-- Start der Aufzeichnung: Dienstag, 30. Oktober 2001 5:34 Uhr Dreistadt-Zeit --
Anja sagt: "Oh, leider nicht. Ein Blitz hat ihn wohl zerstört. Aber ich habe für heute Ersatz gefunden."
Torjan sagt: "Der rekorder läuft - alles, was hier gesagt wird, bleibt (o Schreck) der Nachwelt erhalten."
Torjan fragt: "Wir machen weiter mit dem Taugenichts. Alles klar?"
Torjan erzaehlt: "Wir sind in unseren letzten Diskussion zu dem Schluss gekommen, dass die Berufsexistenz (Zolleinnehmer) für den Taugenichts an Attraktivität verliert. Er, der die heimatliche Mühle verlassen hatte, um Wunder und Bewegung zu suchen, läuft die Gefahr ein biederer Spießbürger zu werden. Die Sehnsucht nach der Weite meldet sich wieder. Aber was gibt den Anstoß zum neuen Aufbruch/zur neuen Wanderung?"
KarinM kommt.
Torjan fragt: "Möchte sich jemand dazu äußern?"
Torjan sagt: "Guten Abend, Karin."
Torjan sagt: "Es gibt mehrere Gründe."
Torjan sagt: "Erstens - es wird ihm langsam zu langweilig"
Anja sagt: "Er glaubte,dass seine Geliebte einen anderen hat"
Torjan [zu Anja]: "Genau - das gibt ihm den entscheidenden Stoß."
Torjan sagt: "Ich zeige euch dazu einen Textauszug."
Torjan zeigt Dia 7.
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Alles das versenkte mich recht in einen Abgrund von Nachsinnen. Ich wickelte mich, gleich einem Igel, in die Stacheln meiner eigenen Gedanken zusammen; vom Schlosse schallte die Tanzmusik nur noch seltner herüber, die Wolken wanderten einsam über den dunkeln Garten weg. Und so saß ich auf dem Baume droben, wie die Nachteule, in den Ruinen meines Glücks die ganze Nacht hindurch.
Die kühle Morgenluft weckte mich endlich aus meinen Träumereien. Ich erstaunte ordentlich, wie ich so auf einmal um mich her blickte. Musik und Tanz war lange vorbei, im Schlosse und rings um das Schloß herum auf dem Rasenplatze und den steinernen Stufen und Säulen sah alles so still, kühl und feierlich aus; nur der Springbrunnen vor dem Eingange plätscherte einsam in einem fort. Hin und her in den Zweigen neben mir erwachten schon die Vögel, schüttelten ihre bunten Federn und sahen, die kleinen Flügel dehnend, neugierig und verwundert ihren seltsamen Schlafkameraden an. Fröhlich schweifende Morgenstrahlen funkelten über den Garten weg auf meine Brust.
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KarinM fragt: "Worüber sprechen wir heute?"
Torjan [zu KarinM]: "Über den Taugenichts."
KarinM sagt: "Gut"
Torjan sagt: "Jetzt glaubt er also, dass seine Geliebte einen anderen hat - er hat sie auf dem Schlossbalkon neben einem flotten Offizier gesehen."
Torjan [zu KristenB]: "Guck dir den Textauszug an - was benimmt er sich?"
Torjan sagt: "wie benimmt er sich - müsste es selbstverständlich heißen."
Torjan fragt: "Mit welchem Tier vergleicht er sich am Anfang des Textauszugs?"
KristenB sagt: "mit einem Igel"
Torjan [zu KristenB]: "Genau - und wie würdest du diese Reaktion charakterisieren?"
KristenB sagt: "tut mir leid, ich habe den Textausschnitt verloren"
Torjan sagt: "Igel = pinnsvin."
Torjan fragt: "Können die anderen ihn sehen?"
KarinM sagt: "ja"
Torjan sagt: "Ich hole ihn noch einmal hervor."
Torjan zeigt Dia 7.
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Alles das versenkte mich recht in einen Abgrund von Nachsinnen. Ich wickelte mich, gleich einem Igel, in die Stacheln meiner eigenen Gedanken zusammen; vom Schlosse schallte die Tanzmusik nur noch seltner herüber, die Wolken wanderten einsam über den dunkeln Garten weg. Und so saß ich auf dem Baume droben, wie die Nachteule, in den Ruinen meines Glücks die ganze Nacht hindurch.
Die kühle Morgenluft weckte mich endlich aus meinen Träumereien. Ich erstaunte ordentlich, wie ich so auf einmal um mich her blickte. Musik und Tanz war lange vorbei, im Schlosse und rings um das Schloß herum auf dem Rasenplatze und den steinernen Stufen und Säulen sah alles so still, kühl und feierlich aus; nur der Springbrunnen vor dem Eingange plätscherte einsam in einem fort. Hin und her in den Zweigen neben mir erwachten schon die Vögel, schüttelten ihre bunten Federn und sahen, die kleinen Flügel dehnend, neugierig und verwundert ihren seltsamen Schlafkameraden an. Fröhlich schweifende Morgenstrahlen funkelten über den Garten weg auf meine Brust.
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Anja sagt: "Ja"
Torjan [zu KristenB]: "Siehst du ihn jetzt?"
KristenB fragt: "Ja, bitte. Er erlebt wohl eine Weise von Isolation?"
Torjan [zu KristenB]: "Gut gesagt - er zieht sich in sich selbst zurück."
Torjan sagt: "Aber im Gegensatz zu vielen anderen Menschen bleibt er nie lange in der Isliertheit seines egener Leid."
KristenB sagt: "Er schwimmt noch einmal in die Natur, und bleibt da in seinen Gedanken heruntergetaucht"
Torjan sagt: "Der Taugenichts als extrovertierter Mensch, der seine Depressionsanfälle schnell überwindet."
Torjan [zu KristenB]: "Und was briingt ihn zum "Leben", zur Aktivität zurück?"
KristenB sagt: "Einfach die kühle Morgenluft"
Torjan sagt: "Das klingt prosaisch - ist aber richtig."
Torjan [zu KarinM]: "Es kommt aber noch ein Element hinzu."
KristenB sagt: "ja, hierzu die erwachenden Vögel"
KarinM sagt: "die Vögel die ihren Flügel dehnen"
Torjan erzaehlt: "Der Hinweis auf die Vögel ist gut - der Taugen. weist immer auf Vögel hin, um seine Sehnsucht zu verdeutlichen - Vögel: Symbole der Freiheit und Bewegung."
Torjan sagt: "Es gibt noch ein Element, das vielleicht noch wichtiger ist."
Torjan sagt: "Guckt euch den lezten Satz an."
KarinM sagt: "Die Sonnenstrahlen"
Torjan [zu KarinM]: "Genau - eine ungeheuer romantische Szene - kannst du dir vorstellen warum?"
Torjan sagt: "Morgensonne - Neugeburt, Neuanfang"
Torjan sagt: "Das Zusammenspiel von Mensch und Natur"
Torjan [zu GretheR]: "Und was wird von den Sonnenstrahlen getroffen?"
KristenB fragt: "Kann man dies Pantheismus nennen?"
Torjan [zu KristenB]: "Genau - hier geht es um die Harmonie von Natur und Mensch"
Torjan sagt: "Dabei ist es ein intuitives Erlebnis"
Torjan sagt: "Die Sonnenstrahlen (Natur) treffen die Brust (Herz) - aktivieren die Gefühle"
Torjan sagt: "Hier kommt noch ein Textauszug"
Torjan zeigt Dia 8.
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Da richtete ich mich in meinem Baume auf und sah seit langer Zeit zum ersten Male wieder einmal so recht weit in das Land hinaus, wie da schon einzelne Schiffe auf der Donau zwischen den Weinbergen herabfuhren und die noch leeren Landstraßen wie Brücken über das schimmernde Land sich fern über die Berge und Täler hinausschwangen.
Ich weiß nicht, wie es kam - aber mich packte da auf einmal wieder meine ehemalige Reiselust: alle die alte Wehmut und Freude und große Erwartung. Mir fiel dabei zugleich ein, wie nun die schöne Frau droben auf dem Schlosse zwischen Blumen und unter seidnen Decken schlummerte und ein Engel bei ihr auf dem Bette säße in der Morgenstille. - Nein, rief ich aus, fort muß ich von hier, und immer fort, so weit als der Himmel blau ist!
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Torjan [zu GretheR]: "Was könnte ein Stichwort für die Stimmung und das Landschaftserlebnis in diesem Textauszug sein?"
GretheR ist soeben ausgestiegen.
Torjan fragt: "sonst jemand?"
KarinM sagt: "Optimismus"
KristenB sagt: "Er bekommt Sehnsucht nach Menschen"
Anja sagt: "Die Landschaft wirkte so einladend"
Torjan [zu KarinM]: "- genau - und worauf ist dieser neue Optimismus (nach der Depression der Nacht) zurückzuführen?"
Torjan [zu Anja]: "Richtig - was ist wichtig in diesem Landschaftsbild?"
GretheR ist eingestiegen.
Anja sagt: "Brücken"
Torjan [zu KristenB]: "Sehnsucht nach neuen Menschen."
KristenB sagt: "OK"
Torjan [zu Anja]: "- nicht schlecht - Brücken zu neuen Welten, Erlebnissen."
KarinM sagt: "Er will etwas erleben, er ist jetzt frei sozusagen"
ØyvindS kommt.
Torjan [zu KarinM]: "Richtig - wichtige Merkmale sind dabei die Weite der Landschaft und die neue Reislust."
ØyvindS sagt: "Ëntschuldigen mir zu spät kommen."
Torjan sagt: "Aber auch hier kann man gewissermaßen von Pantheismus sprechen - die große, weite Landschaft lock und ruft."
Torjan [zu Öyvind]: "Alles in Ordnung"
Torjan sagt: "Diese beiden Textauszüge geben einen guten Einblick in die romantische Art und Weise Landschaft u. Natur zu erleben."
Torjan sagt: "intuitiv, gefüühlsmäßig."
Torjan fragt: "Wir werden uns jetzt einige Stationen/Episoden seiner abenteuerlichen Wanderung angucken. Wohin führt ihn der Weg/der Zufall?"
KarinM sagt: "Er kommt zuerst in einen kleinen Dorf"
Anja sagt: "Richtung Italien"
Torjan [zu KarinM]: "OK - beides richtig."
Torjan [zu Anja]: "Warum will er nach Italien?"
Anja sagt: "Der Portier hatte ihm von diesem Land vorgeschwärmt."Da wachsen einem die Rosinen ins Maul"
GretheR sagt: "der Portier hat um Italien gesprochen"
Torjan [zu GretheR]: "Genau - der Portier hat Italien als eine Art Schlaraffenland beschrieben."
Torjan sagt: "Der T. lässt sich überhaupt von unrealistischen Phantasievorstellungen durch die Welt führen."
Torjan [zu Anja]: "Was erlebt e er nun in diesem Dorf?"
Torjan fragt: "Anders gesagt: Welche Seite seines Charakters kommt hier zum Vorschein?"
GretheR sagt: "Als Spielmann"
Torjan [zu GretheR]: "Sehr gut"
Torjan [zu Greteh]: "Was verbindet man oft mit dem Spielmann."
Anja sagt: "Er verfolgt sein Ziel, obwohl ihn ein Bauer kurz zum Nachdenken gebracht hatte."
Torjan [zu Anja]: "An welchen Bauern denkst du?"
Torjan sagt: "Ich zeige euch einen Textauszug"
GretheR sagt: "Ein Spielmann lebt nich wie die anderen"
Torjan zeigt Dia 1.
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Wie der erste Schleifer vorbei war, konnte ich erst recht sehen, wie eine gute Musik in die Gliedmaßen fährt. Die Bauernburschen, die sich vorher, die Pfeifen im Munde, auf den Bänken reckten und die steifen Beine von sich streckten, waren nun auf einmal wie umgetauscht, ließen ihre bunten Schnupftücher vorn am Knopfloch lang runterhängen und kapriolten so artig um die Mädchen herum,
daß es eine rechte Lust anzuschauen war. Einer von ihnen, der sich schon für was Rechtes hielt, haspelte lange in seiner Westentasche, damit es die andern sehen sollten, und brachte endlich ein kleines Silberstück heraus, das er mir in die Hand drücken wollte. Mich ärgerte das, wenn ich gleich dazumal kein Geld in der Tasche hatte. Ich sagte ihm, er sollte nur seine Pfennige behalten, ich spielte nur so aus Freude, weil ich wieder bei Menschen wäre. Bald darauf aber kam ein schmuckes Mädchen mit einer großen Stampe Wein zu mir. «Musikanten trinken gern», sagte sie und lachte mich freundlich an, und ihre perlweißen Zähne schimmerten recht scharmant zwischen den roten Lippen hindurch, so daß ich sie wohl hätte darauf küssen mögen. Sie tunkte ihr Schnäbelchen in den Wein, wobei ihre Augen über das Glas weg auf mich herüberfunkelten, und reichte mir darauf die Stampe hin. Da trank ich das Glas bis auf den Grund aus und spielte dann wieder von frischem, daß sich alles lustig um mich herumdrehte.
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Anja sagt: "Dem ersten, den er dort begegnete."
Torjan [zu GretheR]: "Richtig - ein Spielmann lebt ein nicht-bürgerliches Wanderleben, das den braven Bürger anzieht, aber manchmal auch als etwas höchst Suspektes betrachtet wird."
Torjan [zu Anja]: "Denkst du an den Bauern, in dessen Obstgarten er eingeschalfen war?"
Torjan [zu KristenB]: "Wie reagiert er, als einer ihm ein Geldstück geben will?"
Anja sagt: "Seite 26 redet er von einem Bauer, der sattlich aussah, ihm aber nicht den Weg nach Italien zeigen wollte. Vielleicht eine unwichtige Episode."
KristenB sagt: "Er will das nicht haben, er spielt ja nur von Freude"
Torjan [zu KristenB]: "Und was sagt über seine Einstellung zum Leben und zur Kunst?"
KristenB sagt: "weil er wieder unter Menschen ist"
Torjan [zu Anja]: "Unwichtig nicht - denn diese Episode demonstriert deutlich, wie der brave Bauer reagiert, wenn er auf einen Menschen treibt, der sich in der Weltgeschichte herumtreibt..."
KristenB sagt: "Er will keine "Kommerzializierung" mit modernen Wörtern"
Torjan [zu Anja]: "Zusammenstoß von zwei Wirklichkeitsauffassungen."
Torjan [zu KristenB]: "Genau das wollte ich hören."
Torjan [zu KristenB]: "Der Taugenichts fügt sich nicht dem Nützlichkeitsdenken."
Torjan erzaehlt: "In der Dorfepisode wird er im Grunde genommen vor dieselbe Wahl gestellt wie in der Schlossepisode. Die eine Möglichkeit verspricht Sicherheit und Wohlstand, die andere Spannung und Bewegung."
KristenB sagt: "Das ist auch meiner Eindrück"
Torjan [zu KristenB]: "Schön dass wir uns einig sind - dies ist nämlich auch eine wesentliche Seite der Romantik, die in mancher Hinsicht eine unbürgerliche Bewegung war."
KristenB sagt: "Er wird einfach von seinen Gefühlen mitgetrieben"
Torjan sagt: "Stichwort: Suche nach einer Alternative."
Torjan zeigt Dia 2.
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Mir aber ging mancherlei im Kopfe herum. Die Jungfer, die mir vorhin die Rose geschenkt hatte, war jung, schön und reich - ich konnte da mein Glück machen, eh man die Hand umkehrte. Und Hammel und Schweine, Puter und fette Gänse mit Äpfeln gestopft - ja, es war mir nicht anders, als säh ich den Portier auf mich zukommen: "Greif zu, Einnehmer, greif zu! jung gefreit hat niemand gereut, wers Glück hat, führt die Braut heim, bleibe im Lande und nähre dich tüchtig." In solchen philosophischen Gedanken setzte ich mich auf dem Platze, der nun ganz einsam war, auf einen Stein nieder, denn an das Wirtshaus anzuklopfen traute ich mich nicht, weil ich kein Geld bei mir hatte. Der Mond schien prächtig, von den Bergen rauschten die Wälder durch die stille Nacht herüber, manchmal schlugen im Dorfe die Hunde an, das weiter im Tale unter Bäumen und Mondschein wie begraben lag. Ich betrachtete das Firmament, wie da einzelne Wolken langsam durch den Mondschein zogen und manchmal ein Stern weit in der Ferne herunterfiel. So, dachte ich, scheint der Mond auch über meines Vaters Mühle und auf das weiße gräfliche Schloß. Dort ist nun auch schon alles lange still, die gnädige Frau schläft, und die Wasserkünste und Bäume im Garten rauschen noch immerfort wie damals, und allen ists gleich, ob ich noch da bin, oder in der Fremde, oder gestorben. Da kam mir die Welt auf einmal so entsetzlich weit und groß vor und ich so ganz allein darin, daß ich aus Herzensgrunde hätte weinen mögen.
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Torjan sagt: "In diesem Textauszug kommt die Wahl zum Vorschein, vor die er jetzt gestellt worden ist."
Torjan [zu Öyvind]: "Vor welche Wahl sieht er sich hier gestellt?"
Torjan fragt: "Keiner hats gesehen?"
ØyvindS sagt: "S0ll ich bleiben oder fahren"
Torjan [zu Öyvind]: "So kann man es ausdrücken."
ØyvindS sagt: "heimweh oder weiter fahren"
Torjan sagt: "Auf der anderen Seite die schöne (und reiche) Jungfrau"
Torjan sagt: "auf der anderen Seite die weite Welt, die ihn lockt."
Anja sagt: "Er muss sich wieder zwischen den zwei Welten entscheiden"
ØyvindS sagt: "Er hat ein Ziel"
Torjan [zu Anja]: "Genau."
Torjan [zu Öyvind]: "Und das wäre?"
ØyvindS sagt: "Als ich verstehe erstens Italien zu erleben"
Torjan sagt: "Hier haben wir übrigens noch einmal eine Szene, in der der T. nahezu depressiv wird."
Torjan [zu Öyvind]: "Aber er überlegt sich auch, ob er vielleicht im Dorf bleiben soll."
Torjan sagt: "Aber in einer gewissen Hinsicht braucht er keine Entscheidung zu treffen"
KristenB sagt: "Ich muss leider Fussball spielen. Ich werde bald "der Taugenichts" lesen. Auf wiedersehen"
ØyvindS sagt: "Er weiss doch dass er dabei nicht zufrieden wird. Er ist zu jung sich zu etablieren"
KristenB ist soeben ausgestiegen.
Torjan [zu Öyvind]: "Instinktiv weiß er sicher"
Torjan sagt: "zeig 3 auf Diaprojektor"
Torjan zeigt Dia 3.
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Wie ich noch immer so dasitze, höre ich auf einmal aus der Ferne Hufschlag im Walde. Ich hielt den Atem an und lauschte, da kam es immer näher und näher, und ich konnte schon die Pferde schnauben hören. Bald darauf kamen auch wirklich zwei Reiter unter den Bäumen hervor, hielten aber am Saume des Waldes an und sprachen heimlich sehr eifrig miteinander, wie ich an den Schatten sehen konnte, die plötzlich über den mondbeglänzten Platz vorschossen und mit langen, dunklen Armen bald dahin, bald dorthin wiesen. Wie oft, wenn mir zu Hause meine verstorbene Mutter von wilden Wäldern und martialischen Räubern erzählte, hatte ich mir sonst immer heimlich gewünscht, eine solche Geschichte selbst zu erleben. Da hatte ichs nun auf einmal für meine dummen, frevelmütigen Gedanken! - Ich streckte mich nun an dem Lindenbaum, unter dem ich gesessen, ganz unmerklich so lang aus, als ich nur konnte, bis ich den ersten Ast erreicht hatte und mich geschwinde hinaufschwang. Aber ich baumelte noch mit halbem Leibe über dem Aste und wollte soeben auch meine Beine nachholen, als der eine von den Reitern rasch hinter mir über den Platz dahertrabte. Ich drückte nun die Augen fest zu in dem dunkeln Laube und rührte und regte mich nicht. - "Wer ist da?" rief es auf einmal dicht hinter mir. "Niemand!" schrie ich aus Leibeskräften vor Schreck, daß er mich doch noch erwischt hatte. Insgeheim mußte ich aber doch bei mir lachen, wie die Kerls sich schneiden würden, wenn sie mir die leeren Taschen umdrehten. - "Ei, ei", sagte der Räuber wieder, "wem gehören denn aber die zwei Beine, die da herunterhängen?" - Da half nichts mehr. "Nichts weiter", versetzte ich, "als ein Paar arme verirrte Musikantenbeine", und ließ mich rasch wieder auf den Boden herab, denn ich schämte mich auch, länger wie eine zerbrochene Gabel da über dem Aste zu hängen.
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Torjan [zu KarinM]: "was passiert hier?"
ØyvindS sagt: "Kristen muss eine Schwere Fussballleidenschaft haben"
KarinM sagt: "Zwei Fremde kommen. Er glaubt dass es Reuber sind, und Versteckt sich"
Torjan [zu Öyvind]: "Da liegt er ganz im Trend - vgl. unseren Premierminister."
Torjan [zu KristenB]: "Und hier geht noch eine Phantasievorstellung in Erfüllung. Welche?"
Torjan [zu KarinM]: "Kristen ist weg - ich hatte an dich gedacht."
KarinM sagt: "Abenteuer, spannung"
Torjan [zu KarinM]: "Genau - ab jetzt spielt er in einem spannenden Liebesroman mit - ohne es zu wissen."
Torjan [zu Anja]: "Was repräsentieren die Räuber im volkstümlichen Gedankengut?"
Anja sagt: "Räuber sind Aussenseiter. Sie leben auch ein freies Leben"
KarinM fragt: "Haben die Räuber ihn wiedererkannt, oder war alles ein Zufall?"
Torjan [zu Anja]: "Das ist richtig - viele sind zu richtigen Volshelden geworden."
Torjan [zu KarinM]: "Später haben sie erkannt - "
Torjan sagt: "Das bekannteste Beispiel für einen Räuber war Johannes Bückler - genannt Schinderhannes - der zu einem echten deutschen Volkshelden geworden ist"
KarinM sagt: "In Norwegen haben wir Gjest Bordson"
Torjan [zu KarinM]: "Genau - dieser Schinderhannes war aber viel schlimmer als Gjest Baardsen "
Torjan sagt: "Als er (nur zwanzig Jahre alt) 1801 in Mainz hingerichtet wurde, wohnten 40 000 Menschen seiner Hinrichtung bei"
Torjan [zu GretheR]: "Durch welche Landschaft geht es nun weiter?"
Torjan [zu Anja]: "Und wer sind nun die beiden, wie er galubt, Räuber? "
Torjan sagt: "glaubt"
Anja sagt: "Zwei vom Schlosse in Wien. Einer war eine Frau. Der andere ein Mann, ein Maler"
Torjan sagt: "Es handelt sich um einen weiteren "romantischen" Landschaftstzp - den Wald."
Torjan [zu Anja]: "Etwas ungenau - es handelt sich um eine dramatische und höchst gefährliche Geschichte."
Torjan sagt: "Der eine Maler ist eine als als Mann verkleidete Frau."
Anja sagt: "Ja, ich muss erst wieder nachlesen. Aber es hat mit seiner Geliebten zu tun"
Torjan [zu Anja]: "Genau - sie ist die Tochter ded Grafen, dem das Schloss gehört - und ist mit ihrem Geleibet geflohen."
Torjan sagt: "mit ihrem Geliebten"
Torjan sagt: "Der Geliebte ist wahrscheinlich ein italienischer Adliger - sie sind unterwegs zu einem Schloss in der Lombardei, die, wie es scheint, ihm gehört."
Torjan sagt: "aber da die Perspektive des Taugenichts begrenzut ist, werden uns nicht alle Verwicklungen erklärt."
Torjan [zu KarinM]: "Was passiert nun auf der wilden Fahr über Berg und Tal und durch dunkle Wälder?"
Torjan sagt: "auf der wilden Fahrt"
Torjan fragt: "Anders gesagt: Wie kommt es, dass der Taugenichts zuletzt im Reisewagen allein weiterfährt?"
KarinM sagt: "Er soll sie den Weg nach B. zeigen"
Torjan [zu KarinM]: "Und das schafft er - ohne dass er sich in der Gegend auskennt."
KarinM sagt: "Die Künstler werden wiedererkannt, und müssen abhauen"
KarinM sagt: "Der Taugenichts wird weitergeschickt"
Torjan [zu KarinM]: "Genau - da taucht ein mystischer Buckliger auf, der ihnen wahrscheinlich nachspioniert."
Torjan sagt: "Indem der Reisewagen ohne das geflohene Liebespaar weiterfährt, wird eine falsche Fährte gelegt"
Torjan sagt: "et falskt spor"
KarinM sagt: "Er wird dann an ein Schloss abgesetzt,"
GretheR fragt: "Ist diese Reisewagen eine Postwagen?"
Torjan [zu GretheR]: "Wie reagieren die Schlossbewohner, als er im itaienischen Schloss ankommt?"
GretheR sagt: "Sie gucken ihn neugirig an"
Anja sagt: "So als würde ihm das Schloss gehören"
KarinM sagt: "Er wird erwartet und freundlich begrüsst"
Torjan [zu GretheR]: "Ein Postwagen nicht - es ist kein öffentlicher, sondern ein privater Reisewagen"
Torjan [zu GretheR]: "Warum sind sie so neugierig?"
GretheR fragt: "was bedeutet Postillon?"
Torjan sagt: "Postillion = Kutscher"
GretheR sagt: "Sie glaben er eine Dame ist"
Torjan [zu GretheR]: "Genau"
ØyvindS sagt: "es ist wie ein Bellman-lied"
ØyvindS sagt: "Lied"
Torjan erzaehlt: "Der Aufenthalt auf dem Schloss in Italien zeigt deutlich, dass der Taugenichts nicht imstande ist, die Zusammenhänge zu sehen, in die er - ohne es zu wissen - verwickelt worden ist."
Torjan [zu Öyvind]: "Aber dramatischer"
Torjan sagt: "Denn er vesrteht nun überhaup nicht, dass sie glauben, er sei eine junge Frau."
Anja sagt: "Es war bestimmt auch nicht leicht. Er als Ausländer, der kein Wort italienisch verstand"
Torjan erzaehlt: "Die fehlende Einsicht ist jedoch auch für das Verhalten der Schlossbewohner charakteristisch, so dass diese Episode gewissermaßen als ein komisches Zwischenspiel betrachtet werden kann."
Torjan [zu Anja]: "Das ist klar."
Torjan fragt: "Welche komischen Episoden gibt es hier?"
Torjan sagt: "Die Schlossbewohner staunen, weil diese junge Frau Pfeife raucht und auch eine Flasche Wein im Nu leert."
Torjan fragt: "Welcher Umstand trägt nun dazu bei, dass man ihn mit einer jungen Frau verwechseln kann?"
Torjan sagt: "An einer Stelle hat man erfahren, dass er noch keinen Bart hat."
Torjan sagt: "und außerdem ist er ganz einfach schön - die Reaktionen der Frauen bestätigen dies."
Torjan sagt: "S. 36 wird sogar gesagt: "Come è bello." = Ist der aber schön."
Torjan sagt: "Das nächste Mal werde ich versuchen die Beha"
Torjan sagt: "Behandlung der Novelle zu beenden."
Torjan sagt: "Bis dann bitte den restliche Text vorbereiten."
ØyvindS sagt: "wir sollten mehrere Damenromanen lesen um die Handlung zu verstehen"
Torjan sagt: "Ich wünsche euch viel Spaß im Grammatikunterricht."
ØyvindS sagt: "danke"
GretheR sagt: "danke"
KarinM sagt: "danke, tschüss"
Torjan [zu Öyvind]: "Nicht schlecht gesagt - denn die Hndlung ist der Triviallitarur verpflkichtet."
-- Ende der Aufzeichnung: Dienstag, 30. Oktober 2001 7:02 Uhr Dreistadt-Zeit --