GELDWÄSCHE

Flossen auch an DaimlerChrysler und VW Gelder?

Hunderte von Großunternehmen, darunter Volkswagen, DaimlerChrysler und Sony, sollen Gelder über verdächtige Konten der Bank of New York erhalten haben. Über diese Bankverbindungen hat die russische Mafia angeblich Milliardensummen gewaschen.

Erneut wegen Geldwäsche-Verdachts in den Schlagzeilen: die renommierte Bank of New York
© DPA
Erneut wegen Geldwäsche-Verdachts in den Schlagzeilen: die renommierte Bank of New York
New York - Die Benex International Co. of New York, ein Unternehmen, das unter Mafia-Verdacht und im Mittelpunkt von Geldwäsche-Ermittlungen steht, soll an Unternehmen rund um den Erdball Gelder überwiesen haben. Dies berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung von Aussagen der Untersuchungsbehörden. Neben Volkswagen, DaimlerChrysler und Sony sind unter anderem auch Hewlett-Packard, Nestlé und Motorola betroffen.

Benex habe russischen Importeuren als eine Transferstelle gedient, durch die sie die russischen Steuer- und Zollbehörden umgehen konnten, schreibt das WSJ. Die Ermittler hätten allerdings erklärt, dass es keine Beweise dafür gebe, dass die Unternehmen, die Gelder über Benex erhalten hatten, etwas von den mutmaßlichen Verstößen wussten. Die Namen der russischen Firmen, die Benex als Transferstation genutzt hatten, seien nicht bekannt. Laut WSJ sind die hochkarätige Liste von Empfänger-Unternehmen sowie der Umfang und die Anzahl der Überweisungen ein Beleg dafür, welch enorme Ausmaße der Geldtransfer über Benex angenommen hat.

Die Zahlungen hätten sich zumeist zwischen zwei und dreißig Millionen Dollar bewegt. Außerdem sollen die untersuchenden Behörden noch kleinere Überweisungen an Einzelpersonen festgestellt haben. Die Ermittler hätten neun Konten bei der Bank of New York gesperrt. Darunter sei auch ein Konto der Benex, über das seit Mitte 1996 annähernd fünf Milliarden Dollar geflossen seien.

Im Fall von DaimlerChrysler habe Benex das Geld auf ein Stuttgarter Bankkonto überwiesen. Transfers an große US-Konzerne seien zumeist an europäische Tochterfirmen geflossen.

Ein DaimlerChrysler-Sprecher habe gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme zu den Vorfällen abgeben wollen. Auch Volkswagen lehnte jeden Kommentar ab.

ARTIKEL VERSENDEN

© SPIEGEL ONLINE 37/1999
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags


POLITIK|WIRTSCHAFT|NETZWELT
[Shop | Archiv | Forum | Links | Impressum | Hilfe]
[Politik | Wirtschaft | Netzwelt | Panorama | Kultur | Wissenschaft | Sport]
[DERSPIEGEL | SPIEGELSpezial | kulturSPIEGEL | UniSPIEGEL]
[DerTag | SPIEGELTV | XXP | managermagazin | SPIEGEL-Gruppe | SPIEGELMedia]


Links: