Kulturpolitik der DDR


-- Start der Aufzeichnung: Montag, 17. September 2001 5:32 Uhr Dreistadt-Zeit --


Hans_E kommt.
Benedikt sagt: "So, wir sind auf Sendung - nochmals Guten Abend"
Bjørg sagt: "Guten Abend"
Lars2 sagt: "Guten Abend"
Oddny sagt: "Hallo"
Hans_E sagt: "Guten Abend"
Ingeborg_A sagt: "Guten Abend. Auf meinem Schirm gibt es keis rotes Licht"
Benedikt sagt: "Wir werden uns zuerst ein wenig allgemein über die Kulturpolitik unterhalten und dann in Gruppen an einzelnen Themen arbeiten."

Ole kommt.
Else2 ruft: "Guten Abend - aber der Rekorder leuchtet nicht!"
Susanne_Guest ruft: "Doch, das Auge drücken!"
Benedikt sagt: "Bei mir leuchtet er - also keine Panik."
Else2 sagt: "Danke"
Ingeborg_A sagt: "OK, gut, dass alles in Ordnung ist"
Benedikt [zu Hans_E]: Was war für die kulturelle Situation direkt nach dem Krieg in der SBZ wichtig?
Hans_E sagt: "Habe den Text nicht gelesen aber denke dass alles antifaschistisch sein sollted"

Inger_H kommt.
Benedikt sagt: "Ja - aber wir können es noch etwas genauer fassen."
Susanne_Guest sagt: "Jeder Arbeiter wurde aufgefordert zu schreiben"
Ingeborg_A sagt: "Reeducation war wichtig"
Hans_E sagt: "Sollte die "real sosialistisch Wirklichkeit speigeln"
Benedikt [zu Susanne_Guest]: Das kam etwas später und wird uns in den Gruppenräumen beschäftigen
Solfrid sagt: "das sofort wieder das kulturelle Leben von der SMAD gefordert wurde"
Tellef sagt: "Es war wichtig dass die Kultur den Sozialismus unterstützte."
Bjørg sagt: " Es war wichtig Kontroll uber das Kulturlebenn zu haben"
Oddny sagt: "das Kulturleben auf die Beine zu bringen -"
Else2 fragt: "vielleicht auch wieder "auf die Beine" kommen?"
Benedikt sagt: "Sehr gut Solfrid. Das kulturelle Leben wurde sofort wieder angekurbelt."
Lars2 sagt: "Es war für die sowjetische Besatzungsmacht wichtig, das Kulturleben als Erziehungsmittel benutzen"
Else2 fragt: "angekurbelt?"
Benedikt [zu Else2]: gefördert
Susanne_Guest fragt: "was bedeutet angekurbelt?"
Solfrid fragt: "alles mit "Erziehung" kam doch erst später?"
Benedikt sagt: "Das Motto war vielleicht auf Neudeutsch 'Show must go on'"
Tellef sagt: "Aber die "richtige Show"
Renate sagt: "Die Kultur sollte zur Wende und Wandlung in allen Lebens- und Wissensgebieten beitragen. Deshalb wurde sie sofort nach dem Zusammenbruch gefördert."
Hans_E sagt: " Die UdSSR hatt immer Kultur gefördert"
Solfrid sagt: "ja, genau sowie heute - wir müssen weiter machen so gut wie möglich obwohl der Situation auf der Welt kritisch ist"
Benedikt sagt: "Die Kultur wurde sehr wichtig genommen, da man hier Einflussmöglichkeiten auf die Menschen sah."
Solfrid [zu Benedikt]: "aber positive Einflusse denke ich - man wollte das Volk doch Hoffnung geben
Benedikt fragt: "Am 4. Juli 1945 gründete man den Kulturbund. Ehrenvorsitzender sollte Gerhart Hauptmann werden. Warum war das problematisch?"
Susanne_Guest sagt: "Er hat während des zweiten Weltkriegs Deutschland nicht verlassen"
Renate sagt: "Gerhard Hauptmann war während des ganzen Krieges in Deutschland geblieben."
Tellef fragt: "In den westlichen Besatzungzonen durften viele Schauspieøler nach den Krieg nicht auftreten,war dass in der S.B.Z auch so?"
Inger_H sagt: ""hallo"
Benedikt sagt: "Richtig Hauptmann galt als politisch belastet."
Tellef sagt: "Er hat sein Land während des Krieges nicht verlassen"
Benedikt sagt: "Man wollte also signalisieren, dass man auch belasteten Künstlern die Chance auf einen Neuanfang bieten wollte."
Benedikt [zu Inger_H]: Gibt es technische Probleme
Inger_H sagt: "ja, es geht sehr langsam hier, aber es liegt an der Maschine, wahrscheinlich"
Susanne_Guest fragt: "Aber als junger Schriftsteller galt er doch als ziemlich sozialistisch?"
Solfrid [zu Benedikt]: war Gerhard Hauptmann politisch aktiv während des Krieges?
Benedikt sagt: "Im Text wird dies Katharsis-Modell genannt. Katharsis ist ein Begriff aus der griechischen Tragödie und bedeutet Reinigung."
Benedikt [zu Susanne_Guest]: Ja das stimmt. Aber in jeder seiner Lebensphasen war er der Schriftsteller der vorherrschenden Stömung.
Benedikt erzaehlt: "Weil die Kunst als so wichtig galt, versuchten die Mächtigen der DDR die Kunst zu planen. Wir werden jetzt in Gruppen an verschiedenen Zäsuren der DDR Kulturpolitik arbeiten"
Solfrid fragt: "kann man denn sagen, dass Hauptmann "in Ruhe" einfach schreiben wollte?"
Lars2 fragt: "Hat man Hauptmann diese Position als Ehresbewisung gegeben? Es geht wohl um Macht, nicht um Wohltätigkeit?"
Benedikt sagt: "In den Kolloquienräumen findet ihr eine Tafel mit Leitfragen."
Benedikt sagt: "Tellef, Hans Einar und Solfrid gehen bitte in Raum 1"

Hans_E geht zum Kolloquienraum 1.

Solfrid geht zum Kolloquienraum 1.

Tellef geht zum Kolloquienraum 1.
Susanne_Guest sagt: "Gro ist heute als Gast dabei. Dann verliere ich, scheint es, die Verbindung nicht"
Benedikt sagt: "Ole, Renate und Inger_H bitte in Raum 2"

Susanne_Guest geht zum Kolloquienraum 1.
Benedikt sagt: "Ole, Renate und Inger_H geht bitte in Raum 2"

Renate geht zum Kolloquienraum 2.

Inger_H geht zum Kolloquienraum 2.

Ole geht zum Kolloquienraum 2.
Benedikt sagt: "wer"
Benedikt sagt: "sorry - kleiner Fehler von mir"

Tore_T kommt.
Benedikt sagt: "Bjørg, Oddny und Lars2 geht bitte in Raum 3"

Lars2 geht zum Kolloquienraum 3.

Bjørg geht zum Kolloquienraum 3.

Oddny geht zum Kolloquienraum 3.
Ingeborg_A fragt: "Und Ingeborg?"
Benedikt sagt: "Der Rest (entschuldigt den Ausdruck) geht bitte in Raum 4"

Tore_T geht zum Kolloquienraum 4.

Ingeborg_A geht zum Kolloquienraum 4.

Else2 geht zum Kolloquienraum 4.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 1.

Bjørg kommt.
Bjørg sagt: " hallo,ich bin hoffentlich da"

Benedikt kommt.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 2.

Bjørg geht zum Kolloquienraum 3.

Tore_T kommt.

Tore_T geht ins Mellomfags-Atelier.

Tore_T kommt.

Tore_T geht zum Kolloquienraum 4.

Geir kommt.

Benedikt kommt.
Geir sagt: "leider zu spät gekommen"
Benedikt sagt: "Hallo Geir - geh bitte in den Kolloquienraum 4"
Geir sagt: "ok"

Benedikt geht zum Kolloquienraum 3.

Geir geht zum Kolloquienraum 4.

Benedikt kommt.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 1.

Benedikt kommt.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 2.

Benedikt kommt.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 3.

Benedikt kommt.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 4.

Tore_T kommt.

Tore_T geht zum Kolloquienraum 4.

Benedikt kommt.

Benedikt geht zum Kolloquienraum 1.

Tore_T kommt.

Tore_T geht zum Kolloquienraum 4.

Solfrid kommt.

Benedikt kommt.

Hans_E kommt.

Susanne_Guest kommt.

Tellef kommt.

Solfrid geht ins Mellomfags-Atelier.

Solfrid kommt.

Ole kommt.

Susanne_Guest geht ins Mellomfags-Atelier.

Geir kommt.

Ingeborg_A kommt.

Bjørg kommt.

Oddny kommt.

Lars2 kommt.
Hans_E fragt: "Hätten wir de Recorden in Kolloquienraum einschalten müßen ?"

Tore_T kommt.

Susanne_Guest kommt.

Inger_H kommt.
Oddny sagt: "haben wir nicht getan, glaube ich"

Else2 kommt.
Ingeborg_A sagt: "wir auch nicht. "
Benedikt sagt: "Ich hoffe unsere Gruppenarbeit war nicht das absolute Chaos"
Hans_E sagt: " Zu Solfrid Hab den Kommando für direktkontakt vergessen. Nur teilweise glaub ich"
Oddny sagt: "besser heute"
Geir sagt: "Wir müssen uns nur daran gewöhnen."
Hans_E sagt: "Macht Spaß"
Benedikt sagt: "Also an die Arbeit"
Benedikt sagt: "an Gruppe 1 Welche Merkmale sind wichtig für den Formalismus"
Inger_H fragt: "-zu Solfrid bin ich jetzt in Kontakt mir dir?"
Hans_E sagt: "-Solfrid Du kannst ja Antworten"
Solfrid fragt: "also Merkmale für Formalismus - Nicht unbedingt realistische Kunst? Kunst, das auch mit dem Herzen gesehen werden kann?"
Benedikt sagt: "Ja. Die Mächtigen wollten realistische Kunst und keine Formexperimente"
Hans_E sagt: "Dass die Kunst versucht sicht die Politik zu entsiehen und zu kritisieren. Alles nicht erwünscht"
Solfrid sagt: "Wir haben viel diskutiert und keine endgültige Antwort formuliert"
Tellef sagt: "Die Kunst soll für den "Sozialismus arbeiten."
Benedikt sagt: "Ihr nennt aber wichtige und richtige Punkte."
Benedikt fragt: "Werden Beispiele für formalistische Künstler gebracht?"
Solfrid sagt: "Die sozialistische Kunst soll das Volk dienen- also klar und deutlich, funktionell und nicht etwas was man ûberlegen muss was gemeint ist -"
Solfrid sagt: "Picasso in einer Phase wo man nicht verstehen konnte was die Bilder darstellen sollten"
Benedikt [zu Solfrid]: Sehr gut! Die sozialistische Kunst soll verständlich sein und die Menschen erziehen.
Hans_E sagt: "ES wird erwähnt dass Picasso auch eine figurative Fase hatte"
Lars2 [zu Benedikt]: "Warum haben die Sozialisten in der Vergangenheit gesehen, um literarische Vorbilder zu finden?
Hans_E fragt: "Haben sie nur nach altbekanntes gesucht also keine exprimente?"
Benedikt sagt: "Insgesamt kann man unter Formalismus die Kunst der sog. klassischen Moderne vertehen (z.B. Joyce in der Literatur)"
Hans_E fragt: "Also zurück zur Kaiser Zeiten wo Hitler und NDAP noch keine Rolle gespielt hatt?"
Benedikt [zu Lars_2]: Die Literatur des 19. Jahrhunderts hat besser den ideologischen Vorgaben der Mächtigen entsprochen. Sie wollten keine Experimente (zu Hans Einar)
Solfrid sagt: "Der Begriff "Realsozialismus" ist glaube ich wichtige"

Gast3 kommt.
Lars2 fragt: "Dürfte man dann die Sozialisten eigentlich als reaktionär ansehen?"
Benedikt sagt: "Die Literatur des 19. Jahrhunderts ist realistisch und erzählend. Zudem setzt man auf organische, geschlossene Formen."
Hans_E sagt: "Reel hatt es aber in der DDR kein wirklichen Sozialismuns gegeben, war ja auch nur eine Diktatur"
Benedikt [zu Lars_2]: Literarisch waren sie reaktionär.
Tellef fragt: "Der Bauhausstil wurde erwähnt. Mir ist aber nicht ganz klar wie diese Richtung ist.Ich glaube es geht um funktionalität?"
Benedikt sagt: "Ich versuche kurz zusammenzufassen"

Benedikt zeigt Dia 1.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *






Kurze Merkmalreihe des Formalismus:
a) Form vor Inhalt
b) Ablehnung des Realismus
c) setzt nicht auf Verständlichkeit
d) Bruch mit der Tradition
e) keine direkte politische Aussage
f) Beispiel Picasso in seiner kubistischen Phase






* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Benedikt sagt: "Ganz wichtig: Der Formalismus ist das Feindbild."
Solfrid sagt: "Danke Benedikt - eine aufklärende Zusammenfassung"
Hans_E fragt: "Also alles Merkmale die die Staatsreson in Frage stellen kann oder?"
Benedikt fragt: "Eben wurde schon kurz über sozialistischen Realismus gesprochen. Was ist das?"
Benedikt [zu Hans_E]: Ja
Solfrid sagt: "Sozial Realismus - Amalie Skram schreibt so"
Geir sagt: "Die Kunst soll die Realitäten der Arbeitergesellschaft zeigen."
Hans_E fragt: "Sozial Realismus und Sozialistischer Realismus ist wohl nicht das Selbe ?"
Benedikt [zu Solfrid]: Nein Amalie Skram gehört sicherlich nicht zum sozialistischen Realismus
Benedikt [zu Geir]: Genau. Die Kunst sollte Volksnah sein und daher auch positiv
Ingeborg_A [zu Solfrid:]: A. Skram schrieb naturalistisch?
Hans_E fragt: "Wollte die SED nicht nur ihre sicht der Wirklichkeit gesehen haben?"
Susanne_Guest ist soeben ausgestiegen.
Der Hausmeister kommt und bringt Susanne_Guest nach Hause.
Gast3 sagt: ".."
Tellef sagt: "Die Kunst sollte Bauern und Arbeeiter schildern."
Geir sagt: "Durch den Sozialrealismus wurden die Idealbilder gefördert."
Benedikt sagt: "Später kommt noch hinzu, dass die Kunst parteiisch sein soll."
Benedikt sagt: "ich zeige euch mal ein Beispiel für den sozialistsichen Realismus in der Kunst"

Benedikt zeigt Dia 7.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *








Beispiel 1 für sozialistischen Realismus in der bildenden Kunst:










* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Benedikt sagt: "Noch deutlicher wird es auf dem nächsten Bild"

Benedikt zeigt Dia 8.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *








Beispiel 2 für sozialistischen Realismus in der bildenden Kunst:










* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Solfrid sagt: "Dann ist die Kunst ein Werkzeug der Politik"
Geir sagt: "Schöne Landschaft. Hier arbeiten alle."
Hans_E erzaehlt: "Diese Bild hatt aber auch Züge von frühere Darstellungen von geschitlihe Ereignisse die eine Idealdarstellung der Wirklichkeit dienen sollte. Also früher für den Kaiser jetzt für die Partei?"
Benedikt [zu Solfrid]: Das wurde zumindest gefordert. Und das letzte Bild illustriert ja die leuchtende Zukunft des Sozialismus
Benedikt sagt: "Personifiziert wird dies hier durch das Stalinbild rechts von dem Kran"
Inger H ist soeben ausgestiegen.
Ingeborg_A fragt: "Weren wir heute eine kleine Pause machen?"
Lars2 ist soeben ausgestiegen.
Lars2 ist eingestiegen.
Solfrid [zu Benedikt]: Baut man so totalitäre Regimen?
Benedikt sagt: "Bevor wir eine Pause machen, noch kurz eine Zusammenfassung einiger Stichpunkte zum sozilaistischen Realismus"

Benedikt zeigt Dia 10.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *





Kurze Merkmalreihe zum 'Sozialistischen Realismus'

a) Klassik Rückgriff auf die Traditionen des 19. Jahrhunderts
b) organische Form - Totalität
c) Totalität des Lebens - Geschlossenheit
d) Volksverbundenheit
e) Parteilichkeit -> die objektive Wirklichkeit in ihrer revolutionären Entwicklung darstellen.

Zu dem Thema Sozialistischer Realismus gegen Formalismus siehe auch S.118-131 in Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR.





* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Hans_E fragt: "Können wir uns auch später dies Bilder anschauen bzw tafeln die Du uns gezeigt hasst?"
Benedikt [zu Solfrid]: Ich habe damit wenig Erfahrung, aber das letzte Bild zeigt die Baustelle Stalinalle.
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Benedikt [zu Hans_E]: Ja.
Benedikt sagt: "So, ich stoppe jetzt den Recorder und wir machen 15 Minuten Pause. Ich stehe in der Pause für Fragen aber weiterhin zur Verfügung."

-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 17. September 2001 7:00 Uhr Dreistadt-Zeit --