Lehrbuch für Analphabeten

Auf dem Dokument steht folgendes ...

Alpha-bêtisches

Von A bis B ist nicht zu weit.
Das C aber scheint mir ziemlich breit
so dass das D ins Gedränge gerät
und dazu neigt, relativ spät
aufzutauchen vor dem E,
wo das F bald folgt, und das H
heranhuscht mit Ach und Weh.
Inzwischen bittet innig das I
gleichviel beachtet zu werden wie die,
die vorangegangen, - das J
erscheint als Antipod
zum K, das ziemlich zerklüftet,
seine Arme und Beine lüftet.
Das L verbindet man leicht mit Liebe,
vergisst somit die vermessenen Diebe
die einem das mollige MMMMMMMMM!
aus dem lechzenden Mund wollen nehmen
und das N und das O dir geben als Themen
für das nackte Nichts und das oberste Ohne.
Bittet bloß, dass das P euch schone,
damit kein querulierendes Q
dazwischenquickt wie 'ne Kakadu.
Wenn das R auch versucht, uns recht zu geben,
so blinzelt das S gleich so töricht daneben
das T an, das krampfhaft die Torheit vertritt.
Das ulkige U macht den ersten Schritt
in Richtung V, das aber - schon völlig blau -
sich benimmt wie 'ne blöde Sau.
Das W wird deswegen wirklich wichtig
es weiß gewiss was ist gut und richtig.
Dem sind auch X und Y nicht unbekannt
obwohl in der Schule meist so genannt.
Nun wird aber Zeit, dies Gedicht zu beenden
das mit A begann, und Signal zu senden
dass weder das W noch das mündende M
für würdig befunden wurden zu dem
was jetzt bevorsteht: Nur das zierliche Z
darf schließlich schließen das - Alphabet!

Kert Krecht