Search Tavla Humanities Law Science Medicine Fishery Sciences Social Sciences Centres TMU Library Administration
set width of left cell in netscape 4
Startpage

Home
  
Faculty
  
Studies
Ex.fac.
Programmes of study
Course catalogue
Andre studietilbod
Continuing education
 
- - - - - -
Curriculum
Exams information
Staff / courses
Antikkens kultur
Allm.litt.vitenskap
Dokumentasjonsvitenskap
Engelsk
Ex.fac.
Finsk
Fransk
Gresk og latin
Kunstvitenskap
Lingvistikk
Nordisk
Russisk
Samisk
Spansk
Tysk
  
Research
 
Staff
  
 
  
 
[ Login ]
set width of left cell in netscape 4
Startpage › humfak › studietilbod › 7626 › tysk › 13
Printer friendly

Aktuelle Forschungsvorhaben - germanistische Literaturwissenschaft





Cathrine Theodorsen, NFR-Stipendiatin

Arbeitstitel:
”Leopold von Andrians Der Garten der Erkenntnis (1895) und das diskursive Feld des literarischen Dilettantismus in Wien um 1900. Eine Text- und Begriffsanalyse”


Leopold Andrian
Inkunabel des Dilettantismus: Andrians "Garten", links die Erstausgabe als Verlagsbroschur und in einem zeitgenössischen Liebhabereinband, Halbleder und Japanpapier
Die einleitende Begriffsanalyse strukturiert die Geschichte des Dilettantismusbegriffes in drei diskursive Felder: Zum einen wird das durch die Positionen des Gentleman, des Virtuoso und des Gelehrten markierte Wortfeld erläutert, zum anderen das des Künstlers, Kenners und Liebhabers. Im Fin de Siècle erfuhr der Begriff eine Bedeutungswandlung und -erweiterung und verband sich diskursiv mit den verwandten Begriffen der Dekadenz, des Ästhetizismus und Dandytums.

Eine eingrenzende, gleichsam gültige Definition des Ausdrucks Dilettantismus wird mit dieser Analyse nicht angestrebt, vielmehr fokussiert die Arbeit auf das polemische Potential des Begriffes. Er wird im Wiener literarischen Feld der 1890er Jahre als Abgrenzungs- und Kampfbegriff im Etablierungsprozess einer eigenständigen österreichischen Literatur im Unterschied und auch im Gegensatz zur deutschen Literatur untersucht. Dabei spielt Andrians Erzählung Der Garten der Erkenntnis eine zentrale Rolle, obwohl sich Andrian selbst – anders als Hugo von Hofmannsthal oder Hermann Bahr etwa – nie analytisch mit dem Dilettantismus auseinandersetzte. Die Hauptperson des Gartens, Erwin, läßt sich gleichwohl als Fin de Siècle-Dilettant charakterisieren. Intertextuell kommuniziert Andians Garten andere Formen des Dilettantismus, etwa durch das Motiv des ”Künstlers ohne Hände”, das den Text mit früheren Dilettantenfiguren wie beispielsweise Tiecks Franz Sternbald und Goethes Werther verbindet.

Schließlich wird die Biographie Andrians als eine – zunächst durchaus zeittypische, später zunehmend anachronistische – exemplarische Dilettanten-Biographie dargestellt, wobei Tagebuchnotizen, literarische Fragmente, Briefe, Artikel sowie die Großessais Die Ständeordnung des Alls (1930) und Österreich im Prisma der Idee (1937) als Material herangezogen werden, um Andrians Verständnis vom Künstler und Dilettanten zu diskutieren.

Erwarteter Abschluß: abgeschlossen
Betreuer: Michael Schmidt

Vorliegende Publikationen von C. Theodorsen zum Thema:

— Zur Rolle des Dilettantismus im Prozess der Ausdifferenzierung einer österreichischen Literatur aus der deutschen Literatur. In: Nordlit, 9 (2001), S. 45-61.

— Zur Rolle des Dilettantismus im Prozess der Ausdifferenzierung einer österreichischen Literatur aus der deutschen Literatur. In: Akten des X. Internationalen Germanistenkongresses Wien 2000. ”Zeitwende – Die Germanistik auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert”. Hg. von Peter Wiesinger. Bd. 6. Bern 2002, S. 471-476.

— Andrian og Der Garten der Erkenntnis. En studie med henblikk på ulike kommunikasjonsformer for dilettantisme i Wiener Moderne. In: Nordlit 12 (2002), S. 153 – 188 (http://www.hum.uit.no/nordlit/index.html)

— Leopold Andrians Der Garten der Erkenntnis (1895). Über Dilettantismus, Amempfindung und Nietzsches Metapher vom ”Müßiggänger im Garten des Wissens”. In: Dilettant, Dandy und Décadent. Hrsg. von Guri Barstad und Marie-Theres Federhofer, Hannover 2004 (= TROLL, Bd. 1), S. 79 – 150.





Ragnhild Maria Hauglid Henden, Master-Studentin

Arbeitstitel:
“Jüdische Studien? Versuch über die geisteswissenschaftlichen Dissertationen von Lion Feuchtwanger und Anna Seghers.”

Die Geschichte der jüdischen Studien in Deutschland ist bislang fast ausschließlich als eine Institutionengeschichte untersucht worden. In dieser Arbeit wird dagegen, unter Berücksichtigung neuerer Forschungsansätze zum Thema, eine biographische Perspektive auf die Wissenschaftsgeschichte der Wissenschaft vom Judentum angewandt und nach den Intentionen und Interessen von Nachwuchswissenschaftlern gefragt, die sich im Rahmen ihrer Dissertationen in etablierten Universitätsfächern mit jüdischen Themen beschäftigten.

Die geisteswissenschaftlichen Dissertationen von Lion Feuchtwanger - Heinrich Heines Fragment: “Der Rabbi von Bacherach” (München 1907) - und Anna Seghers - Jude und Judentum im Werke Rembrandts (Heidelberg 1924) – untersuchten, aus einem durchaus kulturwissenschaftlichen Blickwinkel - jüdische Themen in der Zeit vor einer akademischen Anerkennung der Wissenschaft vom Judentum, vor deren “Aufnahme in den Kanon der etablierten akademischen Fächer.” (Brenner/Rohrbacher: Wissenschaft vom Judentum. Göttingen 2000, S.7). Beide haben nach der Promotion ihre wissenschaftlichen Karrieren – aus unterschiedlichen Gründen – aufgegeben, beide sind später ausgesprochen erfolgreiche Schriftsteller geworden

Die Arbeit untersucht die wissenschaftlichen Biographien der beiden Autoren, nicht zuletzt im Hinblick auf ihr Verhältnis zur eigenen jüdischen Herkunft. Weiter werden die beiden Dissertationen, auch unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Rezeption, als Kulturstudien diskutiert, vor allem wird auch gefragt, in wie weit sie als Beiträge zur Entwicklung der Wissenschaft vom Judentum verstanden werden können.

Erwarteter Abschluß: abgeschlossen
Betreuer: Michael Schmidt





Norbert Schmitz, Master-Student
e-mail: nschmitz@frisurf.no

Arbeitstitel:
Dilettantismus und Emanzipation. Die akademisch-publizistischen Positionierungsversuche des jüdischen Mathematikers Moritz Abraham Stern (1807 – 1894)



Stern
Einige Schriften Sterns
Stern wurde 1807 als Sohn des Schutzjuden Abraham Süßkind Stern in Frankfurt am Main geboren und studierte nach umfangreichem Privatunterricht Mathematik in Heidelberg und Göttingen, wo er 1829 als erster Doktorand von C. F. Gauß die Doktorprüfung mit höchster Auszeichnung bestand. Weil er eine Konversion ablehnte, sollten bis zu seiner Berufung auf einen ordentlichen Lehrstuhl noch dreißig Jahre vergehen. Erst 1859 wurde Stern in Göttingen, wo er dann bis 1884 lehrte, als erster Jude in Deutschland zum Ordinarius ernannt.

Sterns Beharren auf seinem Judentum versperrte ihm fast ein Erwachsenenleben lang den Zugang zu dem angestrebten Berufsziel und veranlasste ihn, der von seiner Entlohnung als Privatdozent und später außerordentlicher Professor kaum leben und jedenfalls erst im vorgerückten Alter eine Familie gründen konnte, zu einer umfangreichen publizistischen Tätigkeit, nicht nur auf seinem eigentlichen Gebiete der Mathematik, sondern auch als wissenschaftlicher Übersetzer, als Sprachforscher, als Mitarbeiter an wissenschaftlichen wie an jüdischen Zeitschriften. Diese publizistische Tätigkeit insbesondere seiner jüngeren Jahre, auf dem literarischen Markt im Vormärz, steht im Mittelpunkt der Untersuchung und wird auf zwei Bereiche fokussiert.

Stern veröffentlichte 1834 seine Vorlesungen zur Astronomie, die gewiss nicht sein eigentliches Arbeitsgebiet war, die sich aufgrund ihrer Entstehung und in ihrem Darstellungsstil an akademisch gebildete Leser wandten. Spätere Überarbeitungen aus den Jahren 1844/45 und 1847 mit popularisierender Tendenz, die in gewisser Weise mit den ungleich erfolgreicheren Publikationen des österreichischen Astronomen von Littrow konkurrierten, richteten sich an ein breiteres Publikum astronomisch interessierter Dilettanten, die seit dem frühen 18. Jahrhundert wie auch noch im frühen 19. Jahrhundert eine wichtige Zielgruppe astronomischer Schriften bildeten.

Gleichzeitig beteiligte sich Stern in Briefen an jüdische Freunde, auch solche übrigens, die das Judentum verlassen hatten, wie in Zeitschriftenbeiträgen engagiert und keineswegs unpolemisch an den innerjüdischen Diskussionen seiner Zeit zu den Reformen im Judentum. Die Selbstreflexion seiner individuellen Emanzipation, aus der Perspektive der Mathematik als Wissenschaft wohl ebenfalls ein dilettantisches Unterfangen, begleitete also seine wissenschaftliche Biographie, die über Jahrzehnte von der Paradoxie geprägt war, als Jude nicht Ordinarius werden zu können und um des Ordinariats willen auf das Judentum nicht verzichten zu wollen.

Erwarteter Abschluß: abgeschlossen
Betreuer: M. Schmidt






Tove Baumann Riksheim, Master-Studentin:

Dilettantismus und Identität: Chamissos "Peter Schlemihl" als Botaniker.


Chamisso1
Die postume Einzelausgabe Nürnberg 1839 mit Illustrationen nach Adolph Menzel
Merkwürdig identitätslos springt Schlemihl in das Geschehen dieser Erzählung Chamissos, die fast jeden Hinweis auf die Herkunft ihres Protagonisten vermeidet. Schlemihls schüchterner Versuch, sich durch den Tausch seines Schatten gegen ein Glückssäckel mit dem Rollenbild der Reichen zu identifizieren, scheitert.
Chamisso2
Ein prächtig gebundenes Exemplar des Schlemihl, vielleicht aus der Bibliothek des Kaufmanns John stammend
Erst als Sammler und Beschreiber von Pflanzen aus den von ihm besuchten Weltteilen findet er, die Wissenschaft der Botanik ohne akademische Ausbildung oder Anbindung betreibend, zu einer Identität als Dilettant.

Von dieser Ausgangsposition her soll die Frage eines literarischen Dilettantismus Chamissos auch unter dem Aspekt der zahlreichen Identitätsspiele in Text und Kontext des "Peter Schlemihl" diskutiert werden.

Erwarteter Abschluß: Frühjahr/Sommer 2005 Betreuer: M. Schmidt


Chamisso3
Die erste, englische Übersetzung des hier Fouquè zugeschriebenen "Schlemihl", mit den berühmten Illustrationen Cruikshanks























Reinhard Stamm, Master-Student

Moltke als Stilist


Moltke1
Als Helmuth von Moltkes (1800 - 1891) neunzigster Geburtstag im ganzen Deutschen Reich feierlich begangen wurde, erlaubte sich Georg Simmel unter dem Titel "Moltke als Stilist" darauf hinzuweisen, daß Moltkes Wirken als Schriftsteller ebenso bedeutend wie das als Feldherr sei. Tatsächlich hat kaum ein deutscher Schriftsteller über einen so langen Zeitraum (mehr als 65 Jahre) aktiv tätig sein können.

An Hand einiger bedeutender Werke aus dieser Schaffensperiode wird der Frage nachgegangen, wie Moltkes Arbeiten im literarischen System einzuordnen seien. Die Motivation zum Schreiben unterlag sicherlich im Laufe der Jahre einigen Wandlungen; aber die Art des Schreibens weist eine verblüffende Kontinuität auf.

Nach einer Zuordnung der Arbeiten zu Epochen- und Gattungsstil werden die individualstilistischen Merkmale deutlich, die sich aus Moltkes Sozialisation erklären lassen. Wenn sich auch nicht beweisen läßt, daß Moltke "sagte, was zu sagen war" (Simmel), mag er doch mit Fug und Recht als Stilist bezeichnet werden.


Moltke2
Für die wegen ihres Umfanges als Moltke-Projekt bezeichnete Internet-Darstellung unter http://helmuth.moltke.name wurden alle zu untersuchenden Moltkeschen Texte aus den in Frakturschrift gedruckten Ausgaben in maschinenlesbare Form übertragen und den an dieser Arbeit Beteiligten zugänglich gemacht.

Voraussichtlicher Abschluß: Herbst 2005.
Betreuer: M. Schmidt


Det humanistiske fakultet, Universitetet i Tromsø, 9037 Tromsø
Telefon: +47 77 64 42 40, Telefax: + 47 77 64 42 39
Updated by it-konsulent Thor Øivind Johansen on 08.08.2005 at 08:50
Ansvarlig redaktør: fakultetsdirektør Eirik Liland


Read this page in: Bokmål

set width of main cell in netscape 4

Pages:
Showing 1-2 of 2
Aktuelle Forschungsvorhaben
Forschungsgruppe Dilettantismus
set width of right cell in netscape 4