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Ihre Majestät Königin Sonja

Als Kronprinz Harald beim Heimgang seines Vaters König Olav V. am 17. Januar 1991 die Königswürde übernahm, bekam Norwegen gleichzeitig nach 53 Jahren zum ersten Mal wieder eine Königin.

Sonja Haraldsen wurde bei ihrer Heirat mit Kronprinz Harald am 29. August 1968 Kronprinzessin. Die Verlobung löste eine breit angelegte Debatte über die Zukunft der norwegischen Monarchie aus. Aber die Kritik daran, daß der norwegische Thronfolger eine Lebensgefährtin bürgerlicher Herkunft wählte, fiel wesentlich milder aus als befürchtet. Kronprinzessin Sonja wurde vom ersten Augenblick an vom ganzen Volk als Mitglied der äußerst beliebten norwegischen Königsfamilie akzeptiert.

Berufsausbildung

Königin Sonja wurde als Tochter von Dagny und Karl Haraldsen am 4. Juli 1937 in Oslo geboren. Sie wuchs in Oslo-Vindern auf, machte 1954 die Mittlere Reife und danach eine Schneiderausbildung an der Berufsschule Oslo. Das Näherinnen-Diplom machte sie an der Ecole Professionelle des jeunes Filles in Lausanne in der Schweiz, wo der Unterricht unter anderem Sozialwissenschaft, Buchführung und Modezeichnen umfaßte.

Später machte sie als externer Prüfling das Abitur, und von der Universität Oslo erhielt sie den akademischen Grad "Cand. mag." in den Fächern Englisch, Französisch und Kunstgeschichte.

Offizielle Aufgaben

Als Kronprinzessin nahm sie im Laufe der Jahre eine Reihe von offiziellen Aufgaben wahr, teils in Zusammenarbeit mit ihrem Schwiegervater König Olav, teils zusammen mit ihrem Mann oder auch allein. Im Namen der Wirtschaft öffneten sie und der damalige Kronprinz Harald der norwegischen Exportindustrie viele neue Türen.

Lebhaftes Engagement

Königin Sonja hat eine umfassende Reisetätigkeit in Norwegen und im Ausland hinter sich und ist Schirmherrin vieler Organisationen.

1972 trug sie als Kronprinzessin zur Einrichtung eines Fonds bei, der den Namen ihrer Tochter trägt. Mittel aus dem Prinzessin-Märtha-Louise-Fonds sollen norwegischen behinderten Kindern zugute kommen. Sie beschäftigt sich mit den Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Einwanderern und besucht häufig soziale Einrichtungen für Senioren, Kinder und geistig Behinderte.

In den 1970er Jahren beteiligte sie sich aktiv an großen Aktionen zur Beschaffung von finanziellen Mitteln für internationale Flüchtlinge. In diesem Zusammenhang begab sie sich persönlich an den Ort des Geschehens und besuchte unter anderem vietnamesische Bootflüchtlinge in Malaysia.

Für diesen Einsatz wurde sie im Jahre 1982 vom Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge mit der Nansen-Medaille ausgezeichnet. Zur Medaille gehörte der Nansen-Preis in Höhe von 50 000 Dollar. Den gesamten Betrag spendete sie für den Bau von Schulen für Flüchtlinge in Tansania.

Von 1987 bis 1990 war sie Vizepräsidentin des Norwegischen Roten Kreuzes. Verantwortlich für die internationale Arbeit der Organisation, reiste sie 1989 mit einer Delegation des Roten Kreuzes nach Simbabwe und Botswana. Ziel der Reise war es, sich über die Arbeit an bestimmten Rehabilitationszentren für Behinderte zu informieren ­ Projekte, die von Norwegen finanziell unterstützt werden.

Eidesleistung und Segnung

Am 21. Januar 1991 legte König Harald seinen Eid auf die Verfassung ab. Königin Sonja stand bei diesem historischen Ereignis im Storting an seiner Seite. Zu dieser Zeit war es 69 Jahre her, daß eine Königin im Parlamentssaal zugegen war. Danach war Königin Sonja auch bei der feierlichen Parlamentseröffnung im Jahre 1993 anwesend.

Am 23. Juni 1991 wurde König Harald auf eigenen Wunsch im Nidaros-Dom in Trondheim gesegnet. Auch Königin Sonja nahm den Segen der Kirche entgegen. Im Sommer desselben Jahres unternahm das Königspaar eine zehntägige Reise durch das südliche Norwegen, und im Jahr darauf rundete es diese Reise mit einer 22tägigen Fahrt durch die nördlichsten Fylker des Landes ab.

Als König und Königin haben Harald und Sonja im In- und Ausland eine lange Reihe von Repräsentationsaufgaben wahrgenommen.

Die Olympischen Winterspiele 1994

Zu den Dingen, die die Königin zu Beginn der 1990er Jahre beschäftigten, gehörte die Planung der kulturellen Aktivitäten in Verbindung mit den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer. Diese Aufgabe war ihr in ihrer Eigenschaft als ehrenamtliche Vorsitzende des Kulturausschusses des Olympischen Komitees übertragen worden. Königin Sonja war bei mehreren Olympia-Veranstaltungen interessierte Zuschauerin.

Gründliche Vorbereitungen

Das Amt der Königin des Landes umfaßt Reisen, Ansprachen und Reden, offizielle Besuche, Audienzen sowie die Wahrnehmung der Rolle als Gastgeberin sowohl auf Gut Skaugum als auch im Schloß in Oslo. Diese Aufgaben müssen durch gründliche Studien vorbereitet werden.

Königin Sonja hat zahlreiche private Interessen, die sie auf natürliche Weise mit ihren Pflichten als Norwegens First Lady verbindet. Unter anderem hat sie großes Interesse für bildende Kunst und Innenarchitektur.

Es vergeht kein Jahr, ohne daß die Königin lange Ski- und Fußwanderungen in den norwegischen Bergen unternimmt. Sie ist übrigens ausgebildete Skilehrerin.

Die königliche Familie wohnt vorläufig auf Gut Skaugum in Asker bei Oslo.

Zwei Kinder

Das Königspaar hat zwei Kinder, Prinzessin Märtha Louise (geb. am 22. September 1971) und Kronprinz Haakon (geb. am 20. Juli 1973).

Biographische Daten

  • Geboren am 4. Juli 1937
  • Getauft am 29. August 1937 in der Ris-Kirche in Oslo
  • Konfirmiert am 10. Mai 1953

  • Mittlere Reife 1954
  • Berufsschule Oslo 1954-55
  • Abitur 1961
  • Universitätsabschluß (Cand. mag.) 1971

  • Verlobung am 19. März 1968
  • Eheschließung am 29. August 1968
  • Kinder: Prinzessin Märtha Louise, geb. am 22. September 1971
  • Kronprinz Haakon, geb. am 20. Juli 1973

  • Segnung im Nidaros-Dom in Trondheim am 23. Juni 1991

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Herausgegeben von Nytt fra Norge für das Kgl. Norwegische Außenministerium. Für den Inhalt des Beitrags ist Nytt fra Norge verantwortlich. Nachdruck gestattet. Gedruckt im Mai 2001