habt.
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Ingeborg_A [zu Tore_T]: "OK"
Heinz-Peter fragt: "Seid ihr wieder bei der Sache?"
Tore_T ruft: "Ein 0 zu viel!"
Tore_T sagt: "Entschuldigung"
Ingeborg_A [zu Geir]: "Danke"
Heinz-Peter fragt: "Wer kann etwas zum Verhältnis ahd. - mhd. (bezogen auf S. 17) sagen?"
Renate sagt: "ahd: neman - mhd: nemen - nhd: nehmen."
Solfrid fragt: " das mhd system scheint andere länge der Vokalen zu haben?"
Heinz-Peter [zu Solfrid]: "Das kann man allgemeiner sagen"
Geir sagt: "Ahd.-Mhd: Änderungen bei Vokalen in den Ändungen (u>e, i>e)."
Heinz-Peter fragt: "Was geschieht generell beim Übergang Ahd. > Mhd.?"
Geir fragt: "Nebensilbenabschwächung?"
Renate sagt: "abgeschwächte Endsilben statt 'an' -"
Heinz-Peter ruft: "Richtig!"
Tore_T sagt: "Eine Vereinfachung des Flektionssystems"
Bjørg sagt: " keine a und i in endungen , sondern e"
Heinz-Peter [zu Tore_T]: "Wie meinst du das?"
Solfrid sagt: "u und i verschwinden als Endungen"
Heinz-Peter [zu Solfrid]: "Besser: sie werden abgeschwächt."
Heinz-Peter ruft: "Sonst verändert sich aber nicht so viel. Dia!"
Solfrid sagt: "die Vokalen werden kurzer nemest statt nemêst"
Heinz-Peter zeigt Dia 9.
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1. Wie verhält das mhd. System sich zum ahd. bzw. nhd. System?
mögliche Lösung:
a) Das mhd. System erscheint als eine konsequente Fortsetzung des ahd. Systems:
- Die Verteilung der Ablautstufen und die Endungen sind im Prinzip gleich.
- Die ahd. vollen Nebensilbenvokale sind abgeschwächt (erinnert ihr euch hieran?), zeigen aber im Mhd. noch ihre Wirkung:
-- i-Umlaut im Präteritum 'Optativ', lies 'Konjunktiv': ahd. nâmi, nâmist usw. > mhd. næme, næmest usw.;
-- i-Umlaut auch in der eigenartigen 2.Ps.Sg.Prät.Ind.: ahd. nâmi > mhd. næme;
-- der Wechsel von e zu i im Sing.Präs.Ind. (nime, nimest usw.) erklärt sich durch das i oder u der Folgesilbe, das im Ahd. noch vorhanden ist (nimu, nimist, nimit) und einen derartigen Wechsel verursachen kann (eine ansonsten weniger wichtige lautliche Erscheinung).
Beachte: Der heutige Umlaut im Konj.Prät. und der Vokalwechsel in der 2. und 3.Ps.Sg.Präs.Ind. (du nimmst, er nimmt, aber auch Umlaut wie in du fährst, er schläft, sie läuft) sind also immer noch 'Spätfolgen' des -i- in der ahd. Endung, welches selbst schon lange verschwunden ist! Der Umlaut im Sing. kommt noch lange auch bei Verben vor, die heute keinen Umlaut mehr haben, z.B. er kömmt.
b) Hin zum Neuhochdeutschen hat sich das System dagegen stark verändert. Wer findet Beispiele?
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Tore_T fragt: "Vielleicht war das später - am Ûbergang Mhd - nhd?"
Heinz-Peter [zu Solfrid]: "Genau darin liegt in dem Fall die Abschwächung."
Heinz-Peter [zu Tore_T]: "Richtig. Darauf kommen wir gleich."
Heinz-Peter fragt: "Was passiert dann beim Übergang Mhd. > Nhd.?"
Renate sagt: "eine qualitative Lautänderung."
Heinz-Peter [zu Renate]: "Wie meinst du das?"
Renate sagt: "die Vokale werden länger nemen - nehmen"
Geir sagt: "Der Wechsel a-â verschwindet (fast)."
Heinz-Peter sagt: "Gut! Das ist aber eher 'quantitativ'."
Bjørg sagt: " länger Vokale nehmen statt nemen"
Anne_E fragt: "Wo ist der Druck bei mhd, 1. oder 2. Silbe?"
Solfrid sagt: "der Vokal wird "verschluckt" in den Endungen"
Renate sagt: "Ja, ich habe mich 'vertan'."
Heinz-Peter [zu Anne_E]: "Im Prinzip wie heute, also auf der ersten Silbe, bzw. auf der ersten Stammsilbe."
Heinz-Peter fragt: "Was meinst du, Solfrid?"
Anne_E sagt: "danke"
Solfrid sagt: "wie nimest - nimmst"
Heinz-Peter fragt: "Ach so. Richtig. Was geschieht sonst noch mit den Endungen?"
Geir sagt: "Hauptsächlich werden sie behalten."
Heinz-Peter [zu Solfrid]: "Das nennt man übrigens 'Synkope'."
Oddny sagt: "die sind fast gleich"
Heinz-Peter fragt: "Fast?"
Renate sagt: "Im Nhd. wird die Konjugation der starken V. vereinfacht"
Anne_E sagt: "nement ist speziell"
Solfrid fragt: "das machen sie im Troendelag viel -oder?"
Heinz-Peter [zu Renate]: "Richtig. Was ist mit dem Ablaut?"
Renate sagt: "der Ablaut wird vereinfacht."
Heinz-Peter sagt: "Gut."
Heinz-Peter sagt: "Ich zeige wieder ein Dia."
Geir [zu Solfrid]: "Apokope am Ende, sonst Synkope."
Heinz-Peter zeigt Dia 10.
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2. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen der mhd. und der nhd. Konjugation der starken Verben?
mögliche Lösung (vgl. Kompendium S. 19 oben):
a) Das nhd. System ist insgesamt einfacher. Die 1.Ps.Sg.Präs.Ind. (ich nehme) ist dem Plural angeglichen, und das komplizierte mhd. Präteritum ist nhd. ganz ausgeglichen: es gibt hier nur noch jeweils einen Stammvokal, und auch der quantitative Ablaut (s.o. Dia Nr.5) ist zugunsten des langen Vokals ausgeglichen. Die Endung -ent, die nur im Plur.Präs.Ind. vorkommt (auch bei den schwachen Verben und in manchen Landschaften auch in der 1. oder 2. Person) ist untergegangen, ebenso die ganz isolierte Endung -e in der 2.Ps.Sg.Prät.Ind. der starken Verben (næme > nahmst).
b) Durch die diversen Ausgleichsprozesse (d.h. Vereinfachungen) und Lautwandelerscheinungen haben sich die mhd. Ablautklassen weitgehend aufgelöst. Die DUDEN-Grammatik führt für die Gegenwartssprache 39 (!) verschiedene Ablautreihen auf, von denen 16 nur von einem einzigen Verb besetzt sind. Die Ablautreihen haben für das Nhd. also keinen didaktischen Wert mehr.
c) Etliche ehemals starke Verben wie (be-)neiden, rächen, bellen, schmiegen sind zur schwachen Konjugation übergegangen. Wer kann sich denken, warum das geschehen ist?
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Solfrid [zu Geir]: "danke!"
Heinz-Peter fragt: "Zur Frage: warum werden starke Verben schwach?"
Ingeborg_A sagt: "es ist einfacher"
Geir sagt: "Vereinfachung und Einordnung."
Heinz-Peter sagt: "Richtig."
Heinz-Peter fragt: "Glaubt ihr, dass alle starken Verben eines Tages schwach sein werden?"
Anne_E fragt: "Wann ist eines Tages?"
Heinz-Peter sagt: "Egal wann."
Renate ruft: "Hoffentlich nicht!"
Ingeborg_A sagt: "Nicht in unseren Leben"
Geir sagt: "Nicht häufige Verben wie 'sein'."
Bjørg sagt: "vielleicht"
Solfrid sagt: "es wäre eine natürliche Entwicklung wenn die Sprache lebenlich bleiben darf"
Heinz-Peter sagt: "Ich glaube, Geir hat recht."
Solfrid ruft: "lebendig!"
Heinz-Peter sagt: "Viele stv. gehören zum Grundwortschatz, und der hat die Tendenz, unregelmässig zu sein."
Heinz-Peter sagt: "Wenn ein stv. allerdings seltener gebraucht wird, besteht die Chance, dass es schwach wird."
Anne_E sagt: "Ich denke die Englische Sprache wird mehr Einfluss gewinnen durch die gobalisierung"
Else2 fragt: "und die deutsche Sprache ist doch konservativ..?"
Heinz-Peter sagt: "Meistens zuerst im Präteritum: slazen - salzte (!) - gesalzen (!)"
Geir sagt: "backte"
Anne_E sagt: "backen backte gebacken"
Heinz-Peter [zu Anne-E]: "Wohl nicht so sehr bei der Flexion. Aber natürlich weiss man es nicht genau."
Heinz-Peter [zu Anne_E]: "Manchmal noch 'buk'!"
Solfrid sagt: "Kinder sagen in norw. springe - springte etc. also es gibt ein system und es wird verwendet"
Geir sagt: "Dann kommt wohl *gesalzt und *gebackt später."
Heinz-Peter sagt: "Richtig."
Anne_E sagt: "leider selten"
Heinz-Peter sagt: "Ich zeige jetzt ein paar Dias hintereinander, weil wir nicht mehr viel Zeit haben."
Anne_E sagt: "in N. å løpe"
Heinz-Peter sagt: "Schaut euch bitte später die Aufzeichnung an."
Ingeborg_A [zu Solfrid]: "Auch umgekehrt. mein Sohn sagte: Eg speis maten min"
Heinz-Peter ruft: "Den Projektor 'Verb' lasse ich hier im Raum stehen, für die Weihnachtsferien!"
Heinz-Peter zeigt Dia 12.
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Auf S. 18 des Kompendiums findet ihr eine Übersicht über einige Restgruppen von unregelmässigen Verben, die man oft unter der Bezeichnung 'Besondere Verben' zusammenfasst. Die wichtigste Gruppe bilden die sogenannten Präterito-Präsentien, zu denen die meisten Modalverben sowie einige weitere Verben gehören.
Die Bezeichnung 'Präterito-Präsentien' stammt daher, dass im Laufe einer historisch sehr frühen Uminterpretation ursprüngliche starke Präteritalformen präsentische Bedeutung angenommen haben, zu denen dann später ein Präteritum analog zu den schwachen Verben gebildet wurde: wuss-te, konn-te, muss-te.
Dass es sich im Präsens eigentlich um starke Präteritalformen handelt, sieht man
a) noch heute an der Endungslosigkeit der 1. und 3. Person Singular: ich / er darf, vgl. ich / er half, lief usw.;
b) am mhd. Ablaut im 'Präsens', der dem Ablaut der starken Verbklassen im Präteritum entspricht: Präsens darf (Sing.), durfen (Plur.), vgl. Präteritum stv. Klasse III half - hulfen; oder weiz - wizzen, vgl. stv. Klasse Ia reit - riten.
Vor allem bei müezen 'müssen' tritt mhd. auch noch ein dentalloses Präteritum auf: muose neben muoste, beides für nhd. musste.
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Heinz-Peter zeigt Dia 13.
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Zur Bedeutung einiger Präterito-Präsentien:
- mugen, mügen bedeutet oft 'können' (aber auch 'mögen' u.a.), mhd. kunnen, künnen ist relativ selten. Mit doppelter Negation ich enmac niht... = 'ich kann nicht...'.
- tugen ist das nhd. Verb taugen, also 'nützen, geeignet sein' u.ä.
- turren bedeutet 'wagen, den Mut zu etw. haben'. Das Verb kennt ihr!
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Heinz-Peter zeigt Dia 14.
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In vielen Sprachen - nicht unbedingt im Norwegischen - ist das sog. Verbum substantivum das unregelmässigste Verb überhaupt (lat. esse, franz. être, engl. to be, nhd. sein). Das hat etwas mit der Erscheinung zu tun, dass Wörter bzw. Formen, die in einer Sprache oft oder sehr oft gebraucht werden, dazu neigen, unregelmässig zu sein.
Die Formen dieses Verbs sind deswegen so sehr unterschiedlich, weil sie auf drei verschiedenen ie. (indoeuropäischen) Wurzeln beruhen, die zu einem Verb zusammengefallen sind:
1.) ie. *es- bzw. dessen 'Schwundstufe' *s-: die Formen nhd. ist, sind, sei, mhd. sî sind also miteinander verwandt;
2.) aus der ie. Wurzel *bhu-/bheu- stammen die Formen, die mit b- beginnen: nhd. bin, bist, mhd. auch manchmal wir birn, ir birt neben wir sîn/sint, ir sît;
3.) Formen des starken Verbs wesen: mhd. ich was, wir wâren.
Mhd. hat das Verb 2 Infinitive: sîn und wesen und 2 Part.II: gesîn, gewesen. Die Imperative variieren ebenfalls: wis!, bis! im Sing., sît!, weset! im Plur.
Wenn bei der Formenbildung eines Wortes unterschiedliche Wurzeln zusammenwirken, spricht man von 'Suppletivformen'. Suppletivformen treten v.a. bei Verben und in der Komparation (Steigerung) der Adjektive auf, vgl. mhd. guot - bezzer - best oder übel - wirser - wirst.
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Heinz-Peter fragt: "Das wäre es im wesentlichen, was ich zu den Verben sagen wollte. Habt ihr jetzt unmittelbar Fragen?"
Geir sagt: "Im Moment nicht."
Oddny sagt: "noch nicht"
Renate fragt: "Wie genau müssen wir das alles können?"
Heinz-Peter ruft: "Nur nicht entmutigen lassen!"
Heinz-Peter [zu Renate]: "In den Grundzügen."
Heinz-Peter sagt: "Einzelne Formen müsst ihr nicht bilden können."
Else2 fragt: "wie versteht man "Schwundstufe"?"
Tore_T fragt: "Man muss dies alles in Ruhe studieren. Die Frage ist nur: Wann gibt es Zeit dazu?"
Heinz-Peter sagt: "Allerdings müsst ihr einen mhd. oder frnhd. Text (aus dem Pensum) übersetzen können."
Heinz-Peter [zu Tore_T]: "Jetzt bald!"
Anne_E fragt: "Wann geht der Unterricht weiter, erst im nächsten Jahr, abgesehen von 12.12 um 18.15?"
Heinz-Peter sagt: "UND JETZT noch ein ganz wichtiges Dia:"
Heinz-Peter zeigt Dia 15.
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Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!
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Renate ruft: "Danke, gleichfalls!"
Anne_E sagt: "Danke ebenfalls"
Geir ruft: "Frohe Weihnachten!"
Heinz-Peter sagt: "Der normale Unterricht geht im nächsten Jahr weiter."
Bjørg sagt: "Danke gleichfalls"
Tellef sagt: "Danke gleichfalls."
Oddny sagt: "danke sehr, gleichfalls HP"
Renate fragt: "Das bedeutet also, dass dieses die letzte Stunde vor Weihnachten war?"
Heinz-Peter ruft: "Nächste Woche aber nochmal Steinar!"
Ingeborg_A ruft: "Frohe Weinachten!"
Solfrid sagt: "danke gleichfalls"
Geir [zu Renate]: "Am 12.12. 18.15-20.00 mit Steinar"
Heinz-Peter sagt: "Ja, für dieses Jahr ist dann Schluss."
Else2 sagt: "Danke - gleichfalls"
Bjørg [zu Renate]: "nybøle hat Unterricht 12.12 kl 18.15"
Heinz-Peter ruft: "Danke an alle und Tschüss!"
Renate [zu Bjørg]: "Ja, das habe ich entdeckt. Danke!"
Tore_T sagt: "Tschüss"
Tellef fragt: "Haben wir Litteratur am Montag?"
Solfrid ist soeben ausgestiegen.
Geir [zu Tellef]: "nein"
Renate sagt: "Tschüss bis nächste Woche."
Bjørg ruft: " auf Wiedersehen!"
Renate [zu Tellef]: "Nein, leider nicht."
Tellef sagt: "Danke Geir."
-- Ende der Aufzeichnung: Mittwoch, 5. Dezember 2001 8:03 Uhr Dreistadt-Zeit --
Ingeborg_A [zu Tellef]: "Nein"
Bjørg ist soeben ausgestiegen.