Fazit zu TYSV153 vom 02.09.02


Fazit zu TYSV153 vom 02.09.02, die Aufgaben 2.a) und 2.b)

2.a)
a) Objektsfunktion oder adverbiale Funktion? Eine Akkusativform als Oa lässt sich durch ein Pronomen ersetzen (Wir verbrachten ein ganzes Jahr/es im Ausland), lässt sich erfragen durch die Interrogativpronomen wen oder was (Was verbrachten wir im Ausland?), und wird im Passiv zum S (Nominativ!) (Ein ganzes Jahr wurde im Ausland verbracht). Bei adverbialer Funktion ist Ersatz durch Pronomen nicht möglich, wohl aber durch passende Adverbien (Er lebte (*ihn)/lange dort); erfragbar ist ein Adverbial nicht durch ein Interrogativpronomen, sondern durch ein passendes Frageadverb (Wie lange lebte er dort?) und im Passiv ändert sich die Form/Funktion nicht (Einen ganzen Monat wurde dort gelebt). b) Unterschied zwischen Adverbial und adverbialem Attribut. Das Adverbial ist ein Satzglied, das adverbiale Attribut ist nur Teil eines Satzgliedes. Deshalb kann das Adverbial allein verschoben werden im Satz, zum Beispiel ins Vorfeld (Einen ganzen Monat lebte er dort), das adverbiale Attribut aber nur zusammen mit dem übergeordneten Ausdruck (Einen Meter lang ist der Stock; in (7) stehen das adv. Attr. einen Tag - und die übergeordnete Größe vor der Abreise - schon zusammen im Vorfeld).

2.b) Zweifelsfälle. In (2) liegt ein sogenanntes Inhaltsobjekt vor. Typisch für Inhaltsobjekte ist, dass sie semantisch, oft auch formal (Ableitung!) mit dem Prädikatsverb eng verwandt sind. Sie lassen sich oft nicht pronominalisieren (Viele sind ihn gestorben???klingt nicht gut), und sie beeinflussen nicht die Wahl des Hilfsverbs zu erwarten wäre ja haben, wenn den Heldentod ein richtiges Oa wäre. Außerdem ist hier eine Frage mit wie ebenso nahe liegend wie eine Frage mit was. Deshalb sind Inhaltsobjekte eigentlich ein Zwitterding zwischen Adverbial und Objekt. Auch in (3) haben wir einen unklaren Fall. Diese Strecke wird in der Regel als lokales Adverbial gesehen, ein geeignetes Frageadverb lässt sich aber kaum finden, und Pronominalisierung (sie) ist hier durchaus möglich, was eher für Objektsfunktion spricht. Hilfsverb im Perfekt ist aber sein, was für adverbiale Funktion spricht, d.h. dass das Verb auch in dieser Verbindung intr. ist. Die Tatsache, dass manchmal ein persönliches Passiv gebildet werden kann, spricht für Objektsfunktion (Diese Strecke(n) wird(werden) zum ersten Mal gefahren). Also wieder ein Zwitterding zwischen Objekt und Adverbial, wenn man die Kriterien ernst nimmt.