Landeskunderaum 14.04.05 18:00


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18:00:50
>> Torjan turns on the recorder. A little red light begins flashing, indicating that everything said publicly in this room will be taped. <<
18:00:54
Mary_S: "gut, danke!hier ist nordnorwegischer Frühlingsstimmung"
18:01:21
Torjan [zu MaryDas]: "freut mich - auch hier scheint die Sonne"
18:01:45
Siri_L arrives from Fernstudien-Gruppenraum
18:02:08
Torjan: "Seid ihr seit dem letzten Donnerstag auf irgendwelche Fragen oder Probleme gestoßen?"
18:02:41
Mary_S: "nein, eigentlich nicht"
18:02:48
Torjan: "Alles läuft wie am Schürchen?"
18:03:22
Torjan: "Gut - da wenden wir uns noch einmal der Kultur und der Geschichte zu."
18:03:26
Ellen_E: "Es ist so schwierig, dass ich keine Fragen habe! Es ist alles Chaos!"
18:03:53
Ranveig_T: "wenig Zeit und viel zu tun"
18:04:08
Liv-Berit arrives from Literatur-Studio
18:04:16
Tone_R: "Ja, genau!"
18:05:02
Torjan [zu Ellen_E]: "Chaos - das ist schön, dass du das sagst - denn gerade Chaos ist ein wichtiges Worrt in Verbindung mit dre Romantik - warum wohl?"
18:05:41
Torjan [zu Ranveig_T]: "Wenig Zeit - das ist typisch für Kurse wie diese"
18:05:58
Ellen_E: "Ich finde mein Chaos nicht schön ..."
18:06:07
Torjan [zu Ranveig_T]: "Alle haben, denke ich, die gleiche Schwierigkeit"
18:06:45
Torjan [zu Ellen_E]: "OK - aber das Chaso ist der Ausgangspunkt einer neuen Ordnung"
18:06:56
Torjan: "Chaos wollte ich sagen"
18:07:35
Torjan: "Die Romantiker sahen gerade in der Unordnung - im Chaos - der SAusgangspunkt von etwas Neuem"
18:08:13
Ellen_E: "Ja, man kann hoffen, das die Ordnung später kommt!"
18:08:28
Torjan: "Ihr werdet auch in eurem Studium sehen, dass das Chaos langsam verschwindet, und eine neue Ordnung entsteht"
18:08:49
Torjan: "Es ist kein Ziel alles vom ersyten Augenblick an zu beherrschen"
18:09:28
Ranveig_T: "danke, ich hoffe..."
18:09:33
Torjan: "Deshalb hatten die Zeitgenossen auch große Schwierigkeiten die Gedanken und die Werke der Romantiker zu verstehen"
18:10:12
Torjan [zu Ranveig_T]: "Und ich weiß - schließlich arbeite ich mit StudentInnen seit mehr als 30 Jahren"
18:10:27
Torjan: "Goethe nannte die Romantik krankhaft"
18:11:06
Torjan: "Was kann das bedeuten, dass jemand eine Kunstrichtung krankhaft nennt?"
18:12:04
Torjan: "Keine Vorschläge?"
18:12:04
Ellen_E: "Man machte seine Arbeiten nicht, wie man "sollte" nach den Regeln?"
18:12:18
Torjan [zu Ellen_E]: "Genau - sehr gut"
18:12:44
Ranveig_T: "Es ist nicht die normale, es ist vielleicht unnotwendig"
18:12:51
Torjan: "Krankhaft - man demonstriert, dass man etwas nicht versteht"
18:12:51
Gro_G: "Das die Kunst eine schlechte einfluß auf die Leute hat"
18:13:01
Torjan: "Gute Kommentare"
18:13:35
Torjan: "Bruch mit der Normalität - negativer Einfluss"
18:14:35
Torjan: "Die Romantik war in der Hinsicht revolutionär, dass sie immer nach einer Alternative suchte, was selbstverständlich als unbürgerlich betrachtet werden kann."
18:14:57
Torjan: "Wie lässt sich das Jahr 1815 damit verbinden?"
18:16:00
Torjan: "Wieder die große Stille?"
18:16:35
Mary_S: "auf der Wienerkongress wollte man wieder "Ruhe einführen""
18:17:00
Torjan [zu Mary_S]: "Genau - d.h. Normalität"
18:17:26
Torjan: "Weg vbon allem, was revolutionär ist - das ist das Politische"
18:17:29
Mary_S: "weg mit revolutionäre Gedanken und Handlungen"
18:17:58
Torjan [zu Mary_S]: "Richtig - und das betrifft auch das kulturelle Leben"
18:18:10
Torjan: "Ich zeige euch ein Bild."
18:18:19
Torjan shows the slide 14 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 14

18:18:50
Torjan: "Auch heute ein Bild von Spitzweg - wer möchte es charakterisieren?"
18:19:49
Ellen_E: "der Weg in die Idylle, wie das Buch sagt"
18:19:52
Mary_S: "die Leute kümmern sich um häusliche Sachen"
18:19:56
Torjan: "Anders gesagt - was ist der Unterschied zwischen diesem Gemälde und den romantischen Gemälden, die wir gesehen haben?"
18:20:00
Ranveig_T: "schön, mit Blumen, Liebe"
18:20:37
Torjan: "Ok - das Bild ist schön"
18:20:48
Mary_S: "die romantischen Gemälde sind mehr dramatisch"
18:21:20
Tove A a disparu.
18:21:20
Ranveig_T: "Die Leute sind groB, die Natur klein"
18:21:28
Torjan [zu Mary_S]: "Richtig, aber kannst du das erklären"
18:21:57
Torjan [zu Ranveig_T]: "Das kliongt gut - der Mensch befindet sich wieder im Mittelpunkt"
18:22:03
Ranveig_T: "Die Menschen sind in Zentrum"
18:22:33
Ranveig_T: "ich schreibe so langsam"
18:22:36
Torjan: "Weitere Komentare?"
18:22:47
Torjan [zu Ranveig_T]: "Wir haben Zeit"
18:23:36
Torjan: "Was nimmt den größten Teil des Bildes ein?"
18:24:00
Mary_S: "die haustreppe"
18:24:06
Gro_G: "Die Treppe und den Mauer"
18:24:14
Ranveig_T: "der Mann und die Wand"
18:24:29
Torjan: "Genau die Mauer oder die Wand"
18:24:49
Torjan: "Und das bedeutet - verglichen mit der Romantik??"
18:25:15
Ranveig_T: "etwas von Menschen gearbeitet"
18:25:35
Mary_S: "in der Romatic hat die Natur grössere Bedeutung"
18:25:36
Torjan [zu Ranveig_T]: "Das vom Menschen Geschaffene - OK"
18:25:49
Ranveig_T: "nicht von Gott"
18:26:12
Torjan [zu Mary_S]: "- richtig - hier rückt die Menschenwelt in den Mittelpunkt"
18:26:20
18:26:44
Torjan: "Und es ist die kleine Welt - der Garten - das Wohnzimmer - die Familie"
18:26:54
Torjan: "Die Biedermeierhaltung"
18:27:34
Torjan: "Der Mann mit dre Gießkanne pflegt seine eigen kleine Welt"
18:28:01
Torjan: "Ob die Frau im Hintergrund vielelicht seine eigen Frau ist?"
18:28:25
Torjan: "Jetzt noch ein Spitzwegbild"
18:28:39
Torjan shows the slide 15 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 15

18:29:27
Torjan: "Spitzweg hatte eine Vorliebe für schrullige Figuren"
18:29:45
Torjan: "Auch hier einer, der sich seinem Hobby hingibt."
18:29:55
Torjan: "Komentare?"
18:30:13
Ranveig_T: "warum hat beide einen Handtuch von seine Hosen"
18:30:23
Siri_L: "Ich finde is sehr komisch"
18:31:09
Torjan [zu Ranveig_T]: "Das weiß ich nicht, aber ich stimme Siri zu, dass es ein eher komisches Bild ist"
18:31:44
Torjan: "Wie würdet ihr diesen Menschen charakterisieren?"
18:32:09
Mary_S: "er ist in sein eigener Welt"
18:32:17
Ranveig_T: "in sein eigenen Welt"
18:32:23
Torjan [zu Mary_S]: "Eindeutig ja."
18:32:35
Torjan: "Und um welche Welt handelt es sich?"
18:32:51
Mary_S: "die Welt der Litteratur"
18:32:56
Ranveig_T: "der private"
18:33:05
Torjan [zu Mary_S]: "Oder die Welt der Bücher"
18:33:39
Liv-Berit: "Sie sind nicht perfekt, nicht verschönt"
18:33:41
Torjan: "Das Wesentliche ist, würde ich sagen, dass es sich um eine abgeschirmte, private Welt handelt."
18:34:02
Gro_G: "Ein Mann der kein zeit verlieren will, um was wichtiges zu finden.Er steht auf eine Leiter mit viele Bücher in die Hände.Sieht nicht grade bequem aus."
18:34:10
Torjan [zu Liv-Berit]: "Das ist ein guter Kommentar - könntest du etwas hinzufügen?"
18:35:09
Torjan [zu Gro_G]: "Das ist richtig - deshalb erscheint er auch als lebensferner, vielleicht auch unpraktischer Mensch."
18:35:17
Ellen_E: "Er sucht etwas wichtiges in seinen Büchern"
18:35:20
Liv-Berit: "Ich kann versuchen, aber ich brauche ein bischen Zeit"
18:35:54
Torjan [zu Liv-Berit]: "Gut - lass dich nicht dadurch stören, dass hier weitergeredet wird."
18:36:41
Torjan [zu Ellen_E]: "Genau - aber vielleicht hätte er auch hinausgehen können, um es zu finden?"
18:37:32
Ellen_E: "Oder vielleicht ist es nur da in seinem eigenen Haus?"
18:37:34
Torjan: "Bücherwissen ersezt den direkten Zugang zur Wirklichkeit"
18:37:59
Torjan [zu Ellen_E]: "Ich denke, dass es sein eigenes Haus ist"
18:38:15
Torjan: "#Auch wo ich jetzt sitze, sieht es ähnlich aus"
18:38:52
Torjan: "aber ich bin sowieso ein schrulliger Typ, behauptet meinen Fau"
18:39:20
Liv-Berit: "Mit Romantik verbinde ich oft das Perfekte oder vielleicht verschönte, aber hier ist normale, merkwürdige Menschen, die mit alltagliche Sachen beschäftigt sind..."
18:40:09
Torjan [zu Liv-Berit]: "Das ist eine sehr gute Zusammenfassung- alle bitte das genau merken"
18:40:21
Ellen_E: "Ja, das habe ich auch gemeint, das es sein eigenes Haus ist. Und ist es nicht gut, ob die Menschen das Wichtigste zu Hause finden"
18:40:44
Torjan: "Liv-Berit hat gerade eine Kurzfassung der Biedermeiermentalität gegeben"
18:41:46
Torjan [zu Liv-Berit]: "Genau - nichts gegen das traute Heim - aber eine Haltung wie hier führ auch zu einer begrenzten Perspektive, zu einer Einengung des Horizonts"
18:42:10
Torjan: "Es folgt gleich noch ein Spitzweg-Bild"
18:42:22
Torjan shows the slide 24 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 24

18:42:53
Torjan: "Es heißt Die heimkehrende Sennerin (=Seterjente)"
18:43:05
Torjan: "Kommentare"
18:43:14
Siri_L: "Sehr romantisch!"
18:43:50
Torjan [zu Siri_L]: "Scheinbar ja - aber verglichen mit den Friedrich-Bildern doch etwas anderes."
18:44:04
Ellen_E: "Auch hier eine grosse Person im Mittelpunkt"
18:44:32
Torjan [zu Ellen_E]: "Genau - der Mensch wieder im Mittelpunkt des Interesses"
18:44:44
Mary_S: "alle geht um die zwei Personen"
18:44:50
Torjan: "Die Landschaft ist eine wild-romantische Landschaft"
18:44:57
Tone_R: "Sie arbeitet"
18:45:07
Ranveig_T: "nicht nur romantisch, sie muss etwas schweres tragen"
18:45:22
Torjan [zu Tone_R]: "Richtig - sie erscheint als eine harmonische, ausgeglichen Frau"
18:45:47
Siri_L: "Bestimmt. Ich glaube romantisch in der Bedeutung Spannung zwischen zwei Menschen"
18:46:05
Torjan [zu Ranveig_T]: "Stimmt schon - das kann man auch als ein Biedermeierelemnt betrachten - die Verklärung der Arbeit"
18:46:24
Torjan [zu Siri_L]: "Das ist natürlich möglich"
18:46:38
Torjan: "Wer ist die andere Figur im Bild?"
18:46:52
Mary_S: "ein Jäger?"
18:47:07
Ranveig_T: "ein Jager"
18:47:09
Torjan [zu Mary_S]: "Ich denke das ist richtig"
18:47:26
Gro_G: "Ein aufpasser oder Jäger"
18:47:30
Torjan: "Und was verbindet man mit den Jägern?"
18:48:00
Torjan [zu Gro_G]: "Es kann selbstverständlich auch ein Waldhüter sein"
18:48:01
Ranveig_T: "er tragt Gewäer, ein Naturmensch"
18:48:20
Torjan [zu Ranveig_T]: "Genau - und die Farbe?"
18:48:38
Ranveig_T: "wie die Natur"
18:48:56
Torjan [zu Ranveig_T]: "Ich denke an den Jäger"
18:49:16
Torjan: "besser gesagt: der Jäger verglichen mit der Senenrin"
18:49:24
Torjan: "Sennerin"
18:49:36
Ranveig_T: "er tragt Naturfarben"
18:49:55
Ellen_E: "Farbenlos"
18:49:59
Torjan [zu Ranveig_T]: "OK - jedenfalls diunkler als sie"
18:50:03
Ranveig_T: "er ist dunkel, sie ist hell"
18:50:15
Torjan: "er ist verglichen mit ihr undeutlich gemalt"
18:50:21
Gro_G: "Er hat warmere Klamotten"
18:51:10
Torjan [zu Ranveig_T]: "Sehr gut - er, der möglicherweise romantische Jäger, kann den Gang der Senenrin nach Hause nicht aufhalten"
18:51:33
Siri_L: "Es ist nicht möglich die Augen des Manns zu sehen, aber er sieht an der Frau. "
18:51:36
Torjan: "So gesehen, kann man das Bild auch als ein Biedemeierbil betrachten"
18:52:25
Torjan: "weg von der wilden romantischen Natur, weg vom romantischen Jäger - die Menschenwelt als Ziel der Sennerin"
18:52:46
Torjan: "Nun zeige ich ein kleines Gedicht"
18:53:00
Torjan shows the slide 6 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 6
Eduard Mörike

Verborgenheit

Laß, o Welt, o laß mich sein!
Locket nicht mit Liebesgaben,
Laßt dies Herz alleine haben
Seine Wonne, seine Pein!

Was ich traute weiß ich nicht,
Es ist unbekanntes Wehe;
Immerdar durch Tränen sehe
Ich der Sonne liebes Licht.

Oft bin ich mir kaum bewußt,
Und die helle Freude zücket
Durch die Schwere, so mich drücket
Wonniglich in meiner Brust.

Laß, o Welt, o laß mich sein!
Locket nicht mit Liebesgaben,
Laßt dies Herz alleine haben
Seine Wonne, seine Pein!

18:53:19
Torjan: "Hat jemand Kommentare dazu - ich m"
18:53:36
Torjan: "ich möchte es allerdings nicht analysieren?"
18:54:29
Torjan: "Der Titel kann ein guter Hinweis sein."
18:55:11
Siri_L: "Er wollte ins Frieden gelassen werden"
18:55:27
Siri_L: "Er will"
18:55:35
Ellen_E: "Der Dichter lobt die Einsamkeit"
18:55:36
Mary_S: "der bittet um Ruhe, er will alein sein und nicht "
18:55:36
Torjan [zu Siri_L]: "Prima - sehr gut"
18:56:15
Torjan: "Der Mensch, der mit seinen Problemen, mit seinem Herzen, allein sein will."
18:56:41
Torjan: "Fast wie ein Programmgedicht der Biedermeierzeit"
18:57:25
Torjan: "Suche nach Ruhe im Privaten - was allerdings nicht heißt, das man diese Ruhe finden kann"
18:57:43
Siri_L: "Auch Lebensmüde?"
18:58:12
Gro_G: "Der Dichter will villeicht sagen das das Leben nicht immer "Romantisch" sein muß um schön zu sein."
18:58:18
Torjan [zu Siri_L]: "Das kann man sagen - hier wird, denke ich auch Lebensmüdigkeit sichtbar"
18:58:42
Torjan: "aber kein Wille, aus der Lebensmüdigkeit auszubrechen"
18:59:10
Torjan: "die kleien Welt, die eigentlich jede Bewegung unmöglich macht."
18:59:24
Ellen_E: "Da ist auch die Wonne"
18:59:52
Torjan [zu Ellen_E]: "Sehr gut - aber es ist das private Glück..."
19:00:13
Torjan: "nicht die großen Leidenschaften, die alle Grenzen sprengen"
19:00:54
Ellen_E: "Vielleicht das gibt die Pein?"
19:00:55
Torjan: "Jeztz ein Gedicht von dem deutschen Lyrikre, der im Ausland am wohl am bekenntesten ist - was jemand, an wen ich denke?"
19:01:08
Mary_S: "Heinrich Heine?"
19:01:16
Torjan [zu Ellen_E]: "Das kann schon eine Erklärung sein"
19:01:24
Torjan [zu Mary_S]: "Genau"
19:01:33
Torjan shows the slide 22 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 22
Heinrich Heine


Sie saßen und tranken am Teetisch,
Und sprachen von Liebe viel.
Die Herren waren ästhetisch,
Die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß sein platonisch,
Der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
Und dennoch seufzet sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:
Die Liebe sei nicht zu roh,
Sie schadet sonst der Gesundheit.
Das Fräulein lispelt: Wie so?

Die Gräfin spricht wehmütig:
Die Liebe ist eine Passion!
Und präsentieret gütig
Die Tasse dem Herrn Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;
Mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
Von deiner Liebe erzählt.


19:02:04
Torjan: "Hat jemand Lust diese Gedicht zu kommentieren?"
19:02:23
Torjan: "Um welche Situation handelt es sich?"
19:02:48
Mary_S: "sie sprechen von der Liebe aber sind sehr zur¨¨u"
19:02:58
Ellen_E: "was bedeutet ästhetisch?"
19:03:38
Mary_S: "zurückhalten in ihre kommentare als hätten sie von was ganz anderes geredet"
19:03:40
Torjan: "äthetisch = hier: stilvoll,gheschmackvoll"
19:04:17
Torjan [zu Mary_S]: "Was ist also das Wesentliche im Verhalten dieser Menschen?"
19:04:57
Torjan: "Sie sprechen von Liebe, aber ..."
19:05:46
Ellen_E: "unglückliche Liebe?"
19:05:48
Torjan: "aber haben keine Beziehung dazu"
19:06:04
Siri_L: "Handelt es sich um ein dialog in einer den sogenannten "Thesalongen" oder ist es in einem privaten Haus? "
19:06:13
Mary_S: "das wichtigste ist das sie sich unterhalten und das sie sich gefasst verhalten, nicht Gefühle zeigen"
19:06:32
Torjan [zu Ellen_E]: "Unglücklich in der Hinsicht, dass sie von etwas sprechen, was sie nicht kennen oder was sie verloren haben"
19:06:53
Torjan [zu Mary_S]: "Guter Kommentar - die Formen waren"
19:07:33
Ranveig_T: "ich glaube es ist in einem privaten Haus"
19:07:42
Torjan: "Guckt euch die zweitletzte Strope an - wie würdet ihr die Gräfin/den Baron charakreisieren?"
19:08:21
Torjan [zu Ranveig_T]: "Ich denke auch es ist in einer Privatwohnung - ein Teezirkel, eine kulturelle Diskussionsrunde"
19:08:48
Liv-Berit: "Verschidene Auffassungen der Liebe?"
19:09:35
Torjan [zu Liv-Berit]: "Das kann man sagen - oder vielleicht auch: nur Worte - aber ohne Inhalt"
19:10:11
Torjan: "Heine war ein großer Ironiker, der es liebte, das Hohle und veVerlogene, die großen Worte zu zeigen"
19:10:37
Torjan: "Es folgt noch ein Heine-Gedicht"
19:11:45
Torjan: "Leider nicht - ich stelle fest, dass ich vergessen habe, den Text einzufügen - tut mir leid"
19:12:37
Torjan: "Jetzt eine ander Frage - was trägt dazu bei, in Deutschland die Zustände zu ändern?"
19:13:06
Torjan: "Eine unpr¨zise Frage - ihr wertdet es verstehen, wenn ich das nächste Bild zeige"
19:13:20
Torjan shows the slide 27 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 27

19:13:59
Torjan: "Worum handelt es sich also?"
19:14:47
Siri_L: "Die wissenschäftlichen Fortschritten. Hier das Lokomotiv"
19:14:50
Ranveig_T: "der Eisenbahn?"
19:14:53
Liv-Berit: "Das industrielle Revolution"
19:15:20
Torjan: "Richtig - die Eisenbah, die dazu beiträgt, die Bewegungslosigkeit zu überwinden"
19:15:34
Mary_S: "die technische Fortschritte, hier der Eisenbahn"
19:16:33
Torjan: "Was wir hier sehen ist die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnber und Fürt (Herbst 1835)"
19:16:53
Torjan: "Was bedeutete die Eisenbahn für Deutschland?"
19:17:04
Torjan: "Nürnberg und Fürth"
19:17:27
Mary_S: "der Handel wurde einfacher"
19:18:06
Torjan [zu Mary_S]: "Richtig - die unbewegliche XZustände werden langsam aufgelöst -Anfang einer neuen Dynamik"
19:18:37
Torjan: "Der Handel - uch mit dem Ausland - wurde einfacher"
19:19:02
Torjan: "Aber das hatte auch negative Folgen - hier ein kleines Gedicht"
19:19:03
Mary_S: "mehrere Leute sind auch in die Städte gezogen"
19:19:05
Torjan shows the slide 26 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 26
Georg Weerth

Es war ein armer Schneider

Es war ein armer Schneider,
Der nähte sich krumm und dumm;
Er nähte dreißig Jahre lang
Und wußte nicht warum.

Und als am Samstag wieder
Eine Woche war herum:
Da fing er wohl zu weinen an
Und wußte nicht warum.

Und nahm die blanken Nadeln
Und nahm die Schere krumm -
Zerbrach so Scher und Nadel
Und wußte nicht warum.

Und schlang viel starke Fäden
Um seinen Hals herum -
Und hat am Balken sich erhängt
Und wußte nicht warum.

Er wußte nicht- es tönte
Der Abendglocken Gesumm.
Der Schneider starb um halber acht,
Und niemand weiß warum.
19:19:27
Torjan [zu Mary_S]: "Richtig - die Städte wachsen"
19:20:02
Ranveig_T: "herrlich"
19:20:10
Torjan: "In diesem Gedicht hören wir von einem Schneider, der Selbstmord begeht. Warum wohl?"
19:20:48
Mary_S: "es gab zu viele Handwerker, und mehrere von denen wurden arbeitslos"
19:20:51
Ellen_E: "Weil ihm das Leben leer war"
19:20:56
Ranveig_T: "Er fann keine meinung um zu leben"
19:21:19
Torjan: "Warum haben die Handwerker ihre Arbeit verloren?"
19:21:35
Siri_L: "Niemand weiss waurum, aber ich glaube er hatte der Meinung seinem Leben verloren"
19:22:00
Torjan [zu Ranveig_T]: "Das ist richtig - aber hier kann man mnicht das Substantiv "Meinung" benutzen - sondern "Sinn"
19:22:50
Torjan: "Niemand weiß warum - ok - aber wenn man die wirtschaftlichen Änderungen kennt, die der Schneider nicht kennt, kann man doch eine Antwort geben"
19:23:00
Ranveig_T: "die maschine hat übernommen"
19:23:19
Mary_S: "die technische Entwiklung vielleicht "
19:23:24
Torjan [zu Ranveig_T]: "Richtig - die beginnenden industrielel Revolution"
19:23:51
Torjan: "Maschinenhergestellte Ware ersetzt die handwerkliche Produktion"
19:24:19
Torjan: "Der Niederghang des Handwerkerkers"
19:24:39
Siri_L: "Er hatte die Grundtlage seinem Lebens verloren"
19:24:50
Siri_L: "seines"
19:24:50
Torjan: "Diese Gedicht ist übrigens ein Beispiel für die andere Seite der Dichtung zwischen1815 unds 1848"
19:25:23
Torjan [zu Siri_L]: "Richtig - ein Beispiel für ein immer stärker um sich greifende Entwicklung"
19:25:47
Torjan: "Hier spricht man nicht vom Biedermeier, sondern vom Vormärz"
19:26:28
Torjan: "Das ist die radikale, engagierte Seite der Dichtung, die aber auch mit Zensur und Unterdrückung zu kämpfen hatte."
19:26:40
Siri_L: "Was bedeutet das Wort, Vormärz? (etymologisch)"
19:26:50
Torjan: "Wir werden in unserer nächsten Sitzung in Bergen mehr darüber sprechen"
19:27:15
Torjan [zu Siri_L]: "Es ist eine Bezeichnung, die später entsatnden ist"
19:27:35
Liv-Berit: "Man schreiben hier von soziale Gerechtigkeit und"
19:27:52
Torjan: "Es ist die Zeit, die der Märzrevolutrion im Jahre 1848 vorausgeht"
19:27:59
Siri_L: "ok"
19:28:20
Torjan [zu Liv-Berit]: "Soziale Grechtigkeit ist ein wichtiges Stichwort"
19:28:37
Liv-Berit: " Hat es etwas mit der Märzrevolution zu tun, vor März?"
19:29:22
Torjan [zu Berit]: "Richt vor + März (184[smiley: cool]"
19:29:53
Torjan: "Eine wichtige Episode war der Weberaufstand in Schlesien 1844"
19:30:14
Torjan: "Ich zeige euch, ehe wir aufhören ein paar Bilder"
19:30:23
Liv-Berit: "Ist das auch ein "vorsetsung" der Februarrevolution in Frankreich?"
19:30:35
Torjan: "Die Weber haben die Häuser der Fabrikanten gestürmt und geplündert"
19:30:45
Torjan shows the slide 16 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 16

19:31:11
Torjan: "Hier eine "Biedermeierdarstellung" dieser Episode"
19:31:29
Torjan: "Idyllisierend unde stilisiert"
19:32:11
Torjan shows the slide 17 on the projector 1815 - 1848
1815 - 1848 (#6472), slide 17

19:32:17
Torjan: "Und hier eine naturalistische Darstellung"
19:32:39
Torjan: "Wer kennt die Künslerin, die dieses Bild gezeichnet hat?"
19:32:59
Ranveig_T: "K¨the Kollwitz?"
19:33:11
Torjan: "Genau, Käthe Kollwitz"
19:33:51
Torjan: "Sehr eindrucksvolle Bilder, die die Not und das Elend darstellen"
19:34:07
Torjan: "aus dem Jahre 1897"
19:34:23
Torjan: "Der Grund, warum ich diese Bilder gezeigt habe:"
19:34:56
Torjan: "Wir werden später ein Gedicht von Heinrich Heine mit dem Titel "Die schlesischen Weber" lesen."
19:35:09
Torjan: "Aber jetzt machen wir Schluss"
19:35:21
Torjan: "Ich bin sehr zufrieden"
19:35:43
Torjan: "Ihr habt großartige Arbeit geleistet - alle Achtung."
19:35:50
Mary_S: "Vielen Dank,und noch schönen Abend!"
19:36:11
Torjan: "Einen schönen Abend wünsche ich euch allen."
19:36:28
Liv-Berit: "Danke und schönen Abend"
19:36:32
>> Torjan turns off the recorder. The little red light stops flashing, indicationg that the recorder doesn't tape the conversation in this room any more. <<