Fühman-Judenauto


-- Start der Aufzeichnung: Montag, 10. September 2001 7:17 Uhr Dreistadt-Zeit --


Tore_T kommt.
Benedikt sagt: "Ich hoffe ihr hattet Zeit, den kurzen Text zu lesen."
Ingeborg_A sagt: "Ja, das habe ich gehabt"
Else2 ruft: "der Rekorder leuchtet aber noch nicht!"
Benedikt sagt: "Hier in diesem Raum findet ihr auch Archivschränke zu den einzelnen Texten. Darin findet ihr Übungen zur Vor- und Nachbereitung der Texte."
Oddny sagt: "ja, aber es ist etwas mit dem Erinnern, so auch mit des meines"

Daniel kommt.
Oddny sagt: ""dem" natürlich"
Benedikt [zu Daniel]: Ist der Recorder an?
Daniel sagt: "ja"

FrodeRas_[Gast] kommt.

FrodeRas_[Gast] geht ins Mellomfags-Atelier.
Benedikt sagt: "Schaut euch doch einfach später das Archiv zu Fühmann an."
Gro_L sagt: "das werden wir tun"
Benedikt fragt: "Anhand des erstens Dias möchte ich euch fragen, welches Bild von Kindheit hervorgerufen wird?"
Oddny sagt: "das rote Licht (auf dem Rekorder) ist nicht da"

Benedikt zeigt Dia 2.

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"Ein warmes Grün, das ist in meinem Gedächtnis wohl das früheste Bild: das Grün eines Kachelofens , um dessen oberes Bord sich das Relief eines Zigeunerlagers gezogen haben soll; doch weiß ich das nur noch aus den Erzählungen meiner Mutter, keine Anstrengung des Hirns bringt mir dies Bild zurück. Das Grün aber habe ich behalten: ein warmes Flaschengrün mit stumpfem Glanz. Immer wenn ich mir dieses Grün vor Augen führe, fühle ich mich leicht über den Dielen in Lüften schweben: [...]"









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Renate [zu Oddny]: Klick mal auf's Auge, dann kommt es zum Vorschein.
Oddny sagt: "ok, danke Renate"
Daniel ist soeben ausgestiegen.
Inger_H sagt: " ich sehe kein Bild. Was musss ich machen"
Lars2 sagt: "Die erste Erinnerung seiner Kindheit"
Benedikt [zu Inger_H]: Versuche es mit oppdater
Ingeborg_A fragt: "Hat es mit dem merkwürdigen Manne mit dem süssen Wûrst zu tun, oder kam das später?"
Renate sagt: "Wärme und Geborgenheit - der Kachelofen, die Farbe grün."
Benedikt [zu Ingeborg_A]: Ein bisschen Geduld.
Inger H ist soeben ausgestiegen.
Inger H ist eingestiegen.
Benedikt [zu Renate]: Richtig. Besonders wichtig sind hier die Farben.
Gro_L sagt: "Die Farben kennt wohl ein Kind von 2 Jahren nicht. Ist wohl später erzählt worden"
Benedikt fragt: "Welche Bedeutung hat das "in den Lüften schweben"?"
Renate sagt: "Er wird von seiner Mutter getragen/gehoben."
Oddny sagt: "etwas flüchtiges, nicht fest am Boden"
Renate sagt: "er ist selig, er schwebt, alles ist noch unbeschwert."
Lars2 sagt: "Er fühlt Glück"

Else kommt.
Else2 sagt: "hier geht es um positive Erinnerungen von der Kindheit im Gegenteil zu späteren Bildnissen"
Oddny sagt: "du sagst es immer schöner Renate"

Else geht zum Kolloquienraum 1.

Else kommt.

Benedikt sagt: "Eure Beobacvhtungen sind sehr gut. Ich glaube die Verbindung von Sicherheit, Geborgenheit und Freiheit ist sehr wichtig."
Lars2 sagt: "Grün sei beruhigend einwirken"
Benedikt sagt: "Die Wärme wird in der Alliteration von warmes Weinflaschengrün besonders deutlich."
Else ist eingestiegen.
Benedikt fragt: "Wie verändert sich diese Ausgangsbild dann im nächsten Bild?"
Benedikt sagt: "dieses Ausgangsbild"
Else ist soeben ausgestiegen.
Else2 sagt: "Alliteration - ich brauche eine weitere Erklärung"
Ingeborg_A sagt: "Es wird schwarz"
Lars2 sagt: "Man fast hört den Schrei der Mutter. Etwas Gefährliches wird geschildert"
Oddny sagt: "häBlich aber doch schön"
Inger_H meint: " die ich Person....."
Benedikt [zu Else2]: Gleiche Buchstaben zu Beginn des Wortes
Tore_T sagt: "Es ist doch nichts Gefährliches. Die Vorurteile der Mutter verursacht die Angst."
Inger_H sagt: "fühlt,dass etwas unangenehmes passiert, was gefährliches"
Tellef fragt: "Was meinst du mit"das nächste Bild",Benedikt?"
Benedikt sagt: "Ja - eine zuerst angenehm empfundene Sache wird plötzlich negativ"
Tore_T sagt: "Verursachen"
Benedikt [zu Tellef]: Ich meinte Erinnerungsbild (zweiter Absatz der Erzählung)
Oddny sagt: "andere Menschen sah etwas häBliches, der Junge nur einen freundlichen Mann"
Lars2 [zu Tore"Natürlch,]: wird aber als Gefährlich geschildert.
Renate sagt: "Die Höhle des Holunderbaums ist auch noch Grün - ehe die Mutter ihn wegreisst."
Benedikt [zu Anne_L]: Welche Dinge des Mannes werden denn zu etwas Negativem?


Rolf_[Gast] kommt.
Benedikt [zu Renate]: Beachte hier erneut die Alliteration Höhle Holunder
Benedikt fragt: "Welche Dinge des Mannes werden denn zu etwas Negativem?"
Renate sagt: "der Mann ist heruntergekommen, riecht nach Alkohol und isst verdorbene Wurstabfälle - dazu noch aus Pferdefleisch"
Bjørg sagt: "Er war ein Spottfigur, er riecht nach Spirituos"
Oddny fragt: "ein Verlierer ?"
Benedikt sagt: "Genau. Besonders wichtig scheint mir zu sein, dass das körperliche Empfinden des Kindes hier schon zwiespältig wird."
Benedikt [zu Oddny]: Ja
Renate sagt: "Ja, aber das Kind hat trotzdem die positive Erinnerung behalten."
Benedikt sagt: "Wenn wir uns das nächste Dia anschauen, können wir vielleicht Ahnlichkeiten und Unterschiese herausarbeiten."
Renate sagt: "Besonders das Reiten auf seinen Knien - das lieben kleine Kinder."

Benedikt zeigt Dia 3.

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"Ich sah Wangen und Augen und Lippen und Stirn und Haar, und mir war, als sei dies Gesicht immer verhüllt gewesen und ich sähe es das erste Mal nackt. Scheu befing mich; ich wollte wegsehen und konnte es doch nicht und beugte mich über das Mädchen, das reglos im Gras lag, und berührte, ein Hauch, mit meiner Hand ihre Wange, und mir wurde flammend heiß, und plötzlich brannte meine Hand: ein jäher Schmerz; mein Name dröhnte in mein Ohr; ich fuhr auf, und der Lehrer hieb mir ein zweites Mal über den Handrücken."









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Benedikt [zu Renate]: Ja die Gefühle sind hier vermischt. Es gibt sowohl positives als auch negatives
Benedikt [zu Ole]: In welcher Situation befindet sich der Junge
Renate sagt: "Er träumt - von einem Mädchen, das er zum ersten Mal richtig sieht."
Ingeborg_A sagt: "er hat ein erotischer Träum in der Schule"
Oddny sagt: "er träumt, während er im Klassenzimmer sitzt"
Renate sagt: "Und wird dann brutal durch den Schlag und den Ruf des Lehrers geweckt."
Inger_H sagt: "er befindet sich in der Schule und shläft. Deswegen wird er vom Lehrer geweckt. Er schlägt ihn"
Lars2 sagt: "Er träumt. Er stellt sich ein heldenhaftes Auftreten vor."
Ole sagt: "er ist gespaltet( zu Bernhard)"
Anne L ist soeben ausgestiegen.
Benedikt sagt: "Genau. Er träumt in der Schule von einem Mädchen und die Schule reagiert mit Gewalt. (Prügelstrafe)"
Benedikt [zu Ole]: Du weist schon auf die nächste sehr wichtige Passage hin, in der von seiner Spaltung die Rede ist.
Benedikt sagt: "ich zeige euch diese Textstelle im nächsten Dia"

Benedikt zeigt Dia 4.

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"[...] Ich dachte nicht mehr ans Nachsitzen und nicht mehr an das Judenauto; ich sah das Gesicht des Mädchens in den Wellen der Gräser, und im Korn sah ich ihr helles Haar. Die Wiesen dufteten sinnverwirrend, das pralle Fleisch der Glockenblumen schwang blau in meiner Brust; [] der Mohn neben den Raden lohte drohend, und ich war verwirrt. Ich war bisher arglos in der Natur gestanden wie eins ihrer Geschöpfe, eine Libelle oder ein wandernder Halm, doch nun war mir, als ob sie mich von sich stieße und ein Riß aufbräche zwischen meiner Umwelt und mir."









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Benedikt fragt: "Ole sprach von Spaltung. In welchem Begriff finden wir die Spaltung hier wieder?"
Oddny fragt: "die Blumen ?"
Lars2 sagt: "Ein Riss"
Renate sagt: "Ein Riss zwischen der Umwelt, der realen Welt, und ihm, dem Träumer."
Benedikt [zu Lars2]: Genau. Es geht ein Riss durch seine Welt. Was bedeutet eigentlich?

Benedikt [zu Lars2]: Genau. Es geht ein Riss durch seine Welt. Was bedeutet das eigentlich? (Verbesserung)
Lars2 sagt: "Er hat sich der realen Welt entfernt"
Tellef fragt: "Ein Riss zwischen der Wirklichkeit und der Fantasi?"
Inger_H fragt: "Vielleicht Einsamkeit?"
Rolf_[Gast] fragt: "Ein Riss zwischen Liebe /keine Liebe?"
Benedikt erzaehlt: "Ja. Ich sehe das auch so. Sein Weltbild ist nicht mehr intakt. Er hat die Orientierung verloren - er hat sich verloren. Oder ist im Begriff sich zu verlieren."
Lars2 sagt: "Er lebt jetzt in einer Welt der Träume, hat die Realitäten verlassen."
Benedikt [zu rolf_[Gast]]: Weniger Liebe/keine Liebe. Es geht hier mehr um Verwirrung und Verlust von Orientierung. Er hat auch das Gefühl etwas Verbotenes zu tun, was für die ersten sexuellen Erfahrungen der Pubertät sicherlich normal ist.
Benedikt sagt: "In welcher Beziehung steht jetzt diese Struktur, die wir herausgearbeitet haben, mit dem antisemitischen Schauermärchen."
Else2 fragt: "er ist aber immer noch ein Kind - kann man dann von einem Weltbild sprechen?"

FrodeRas_[Gast] kommt.
Lars2 sagt: "Hier werden eigentlich zwei Geschichte erzählt.."
Renate sagt: "Er denkt, er könnte dem Mädchen, für das er sich interessiert, Eindruck machen und vermischt Wirklichkeit mit Wünschen."
Benedikt [zu Else2]: Ich würde schon von einem Weltbild sprechen, da auf Seite 6 genau die Einflussquellen geschildert werden.
Benedikt [zu Lars2]: Ja - sage uns bitte welche.
Lars2 fragt: "die Erzählungen seiner Kindheit könnte vielleicht als etwas Paralles mit der Geschichte des Judenautos gesehen werden?"
Benedikt [zu Lars2]: Wir haben eine Parallele. Aus Sicherheit wird Bedrohung.
Renate sagt: "Er hat aufgefasst, dass die Erwachsenen den Juden die Schuld für alles Missgeschick geben - er ist in das Mädchen verliebt und möchte imponieren."
Benedikt erzaehlt: "Ich sehe, dass die Zeit wirklich rasend schnell hier vergeht. Kann das Schauermärchen und dessen Sündenbockfunktion mit dem Riss in Verbindung gebracht werden?"
Tellef sagt: "Viele Jugendliche und auch Erwachsene Traümen Helden zu werden.Sie können dann nicht mehr zwischen Wirklichkeit und FantasiTrennen."
Lars2 fragt: "Schauermärchen, was bedeutet das?"
Oddny fragt: "das Erinnern + die Fantasie spielt vielleicht eine Rolle ?"
Renate fragt: "Ist der Riss das Symbol für das Ende der Kindheit, der Unschuld und Geborgenheit?"
Benedikt [zu Lars2]: Ein Märchen, um KIndern Angst zu machen
Rolf_[Gast] fragt: "Der Mensch hat Angst vor da Fremde ?"
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Benedikt [zu Renate]: In diese Richtung kann man sicherlich gehen. Allerdings dient meines Erachtens das Schauermärchen dazu, den Riss wieder zu verschliessen, zu kitten.
Ole sagt: "um seine Zwiespaltigkeit zu überwinden gibt der Junge den Juden die Schuld"
Benedikt [zu Ole]: Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Danke.
Tellef sagt: "Ein Riss zwischen den Juden und den Christen entstand ,wie der Riss zwischen der Hauptperson und der Umwelt"
Renate [zu Benedikt]: Können Sie das näher erklären?
Benedikt [zu rolf_[Gast]]: Der Junge versucht die Angst zu verdrängen, nicht mit ihr zu leben.
Rolf_[Gast] sagt: "ich fühlte mein Leib wie etwas Fremdes - die Juden sind auch was Fremdes - beides gibt ihm Angst"
Else2 erzaehlt: " "sie (die Juden) hatten alles Schlechtes gemacht, das es auf der Welt gibt" ist wohl eine der wichtigsten Aussage des Textes? Ubrigens - etw. über Fühmann ?"
Tu entends la sonnerie d'un rveil lointain.
Dieter_Gast disparat mystrieusement.
Benedikt [zu rolf_[Gast]]: genau. Der Körper ist das Bindeglied über das der Text funktioniert.
Benedikt [zu Else2]: Wie meinst Du das?
Benedikt [zu Renate]: Ist die Frage beantwortet, oder besteht noch Klärungsbedarf?
Renate meint: "Eigentlich ja..."

Renate ruft: "Aber die Stunde ist längs zu Ende!"
Tellef ist soeben ausgestiegen.
Renate fragt: "Gibt es Hausaufgaben für das nächste Mal?"
Benedikt [zu Renate]: Der Junge befindet sich an einer Schwelle und sucht seine Identität. Er will aus der Zweideutigkeit zurück zur Eindeutigkeit, wofür er den Antisemitismus braucht.
Rolf_[Gast] sagt: "das Judenauto gibt einem vieles zu überlegen - danke erst mal - (ich muss Stimmen zählen gehen)"
Else2 sagt: "die Juden bekamen immer die Schuld - jetzt auch von dem Kind"
Benedikt sagt: "Es tut mir leid, dass ich so lange überzogen habe. Ihr bekommt morgen von mir eine Email in der genau drinsteht, wie es weitergeht."
rolf_[Gast] ist soeben ausgestiegen.
Der Hausmeister kommt und bringt rolf_[Gast] nach Hause.
Benedikt ruft: "Vielen Dank für euer Interesse!"
Inger_H sagt: "muss auch Stimmen zählen - Hausaufgaben"
Bjørg ruft: " auf Wiedersehen!"
Gro_L sagt: "Tschüss"
Renate ist soeben ausgestiegen.

-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 10. September 2001 8:11 Uhr Dreistadt-Zeit --

Lars2 ruft: "Vielen Dank. Tchüss!"
Ole sagt: "wiedersehen"

Gro_L geht ins Mellomfags-Atelier.
Inger_H sagt: "Tschüss"
Ole ist soeben ausgestiegen.