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TROLL, hrsg. von Michael Schmidt, Tromsø
Verlag: http://www.wehrhahn-verlag.de/html/tromsoer_studien.html
In der neuen Reihe TROLL sollen bevorzugt kulturwissenwissenschaftliche Arbeiten – Monographien, Sammelbände und in einzelnen Fällen auch Texteditionen – aus dem querkultuellen Bereich veröffentlicht werden: Untersuchungen zur deutsch-jüdischen Geschichte ebenso wie zur Literatur- und Wissenschaftsgeschichte der Naturwissenschaften und zu Themenbereichen und Untersuchungsgegenständen, die an den Grenzen zwischen Fächern und Fachbereichen angesiedelt sind. Geplant bzw. in Vorbereitung sind zunächst Bände, die den Problemen des Dilettantismus und der Konversionen aus unterschiedlichen Blickwinkeln gelten, außerdem Monographien zu dem kroatischen Physiker und Jesuitenpater Roger Joseph Boscovich und dem jüdischen Mathematiker Moritz Abraham Stern
Eine "faszinierende Reihe" - Rheinischer Merkur
Bd. 1 Guri Ellen Barstad und Marie-Theres Federhofer (Hg.):
Dilettant — Dandy — Décadent. Hannover 2004.
Im Zuge der Décadence bildeten sich im 19. Jahrhundert neben dem Décadent der Dilettant und der Dandy als gesellschaftliche wie literarische Figuren heraus. Die Gemeinsamkeit dieser Lebenshaltungen liegt vor allem in der Suche nach dem richtigen Stil, der es erlaubt, die feinen Unterschiede zum Gros der Gesellschaft hervorzukehren bzw. deren moralische und ästhetische Grundüberzeugungen zu subvertieren. Freilich läßt sich das Bemühen um gesellschaftliche Abgrenzung und ästhetische Selbstinzsenierung bereits in früheren Epochen beobachten. Insbesondere verweisen die Ausdrücke Dekadenz und Dilettantismus auf eine ältere Tradition, die im 19.Jahrhundert dann wieder aufgenommen und neu reflektiert wurde. Die vorliegenden Beiträge untersuchen Phänomene gesellschaftlicher und ästhetischer Selbststilisierung am Beispiel von Autoren, die in der bisherigen Dekadenz-Forschung eine eher marginale Rolle spielten. Behandelt werden Schriftsteller der römischen Antike (Petronius) bzw. des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (W. Raabe, J. Lorrain, L. v. Andrian, K. Hamsun).
Bd. 2 Michael Schmidt und Cathrine Theodorsen: Moldenit oder die Anfänge des Dilettantismus in Deutschland. Erscheint 2004
Die beiden Autoren analysieren den sog. Berliner Flötenstreit um 1750 - in den der verschollene Dilettant Moldenit das musikalische Establishment der preußischen Hauptstadt und insbesondere Quantz verwickelte- und verorten ihn in der Streitkultur der deutschen Aufklärung.
Bd. 3 Michael Schmidt: Ein jüdischer Gil Blas
Anhand einer unscheinbaren Quelle wird das abenteuerliche Leben des Konvertiten Johann Christoph Leberecht nachgezeichnet und seine unscheinbare Lebensgeschichte aus dem Jahre 1777 im Spannungsfeld von Biographie und Autobiographie analysiert.
Bd. 4 Ulrike Spring: Sprache und Nation in Norwegen und Irland um 1900
Im 19. Jahrhundert, der Blütezeit des europäischen nation building, galt
eine Nationalsprache als eine der unabdingbaren Kriterien für die Existenz einer Nation. Die Autorin fragt nach den diskursiven Strategien, die Gälisch- und NynorskanhängerInnen in Irland respektive Norwegen anwandten, um die Verbreitung einer sog. authentischen Schriftsprache zu legitimieren, und diskutiert diese im Kontext von Territorialität, Geschichtsschreibung und Alterität.
Bd. 5 Hans Ullmaier: Punkta, particulae et phaenomena. Roger Joseph Boscovich und seine Naturphilosophie
Der Physiker Hans Ullmaier beschreibt das Leben des u.a. von Nietzsche gelobten Jesuitenpaters und europäischen Universalgelehrten im Zeitalter der Aufklärung, den Heisenberg einen kroatischen Leibniz nannte; er rekonstruiert vor allem den Einfluss seines Denkens auf die Entwicklung der Naturwissenschaften im 19. und noch im 20. Jahrhundert.
Bd. 6 Johan Schimanski: A Poetics of the Border: Nation and Genre in Islwyn Ffowc Elis, Wythnos yng Nghymru Fydd
This study of the relationship between national identity and literary genre builds on a sustained reading of symbolism, genre markers, and textual borders in the Welsh-language nationalist novel, Wythnos yng Nghymru Fydd (A Week in Wales to Be) by Islwyn Ffowc Elis (1924-2004). This time-travel tale of journeys to two future Wales, a utopian íFree Walesí and a dystopian íWestern Englandí, was published in 1957 by the nationalist party Plaid Cymru; the first adult science-fiction novel in Welsh, it had a formative effect on the development of Welsh-language literature and nationalist thinking. The study has three parts, analysing the readerís entrance into the science-fiction text, giving a related analysis of the protagonistís entrance into the nation, and analysing the use of genre to pull the reader into the text. Its main contributions to thinking on nation and literature are 1) its discussion of the way in which the nation is figured as working bodily and kinetically, also on the level of genre, and 2) its postcolonialist discussion of the effect of temporality on Benedict Andersonís model national synchroneity, addressing directly the question of science fiction and proto-nationalism.
Bd. 7 Border Poetics De-Limited
eds. Johan Schimanski and Stephen Wolfe
Border poetics is a set of strategies for analyzing the crossing of borders or territories, the creation of frontiers, or the failed crossing of national or symbolic borders; that is, to analyze and identify processes of border-making and border permeability in contemporary societies. This book explores the possibilities and limitations of such strategies through theoretical essays and through close readings of actions and experiences of “bordering” significant political, national, cultural, or aesthetic frontiers in literature, film, and art. In doing so, it argues for the intimate connection between borders and narrative, and establishes a shared vocabulary of study and reflection with which to discuss narratives of bordering. Bringing together contributions by academics from different regional traditions of border studies in literary and cultural studies, it is also timely reminder of the globality of border experience.
Bd. 9 Norbert Schmitz
Moritz Abraham Stern (1807–1894). Der erste jüdische Ordinarius an einer deutschen Universität und sein populärastronomisches Werk
TROLL 9
160 Seiten, Broschur
ISBN 3–86525–031-9, 18,00 €
»Auch habe ich das Bewusstseyn, einen Theil dessen, was ich zur Aufgabe meines Lebens gemacht habe, nemlich etwas zur Ehre unseres Volkes beizutragen, erreicht zu haben […].«
Bereits 1834 formulierte der Mathematiker Moritz Abraham Stern (1807–1894) das Anliegen, mit seiner akademischen Karriere nicht nur eigene Ambitionen zu verwirklichen, sondern auch zur Emanzipation der Juden beizutragen. Der Sohn eines Frankfurter Schutzjuden studierte Mathematik in Göttingen und bestand dort 1829 bei Gauß die Doktorprüfung mit Auszeichnung. Da Stern den taktisch-opportunistischen Gang zum Taufbecken ablehnte, sollten bis zu seiner Berufung zum ordentlichen Professor – als erster Jude in Deutschland – jedoch noch dreißig Jahre vergehen.
Diese wissenschaftsbiographische Studie konzentriert sich auf Sterns Beiträge zu den innerjüdischen Diskussionen seiner Zeit und auf seine Publikationen zur Populärastronomie.
Catherine Theodorsen
Leopold Andrian, seine Erzählung Der Garten der Erkenntnis und der Dilettantismus in Wien um 1900
TROLL 8, 320 Seiten, Broschur
ISBN 3–86525–032-7
Die vorliegende Studie strukturiert die Geschichte des Dilettantismusbegriffes in drei diskursive Felder und untersucht die Funktion dieses Begriffes im Wiener Fin de Siècle am Beispiel des österreichischen Schriftstellers und Diplomaten Leopold Andrian (1875–1951), der das symbolische Kapital, das ihm seine Jugenderzählung »Der Garten der Erkenntnis« (1895) und die Freundschaft mit Hugo von Hofmannsthal einbrachten, immer wieder zu instrumentalisieren wußte. Nicht nur Andrian selbst wird exemplarisch als ein klassischer Dilettant präsentiert, als ein typischer Fin de Siècle-Dilettant und ›Künstler ohne Werk‹ erweist sich auch der Protagonist seiner frühen Erzählung.
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