Reichston

Ein Dreistadt-Diaprojektor. Er kann bis zu 30 Dias enthalten. Ein Dia kann aus einfachem Text bestehen, kann aber auch z.B. mit Bildern angereichert werden. Wenn ein Dia nur aus einem Link besteht, wird die verlinkte Seite gezeigt.
Dias sind praktisch für vorbereitete Stunden mit Thesen, Textauszügen, Übungsaufgaben usw., die man schnell bei der Hand haben will.
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Nr. 1 show images see all slides
Aufgabe 1
(diese Frage kann man in der Tat ein bisschen ausführlicher beantworten. Ich beschränke mich auf ein paar Stichwörter)

Literaturgeschichtliche Einordnung:
a) Literarischer Text in mhd. Sprache
b) Gattung: Lyrik
c) Untergattung: Spruchdichtung
d) Thema: Politik, Religion, Weltlage
e) Zur Metrik: paarweise geordneter Endreim
Nr. 2 show images see all slides
Aufgabe 1 (Fortsetzung)Worum es im Gedicht geht:
a)Der politische Hintergrund (Kaiserwahl, Einmischung des Papstes)
b)Walthers Position (arbeitet bei Philipp von Schwaben)
c)3 Werte müssen kombiniert werden (Besitz, Ansehen in der Gesellschaft und Gottes Segen), um in Harmonie leben zu können. Der wichtigste Wert ist Gottes Segen (gotes hulde, der zweier übergulde = gilt mehr als die beiden anderen). Wenn ein Wert zu dominierend wird, geht das auf Kosten der beiden anderen.. Ein solches Ungleichgewicht scheint also in der Welt vorzuherrschen (untriuwe ist in der sâze, gewalt vert ûf der strâze). Worauf beruht das?
d)Die Voraussetzung für ein harmonisches Nebeneinandersein der drei Werte sind vride (pax) und reht (iustitia). Friede und Recht müssen wieder geschaffen werden (gesund werden), um ein harmonisches Nebeneinander der drei Werte zu ermöglichen. Erst dann können die Menschen in Harmonie leben.
e)Möglicherweise liegt eine sanfte Kritik Walthers vor: die geistlichen und weltlichen Fürsten (in erster Linie der Papst und der Kaiser) sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich wieder für Friede und Gerechtigkeit sorgen.


Nr. 3 show images see all slides
Aufgabe 2
Lautwandel im Übergang zwischen dem Mhd.. und dem Frühneuhochdeutschen (vgl. Stedje, Kap. 14.5)
(bitte bemerken Sie, dass diese Lautwandel nicht in allen Dialekten erfolgt sind!)

1.Die frühneuhochdeutsche Diphthongierung (siehe Stedje, Kap. 14.5.1). Beispiele aus dem Text: ûf > auf, schrîn > Schrein. (Das Alemannische kennt diese Diphthongierung nicht uf schwyzerdütsch)
Nr. 4 show images see all slides
Aufgabe 2 (Fortsetzung)
2. Die mitteldeutsche Monophthongierung (siehe Stedje, Kap. 14.5.2) Beispiele aus dem Text: wie > wie (das e wird nicht ausgesprochen (bezeichnet Länge des vorangehenden Vokals (Dehnungs-e)), tuot > tut .
(Diese Monophthongierung hat das Bairische und Alemannische nicht erreicht; daher der Terminus mitteldeutsche Diphthongierung)
Nr. 5 show images see all slides
Aufgabe 2 (Fortsetzung)
3. Die Vokaldehnung (siehe Stedje, Kap. 14.5.3). Beispiele aus dem Text: (ellen-)bogen (kurze o) > Ellenbogen (langes o), vride (kurze i) > Friede (langes i + Dehnungs-e).
Nr. 6 show images see all slides
Aufgabe 3
Zur Form: vert: 3.Pers.Sg.Präs.Ind. von varen (=fahren)
Zur Konjugation: varen, vare : vuor : vuoren : gevaren
Zum Vokalunterschied im Präs. (ich vare, du verest, er veret/ich fahre, du fährst, er fährt).
Das e (heute ä geschrieben) geht auf das Phänomen i-Umlaut zurück, und zwar wurde im Ahd. in diesem Fall ein kurzes /a/ zu einem /e/ umgelautet (Primärumlaut, vgl. Stedje, Kap. 9.7.1). Die Ursache für diese Änderung war ein nachfolgendes i oder j, das auf den vorangehenden Vokal (in diesem Fall /a/) assimilierend wirkte.
Ahd. Formen: faran (Inf.) aber feris (<*faris) (2.Sg)/ ferit (<*farit) (3. Sg).
Das i-Element findet man nur in der 2. und 3. Pers. Sg. In den restlichen Formen bleibt daher das a erhalten.
Nr. 7 show images see all slides
Aufgabe 4
Es geht hier um die 2. oder hochdeutsche Lautverschiebung (Stedje, Kap. 8.1)
a)Die Verschiebung von germ. p, t, k: Positionsbedingte Phonemspaltung. Man kann die Verschiebung als einen Prozess in zwei Stufen betrachten. 1. Stufe (Zwischenstufe): mit Anfangs- und Endelement (Affrikatenposition) 2. Stufe (Endstufe): nur Endelement (Spirantenposition)
Nr. 8 show images see all slides
Aufgabe 4 (Fortsetzung)
1)Affrikatenposition (Anfangs- und Endelement enthalten): im Anlaut, in der Verdoppelung, nach Konsonant
p > pf
t > ts; zwei (< eng. two, norw. to), herze (< norw. hjerte)
k > kx (nur mundartl.) sonst bleibt k
Nr. 9 show images see all slides
Aufgabe 4 (Fortsetzung)

2)Spirantenposition (nur Endelement enthalten): nach Vokal
p > f; ûf (< engl. up)
t > s; saz (< neonorw. sat), daz (< engl. that), strâze (< engl. street)
k > x; ich (< nd. ik, altnord. ek)
Nr. 11 show images see all slides
Aufgabe 5
Zur Form dinc: neutr. Substantiv im Akk.Pl.
Zur Deklinationsklasse: Dieses Substantiv gehörte im Mhd. zur der Gruppe der sog. starken Neutr., die im Pl. keine Endung hatten (vgl. Norw. et ord flere ord, et (stor)ting flere ting).
Zur Entwicklung (vgl. Stedje, Kap. 14.7.1): Diese Gruppe bekommt eine deutliche Pluralmarkierung (vgl. Numerusprofilierung (Prell, S. 21)), z. B. die Pl.Endung er mit Umlaut (Wort - Wörter) oder die Pl. Endung e (meistens ohne Umlaut); Ding - Dinge, Jahr - Jahre.
Bei einigen Substantiven findet man Doppelformen: Worte/Wörter, Länder/Niederlande