Reimann II


-- Start der Aufzeichnung: Montag, 15. Oktober 2001 5:31 Uhr Dreistadt-Zeit --

Tellef sagt: "Guten Abend"

Geir kommt.
Bjørg sagt: " ich habe das Reihmann -Buch nicht bekommen und kann nur ören/lesen wenn ihr diskutiert"
Benedikt fragt: "Ich wollte heute mit der Figur Hamanns anfangen. Was können wir über ihn sagen?"
Benedikt [zu Bjørg]: "Ok"
Gro_L sagt: "Er scheint der gute Mensch zu sein"

Ingeborg_A kommt.
Oddny sagt: "er wurde Napoleon genannt"
Ingeborg_A fragt: "Wird Hamann beschrochen?"
Gro_L sagt: "Er hat sich um seine Untertanen gekümmert"
Ingeborg_A sagt: "p"
Benedikt sagt: "Ja. Er ist anscheinend der gute Napoleon, der sich um seine Brigadeleute sorgt."
Renate sagt: "Er ist nicht nur beruflich ein Meister, sondern auch auf dem menschlichen Gebiet. Er kümmert sich um seine Leute."
Tellef sagt: "Er ist ein sehr arbeitsamer Mensch, der sehr für die "Sache brennt."
Tore_T sagt: "Er ist eine Vaterfigur, der für die anderen als Idealbild dient."
Benedikt [zu Renate]: "Du formulierst da einen wichtigen Punkt. Können wir Meister auf verschiedenen Ebenen verstehen?"
Renate sagt: "Ja, wenn man z.B. den Beruf und das Leben 'meistert'"
Gro_L sagt: "Privat hat er Kummer um seinen Sohn weil er ihm nicht helfen kann. Darum trinkt er ab und zu zu viel"

Else2 kommt.
Benedikt sagt: "Das mit der Trunksucht würde ich gerne etwas später besprechen."
Benedikt fragt: "Gibt es noch andere literarische Texte, wo Meister als Bezeichnung dauerhauft auftaucht?"
Ingeborg_A sagt: "Im biblische Hinweise"

Anne_E kommt.
Benedikt [zu Ingeborg_A]: "Hm, ich dachte auch an die Bibel ..."
Renate fragt: "Der Meister und seine Jünger?"
Tore_T sagt: "Wilhelm Meisters Lehrjahre (?) von Goethe."
Benedikt [zu Renate]: "Ja in diese Richtung würde ich gehen ..."
Benedikt [zu Tore_T]: "Komisch, daran habe ich noch nicht gedacht ..."
Benedikt sagt: "In einer Passage wird geschrieben, dass Hamann alles sieht und alles hört, was in seiner Brigade vorgeht (S.85)"
Ingeborg_A sagt: "Und "Mester Erik" in Jeppe von Holberg."
Else2 ist eingestiegen.
Benedikt [zu Ingeborg_A]: "Puuuuh, da erwischst Du mich auf dem falschen Fuss"
Ingeborg_A sagt: "Entschuldigung"
Benedikt meint: "Alles sehen und alles hören - klingt für mich fast ein wenig wie Gott Vater ..."
Else2 fragt: "gibt es heute techn. Probleme, oder nur für mich?"
Benedikt fragt: "Warum baut Reimann die Alkoholepisode ein? Was denkt ihr?"
Renate sagt: "Aber genoss grosses Vertrauen, denn (S. 85) jeden Tag kam jemand, um etwas auf seine Schultern abzuladen."
Tore_T sagt: "Einig. Hamann wird wie ein Übermensch geschildert."
Gro_L sagt: "Keiner ist vollkommen. (Nur Gott)"
Ingeborg_A [zu Else.]: "Welche Probleme hast du?"
Benedikt [zu Else2]: "Bisher bei mir nicht"
Tellef sagt: "Vielleicht um zu zeigen dass auch Hamann nur ein Mensch ist"
Else2 sagt: "jetzt ok"
Benedikt [zu Tellef]: "Ja, das würde ich auch meinen. Wenn eine Figur zu vollkommen ist kann sie leicht steril wirken."
Renate sagt: "Sensible Menschen verfallen leicht der Trunksucht... Unter dem rauhen Äusseren verbirgt sich ein feinfühlender Mensch."
Benedikt fragt: "Ist Hamann für euch eine glaubwürdige Figur?"
Tore_T sagt: "Kaum"
Anne_E sagt: "Hamann hat ein Problem ,das er nicht lösen kann, seine Tchter, die in Heim ist"
Tellef sagt: "Er ist zu perfekt."
Benedikt meint: "Bei aller Kritik (der ich auch zustimme) finde ich, dass er sprachlich (Humor, Ausdrücke) ganz passabel gelungen ist ..."
Benedikt sagt: "Peinlich wird es, wenn Recha ihn beschreibt (gut, klug, geduldig - S.115)"
Anne_E fragt: "So ein Cef wie Hamann ist, hâtten wir wohl alle?"
Gro_L sagt: "Viel Ahnung von Kultur hat er auch."
Tellef sagt: "Hamann ist durch die ganze Zeit z. b. im dritten Reich nie von der richtigen Linie gewichen"
Benedikt [zu Anne_E]: "Ja, haben wir aber nie gehabt ;-)"
Benedikt fragt: "Habt ihr noch Anmerkungen zur Figur Hamanns oder sollen wir weitergehen?"
Oddny sagt: "Hamann- sollte vielleicht ein Symbol des Systems sein ? Er war perfekt = das System war auch Perfekt"
Anne_E fragt: "Man muss vielleicht Hamann als gegensatz zu Kapitaliastischen Chefs sehen?"

Sissel kommt.
Benedikt [zu Oddny]: "Sicherlich sollen wir so eine Gleichung aufmachen. Hamann ist der Repräsentant des Systems"

Sissel geht ins Mellomfags-Atelier.
Renate sagt: "ABer das System hatte nicht viel Raum für die Menschen - während Haman immer für sie da ist."
Tore_T sagt: "zu Oddny: Hamann als ein humaner Vertreter eines kumanen System dargestellt? Einig."
Tore_T sagt: "humanen"
Oddny sagt: "ja"
Oddny sagt: "er musste ja sympathisch sein"
Gro_L sagt: "Mit solchen Vertretern, hatte wohl auch das politische System in der DDR gut funktioniert oder jedenfalls besser"
Benedikt [zu Renate]: "Du agumentierst jetzt mit verschiedenen Ebenen. Innerhalb des Textes geht die Gleichung auf. In der Wirklichkeit ging sie nicht auf"
Renate sagt: "O.K"
Benedikt fragt: "Zur Vorbereitung solltet ihr euch Gedanken machen über abstrakte Begriffe die den Text strukturieren. Sind euch ein paar aufgefallen?"
Anne_E sagt: "Arbeit und Kunst"
Benedikt [zu Anne_E]: "Genau."
Benedikt fragt: "Sind Arbeit und Kunst Gegensätze?"
Else2 fragt: "Nächstenliebe - betr.Erwin?"
Gro_L sagt: "Hamann zeigt, dass sie keine Gegensätze sind."
Tellef sagt: "Die Arbeit und Kunst sind keine Gegensätze, ganz im Gegenteil."
Oddny fragt: "Arbeit & Kunst sollten Hand in Hand gehen ?"
Gro_L sagt: "Er liebt Kunst und Arbeit zugleich"
Tore_T sagt: "Nein, Arbeit und die verständliche Kunst, die Nikolaus schafft, sind Seiten derselben Sache."
Benedikt sagt: " Hamann ist hier wieder das leuchtende Vorbild. Er ist ein Arbeiter der sich Fidelio anschaut. Also einer der die Höhen der Kultur erstürmt."
Anne_E sagt: "Nein keine Gegensätze, aber Kunst ist schwer zu verbinden mit der Arbeit in Kohlenabbau"
Benedikt [zu Tore_T]: "Sehr richtig, drauf würde ich gerne noch etwas genauer eingehen. Lest bitte mal folgende Textstelle."

Benedikt zeigt Dia 4.

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Es war mehr als ein Wiedersehen: es war eine Neuentdeckung. Schach hielt lange ein Blatt mit den flach gewölbten Brückenbögen unter hohen fliegenden Wolken, ersagte stolz und erstaunt: Zum Teufel, ich hab gar nicht gewusst, wie schön es bei uns ist.
Jeden Tag rennt man vorbei, sagte Klaus, und hat Knöpfe auf den Augen. (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.111f..)









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Solfrid kommt.
Anne_E sagt: "Das Programm Der DDR war wohl zu der Zeit"
Tellef sagt: "Die Leiter des SED-Regimes wollten immer Die höhere Kunst mit dem Arbeiter verknüpfen."
Benedikt fragt: "Welche Funktion bekommt die Kunst hier?"
Gro_L sagt: "Was meint man mit "hat Knöpfe auf den Augen"
Benedikt [zu Gro_L]: "blind sein"
Renate sagt: "Sie verschönert die düstere Wirklichkeit."
Benedikt [zu Renate]: "Verschönert sie?"
Renate sagt: "Ja - in der Darstellung."
Tore_T sagt: "Diese Kunst öffnet die Augen der Arbeiter, damit sie sehen, wie wichtig ihren Beruf ist."
Tore_T sagt: "ihr Beruf"

Lars2 kommt.
Benedikt sagt: "Ich würde eher sagen, dass die Kunst hier dazu beitragen soll, das richtige Sehen zu lehren. (Sehe es wie Tore)"
Anne_E fragt: "Man kann durch Kunst das Sehen erweitern, aber ist das nicht hier ein wegsehen von der Realität?"
Renate [zu Benedikt]: "Ich habe früher auch immer die Bilder des Ruhrgebietes bewundert - aber im wirklichen Leben war es dort schmutzig und schwer, gesund zu bleiben."
Benedikt [zu Renate]: "Versuch zuerst einmal der Logik des Textes zu folgen. "
Renate sagt: "z.B ein Sonnenuntergang hinter den Fördertürmen - aber die Luft war nicht zum Einatmen."
Renate sagt: "Ja, ich verspreche nicht mehr abzuschweifen"
Benedikt sagt: "Auch Recha formuliert einen ähnlichen Gedanken (DIA)"

Benedikt zeigt Dia 5.

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Es ist eine Frechheit. Es ist herrlich ... Als ob er dir eine Binde von den Augen reißt: Lern sehen Maulwurf. (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.112.)









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Renate sagt: "aber ich habe das anders gesehen - die eigenen Erfahrungen hinzugefügt"
Benedikt fragt: "Wie sieht das 'falsche Sehen' aus, wenn wir folgendes Zitat betrachten?"

Benedikt zeigt Dia 7.

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An einem rohen Holztisch saß ein Mann, eingefangen in den sparsamen Lichtkegel der mit der Zuckertüte abgeschirmten Lampe; die Umrisse von Schultern und Rücken verschwammen im warmen, braunstichigen Dunkel. Er hielt ein Buch und las oder lernte, und seine schweren Hände mit den hornigen gelben Nägeln hoben sich scharf von den weißen Buchseiten ab. Der Mann war nicht mehr jung; sein Gesicht zerkerbten lange schwärzliche Falten, und er bewegte die Lippen beim Lesen. Er trug eine Brille mit dünnen Silberrähmchen, sie war ihm zu weit und rutschte über den Nasensattel nach vorn.
Nikolaus näherte sein Gesicht der Fensterscheibe; für ein paar Minuten hatte er Recha vergessen, erfüllt von einem verworrenen Glücksgefühl, als stünde er vor einer ungeheuer bedeutsamen Entdeckung. (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.118.)









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Anne_E sagt: "Ich kann verstehen das man sich damals freute über das Kolenabbau - wohlstandsdenken un zukunftsdenken"
Benedikt sagt: "stopp, das ist das falsche Dia"

Benedikt zeigt Dia 3.

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Schach sagte bedächtig: Wir hatten mal sonen Hungerkünstler im Kombinat, er soll sogar auf der Akademie gewesen sein. Aber wenn du so was malst wie der, hauen wir dich aus dem Tempel raus ... Wenn Du seine Bilder gesehen hast, hat es dir den Magen umgedreht: Kerle wie unbehauene Klötze, Gesichter grau, Hände wie Tatzen [...] (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.114.)









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Benedikt ruft erregt: "Entschuldigung - jetzt ist es richtig!!"
Tore_T sagt: "Man hat von einem anderen Künstler erzählt, der "abstarkte" Bilder malte. Sie verden von den Arbeitern scharf abgelehnt."
Anne_E sagt: " Die DDR akzeptierte nicht jeden Form der Kunst, die sollte bitte erbaulich sein"
Gro_L sagt: "Entartete Kunst"
Benedikt [zu Tore_T]: "Ich glaube auch, dass wir hier eine Kurzcharakteristik des Modernismus bekommen."
Tore_T sagt: "Ja, da ist ja der Zitat."
Anne_E sagt: "Entartete Kunst-ein Nazi begriff"
Tellef sagt: "Die DDR-Politiker lehnten abstrakte Kunst ab, eben so wie die Politiker im dritten Reich."
Solfrid sagt: "Hoffnung, Glaube an eine bessere Welt - das soll auch die Kunst wiederspiegeln. Das soll man "sehen"
Benedikt [zu Gro_L]: "und Anne_E Ja wir müssen hier vorsichtig sein. Der Begriff entartete Kunst stammt aus dem 3. Reich. Auch wenn die Kunstpolitik der DDR restriktiv war, war sie nicht so aggressiv wie im 3. Reich"
Benedikt [zu Solfrid]: "Ja. Am deutlichsten wird das wohl in dem Zitat, das ich eben schon fälschlicherweise aufgelegt habe. Lest bitte das folgende Dia noch mal"

Benedikt zeigt Dia 7.

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An einem rohen Holztisch saß ein Mann, eingefangen in den sparsamen Lichtkegel der mit der Zuckertüte abgeschirmten Lampe; die Umrisse von Schultern und Rücken verschwammen im warmen, braunstichigen Dunkel. Er hielt ein Buch und las oder lernte, und seine schweren Hände mit den hornigen gelben Nägeln hoben sich scharf von den weißen Buchseiten ab. Der Mann war nicht mehr jung; sein Gesicht zerkerbten lange schwärzliche Falten, und er bewegte die Lippen beim Lesen. Er trug eine Brille mit dünnen Silberrähmchen, sie war ihm zu weit und rutschte über den Nasensattel nach vorn.
Nikolaus näherte sein Gesicht der Fensterscheibe; für ein paar Minuten hatte er Recha vergessen, erfüllt von einem verworrenen Glücksgefühl, als stünde er vor einer ungeheuer bedeutsamen Entdeckung. (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.118.)









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Anne_E sagt: "Das ist Kitsch"
Benedikt fragt: "Was entdeckt Nikolaus dort?"
Benedikt [zu Anne_E]: "Akzeptiert!"
Solfrid erzaehlt: "Alles - auch die Kunst - soll dazu beitragen, dass die Menschen sich um das positive Konzentrieren. Das "Graue" soll jetzt Geschichte sein. Jedem soll die möglichkeit gegeben werden, lesen und schreiben zu lernen."
Gro_L fragt: "Hat er in diesem "Bild" die Schönheit gesehen?"
Tellef sagt: "Er entdeckte das alle Mensshen studieren können.Alle entwickeln sich weiter und werden "sozialistische Bürger"."
Tore_T sagt: "Der ideale Arbeiter sollte sein Leben lang lesen und lernen (d.h.: für die Gesellschaft nützlige Dinge.)"
Anne_E sagt: "Das es schwer ist ein lebendiger Mensch so zu zeichnen das er lebendig wirkt und die Persônlichkeit einzufangen"
Benedikt [zu Solfrid]: "und den anderen Man spürt hier wieder, dass die Kunst einen didaktischen Auftrag bekommt ..."
Benedikt sagt: "Sie soll den Arbeiter eine Identität geben (das Richtige sehen lernen) und sie erziehen."
Benedikt sagt: "Nikolaus bekommt von seinen Arbeitskollegfen offiziell den Auftrag zu zeichnen (S.114)"
Benedikt fragt: "Zur Erholung vielleicht mal ein Bild ... vielleicht Kitsch?"

Benedikt zeigt Dia 8.

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Gro L ist soeben ausgestiegen.
Gro L ist eingestiegen.
Benedikt ruft hocherregt: "Und Wissen ist wie immer MAcht!!!"
Solfrid sagt: "Lesen und Schreiben gehörte die "oberen" reichen in den früheren Gesellschaften."
Benedikt [zu Solfrid]: "Ja das soll nicht angezweifelt werden."
Benedikt fragt: "Eben ist der Begriff der Veränderung angesprochen worden, finden wir diesen noch in anderen Bereichen?"
Solfrid sagt: "Solche Bilder hat es früher ja nicht gegeben - die "Arbeiter-klasse" wurde als "dumm"
Ingeborg_A sagt: "Curt verändert sich."
Solfrid meint: "ach - das ging zu schnell..."
Benedikt [zu Geir]: "Was meinst Du? Verändert Curt sich?"
Geir sagt: "Ich habe das Buch erst vor ein paar Tagen bekommen."
Benedikt [zu Geir]: "Okay"
Benedikt sagt: "Lasst uns spekulieren, wie der Text weitegeht. Er hat immerhin ein offenes Ende."
Anne_E sagt: "Bei Recha geht eine Langsame Veränderung vor"
Solfrid sagt: "Curt ändert sich. Er entschliesst sich, seine Pflicht zu tun"
Tellef sagt: "Ganz zum schluss verändert Curt sich. Er sieht wie sein Vater wirklich ist, undwie er sich selbst benimmr."
Tore_T fragt: "Hat der Text wirklich ein offenes Ende?"
Benedikt [zu Anne_E]: "Auf Recha und Nikolaus kommen wir gleich zurück"
Lars2 sagt: "Ich zweifle daran, dass Curt eigentlich sich verändert hat.."
Oddny fragt: "gnügt es sich zu entscliessen ?"
Benedikt [zu Tore_T]: "Anscheinend - sonst könntest Du und Lars2 nicht unterschiedlicher Meinung sein."
Anne_E sagt: "Das Buch endet damit das der Leser hofft dass Claus sich ändert, es gibt eine M¨lichkeit"
Gro_L sagt: "Immer kommt etwas dazwischen, er ist ein schwacher Mensch"
Else2 fragt: "man ahnt, dass er sich verändern will, vielleicht nach der Brigadeversammlung...?"
Solfrid sagt: "Curt sieht ein, er muss für seine Handlungen "gerade" stehen, er muss ehrlich sein"
Lars2 sagt: "..Erhätte gern ein Publikum für seinen Entscluss gehabt"
Solfrid sagt: "Curt "kehrt um" -"
Benedikt [zu Lars2]: "Das finde ich sehr interessant. Du meinst, dass er so eitel ist, dass er sich nur vor Publikum ändern kann? Interessant!"
Benedikt sagt: "Ich verstehe auch Tore_T. Wir wissen vielleicht nicht ob Curt umkehrt, aber als Leser versteht man schon, dass er besser umkehren sollte."
Solfrid sagt: "In den Gedanken ist er "umgekehrt" - und dort fängt alles an ."
Lars2 sagt: "Mir scheint ers er muss immer der Mitte sein"
Benedikt fragt: "Wohin sollte Curt umkehren. Zu welchen Werten?"
Solfrid sagt: "Für die Gesellschaft arbeiten - nicht nur für sich"
Anne_E sagt: "Ich sehe Claus als der Vertreter der Kapitalistische Mensch, der (noch) nicht sich zur sosialistischen Idee durchringen kann"
Solfrid sagt: "Curt ist bis S. 262 nur Egoist in seinen Gedanken - das ändert sich auf S. 263"
Benedikt [zu Solfrid]: "Vielleicht fängt es schon etwas früher an ;-) Welchen Werten wendet er sich denn zu?"
Tellef sagt: "Die sozialistischen Werte. Das heisst vor allem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft."
Benedikt sagt: "Etwas genauer am Text bitte ... vielleicht ein Beispiel."
Lars2 sagt: "Die Werten der Gemeinschaft, wahrscheinlich, aber die Umkehrung ist nicht Glaubwürdig."
Solfrid sagt: "zu_benedikt ja, da das stimmt - er wollte ja helfen als es schief gelaufen ist."
Lars2 fragt: "Was soll ich ihnen nur sagen? Um sich zu retten?"
Benedikt [zu Lars2]: "Der Begriff der Geminschaft steht natürlich sehr zntral. Deine zweite Aussage verstehe ich nicht."
Benedikt sagt: "zentral - pardon"
Benedikt sagt: "Gemeinschaft - pardon"
Tellef fragt: "Curt wollte gemeinsam mit der Kranführerin etwas gutes leisten. War das teilweise weil er sich selbst im Rampenlicht bringen wollte?"
Solfrid erzaehlt: "Curt wendet sich zu den Werten für einander da zu sein, für andere Menschen einen Einsatz zu tun, z.B. Kraftwerk bauen dass sie im Winter nicht frieren"
Solfrid sagt: "müssen"
Benedikt sagt: "Schauen wir uns mal folgende Textstellen an (zwei Dias)"

Benedikt zeigt Dia 1.

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[...] und dann wurde es still und die Bergmannskapelle begann die Internationale zu spielen. Zuerst war nur der Baß des Genossen zu hören, der eben gesprochen hatte, dann fielen andere Stimmen ein, es klang dünn und noch unsicher, und nun pflanzte sich das Lied von den ersten Reihen fort bis zu den kleinen Gruppen am Rand und erfüllte das Hallenschiff: "Wacht auf, Verdammte dieser Erde ..." (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.245.)









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Benedikt zeigt Dia 2.

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Curt hatte oft genug die Internationale gehört, im Rundfunk und von geschulten Chören und er hatte irgendwann in der Schule den Text gelernt und bis auf wenige Zeilen wieder vergessen. Heute, zum erstenmal, hörte er sie in einer Werkshalle gesungen, von Arbeitern, denen er äusserlich glich, ölverschmiert im blauen Schlosseranzug und mit geschwärzten Händen, und er sah, wie die Älteren ihre Mützen abnahmen und in der Hand hielten. Auch der alte Lehmann neben ihm nahm seinen Hut ab. Curt zog verspätet und hastig seine Baskenmütze vom Kopf, er sang nun mit, sehr leise und mit starr zu Boden gerichtetem Blick, und er schämte sich seiner Ergriffenheit. (B. Reimann: Ankunft im Alltag, S.245.)









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Lars2 geht ins Mellomfags-Atelier.

Lars2 kommt.
Benedikt fragt: "Was ergreift Curt?"
Tellef sagt: "Die Stimmung."
Solfrid fragt: "Das Gefühl, einer von der Arbeiterklasse zu sein?"
Oddny sagt: "die Gemeindschaft"
Lars2 ist soeben ausgestiegen.
Oddny sagt: "-d"
Ingeborg_A sagt: "Wie die Arbeiter auf die Internationale beinfluBt werden"
Geir sagt: "Die Kraft der Arbeiterklasse."
Lars2 ist eingestiegen.
Anne_E fragt: "Vielleich hat er zum ersten Mal die Bedeutung dises Lied gespürt?"

Lars2 geht ins Mellomfags-Atelier.

Lars2 kommt.
Benedikt sagt: "Ich glaube auch, dass das Wachsen der Gemeinschaft und die Kraft der Arbeiterklasse ihn beeindrucken."
Renate erzaehlt: "Er ist erfriffen von der Gerührtheit der anderen. Dass sie so stark für das Gemeinsame fühlen können - er hat bis jetzt fast immer nur an seine eigenen Vorteile gedacht."
Benedikt fragt: "Bei Recha und Nikolaus geht die Veränderung ja etwas glatter. In was für Bildern (oder welchen Beispielen) wird dies ausgedrückt?"
Oddny sagt: "Recha ging zu Nachtschift, obwohl sie zusammen mit Curt war"
Solfrid sagt: "Recha verlässt die Disko um Nachtschicht zu machen"
Anne_E fragt: "Ist eine wirkliche veränderung bei Claus vorgegangen, oder nur ein Wunsch der Veränderung?"
Benedikt [zu Oddny]: "Diese Nachtschicht ist zentral. Wie erlebt Nikolaus diese Nacht?"
Gro_L sagt: "Endlich wird er als Arbeiter akzeptiert"
Ingeborg_A sagt: "Falls jemand Schwierigkeiten kriegt, ist N. nicht trottelhaft oder "klossete". Dann ist er, laut Recha, sehr tüchtig"
Benedikt [zu Anne_E]: "Ob Curt sich wirklich ändert, ist schwer zu sagen ..."
Gro_L sagt: "Er ist nicht mehr nur der Student"
Oddny sagt: "sehr hart, aber er ist zufrieden"
Tellef sagt: "Er wird endlich akseptiert."
Solfrid sagt: "Für Nikolaus ist es eine "gute" Nacht -er fühlt sich zugehörig"
Benedikt fragt: "Ja er verlässt den Studentenstatus. Wie verlässt man diesen Zustand im allgemeinen (auch ihr im Mai 2002)?"
Solfrid meint: "Examen..."
Tellef sagt: "Examen."
Benedikt [zu Solfrid]: "und Tellef Ja. Meister Hamann scheint ihn richtig auf die Probe zu stellen ..."
Anne_E sagt: "N.üerwindet sich selber, die Müdigkeit usw. dafür bekommt er Respekt"
Benedikt fragt: "Wie bewerten Recha und Nikolaus den Einsatz der Brigade in dieser Nacht (S.213)?"
Ingeborg A ist soeben ausgestiegen.
Else2 sagt: "- als hätten sie was Besonderes getan"
Anne_E sagt: "Da fängt eine ernsthafte Beziehung zwischen den Beiden an"
Renate sagt: "Sie waren dabei, etwas 'Besonderes' zu tun - aber keine Helden deswegen."
Benedikt [zu Renate]: "Sie definieren Heldentum neu. Wie?"
Tellef sagt: "Wie eine Heldentat, aber eine "gewöhnliche Heldentat."
Benedikt [zu Tellef]: "Da war ich wohl zu ungeduldig. Wie sieht das alte Heldentum aus?"
Renate sagt: "das Gewöhnliche bewältigen, ohne darüber gross zu reden."
Benedikt [zu Renate]: "Das ist das neue Heldentum. Oder nicht?"
Renate sagt: "Ja, finde ich."
Renate sagt: "So wird es von Recha gesagt"
Benedikt [zu Renate]: "Ja. Aber welchen Namen bekommt das alte Heldentum?"
Tore_T sagt: "Alltagshelden, die ihre Pflicht ausführen, sinddie wahren H."
Renate sagt: "es sei hoffnungslos veraltet - grossmäulig."
Solfrid sagt: "Heldentum ist hier nicht von EINER Person geleistet worden - wie üblich - aber von einer Gruppe zusammen"

Benedikt [zu Solfrid]: "Danke. Der einzelne das ist Siegfried ..."
Renate [zu Solfrid]: "So sehe ich das auch"
Benedikt sagt: "So wir machen 15 Minuten und diskutieren den Text dann noch etwas kontroverser."
Tellef sagt: "In der sozialistischen Gesellschaft hebt Man gemeinsam."
Benedikt ruft hocherregt: "Also Motto für die Pause: Vom ich zum wir!!!!"

-- Ende der Aufzeichnung: Montag, 15. Oktober 2001 7:01 Uhr Dreistadt-Zeit --